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Bei diesem Stadl in der Langau handelt es sich um einen Getreidekasten aus dem Jahr 1752. Er steht unter Denkmalschutz und darf nicht versetzt werden. 

Jetzt beginnt die Planung von neuem

Denkmalschutz behindert Radweg von Heilbrunn nach Penzberg

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Der Radweg von Heilbrunn nach Penzberg wird noch weiter auf sich warten lassen. Denn der Denkmalschutz hat ein Wörtchen mitzureden. Jetzt muss die Trassenführung neu geplant werden.

Bad Heilbrunn/Bichl/Penzberg – Wer mit dem Rad von Heilbrunn nach Penzberg will und die Langau durchquert, fährt derzeit entweder ganz auf der Kreisstraße oder nimmt den Umweg über Baumberg. Schon lange gibt es Pläne vom Landkreis, hier einen Radweg zu bauen. Doch daraus wird jetzt so schnell nichts.

Eigentlich war geplant, den Radweg entlang der Kreisstraße zu bauen – das war zumindest der Wunsch des Kreisausschusses für Umwelt- und Infrastruktur (wir berichteten). Doch der Idee steht jetzt buchstäblich etwas im Weg, genauer gesagt ein denkmalgeschützter Stadl. Dieser steht in der Langau unmittelbar an der Kreisstraße und darf nicht verschoben werden, teilt Marlis Peischer, Pressesprecherin des Landratsamts, mit. Der Stadl ist ein Getreidekasten („Troadstadl“), heißt es im bayerischen Denkmal-Atlas. Der Getreidekasten gehörte zum gegenüberliegenden, ebenfalls unter Denkmalschutz stehenden Bauernhaus. Der Stadl samt Überbau sei eine „Mischkonstruktion aus Ständer-Riegel-Bau und Blockbau“, schreiben die Experten. Er stammt aus dem Jahr 1752. Das Dach kam erst später hinzu.

„Man kann hier auch die Straße nicht verlegen“, erklärt Peischer die Situation. Für die Radweg-Planer und alle Bürger, die sich den Weg seit Langem wünschen, ist das ein herber Schlag. Eigentlich war mal die Rede davon, dass der Baubeginn für den Radweg schon 2020 erfolgen könnte. „In diesem Bereich müssen jetzt weitere Linienführungen geprüft werden, da diese wiederum stark vom Grunderwerb abhängig sind“, sagt Peischer. Auch über den zweiten Teilabschnitt, also vom Kreisverkehr entlang der Fischzucht bis zum Anschluss an die B 11 auf Bichler Flur, muss weiter diskutiert werden. Eigentlich war die Idee, den Radweg südlich der Kreisstraße zu bauen, nun wird wieder über den nördlichen Bereich gesprochen, der aber eigentlich als Überschwemmungsgebiet kartiert ist (wir berichteten). Laut Peischer laufen auch hier Gespräche. Dass es relativ viele Grundstückseigentümer gebe, mache die Sache nicht leichter.

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Die Unterlagen liegen seit sechs Wochen wieder beim Staatlichen Bauamt in Weilheim. Aufgrund der vielen anderen Projekte im Landkreis habe er sich noch nicht darum kümmern können, sagt Martin Herda, zuständig für die Region. Dass man 2020 mit dem Bau beginnen könne, schließt er aus. „Wir müssen uns jetzt erst wieder mit dem Ingenieurbüro zusammensetzen und beraten.“

Vor einem Jahr lagen die geschätzten Kosten für den 2,6 Kilometer langen Radweg bei 845 000 Euro. Bauträger ist der Landkreis. Heilbrunns Bürgermeister Thomas Gründl seufzt angesichts der Entwicklung. „Am Besten wäre es natürlich, man könnte den historischen Stadl versetzen.“ Nun müsse man nach einer neuen Lösung suchen. „Wir müssen schauen, was passt.“ Denn eines ist für Gründl sicher: „Die Radfahrer werden sich immer den kürzesten Weg suchen.“

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