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Ist seit einem halben Jahr in der Heilbrunner Pfarrei tätig: Diakon Primus Syiem.

Diakon in Bad Heilbrunn

In Indien zuhause, im Loisachtal dahoam

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„Dahoam“ gehört zu den bayerischen Lieblingswörtern von Primus Syiem. Und genauso fühlt sich der Inder in Bad Heilbrunn. Seit einem knappen halben Jahr arbeitet der 31-Jährige als Diakon in der katholischen Pfarrei St. Kilian. Eine Zwischenbilanz.

Bad Heilbrunn – Sonntags verkündet Primus Syiem das Evangelium, unter der Woche trifft man den 31-Jährigen auch mal beim Kicken mit Jugendlichen. Das Wort Gottes und die Jugendarbeit: Beides gehört zu den wichtigsten Aufgaben des Diakons, der ohne Probleme seinen Platz in der katholischen Kirchengemeinde von Bad Heilbrunn gefunden hat. „Ich fühle mich sehr, sehr wohl hier“, sagt Syiem in fast perfektem Deutsch und lächelt.

Die Menschen hätten es ihm leicht gemacht. Die Gemeinde nahm ihn mit offenen Armen auf, als er im Oktober seine Stelle antrat, erinnert er sich. Fremdenhass begegnete Syiem nie. Im Gegenteil: Viele Gemeindemitglieder kamen von sich aus auf ihn zu und wollten mehr über den Mann aus dem fernen Nordost-Indien wissen. Gerne erzählte Syiem dann, dass Frauen in seinem Heimat-Bundesstaat Meghalaya eine zentrale Rolle in der Gesellschaft spielen. Das Erbe geht zum Beispiel nicht an den ältesten Sohn, sondern an die jüngste Tochter beziehungsweise an alle weiblichen Nachkommen. „Es gibt auch richtige Winter, und die Sommer sind nicht so heiß.“ Anders als im Rest von Indien leben im Nordosten des Landes viele Christen.

FC-Bayern-Fan: 2012 traf Primus Syiem Manuel Neuer.

Diakon Syiems Familie gehört ebenfalls dazu. „Ich bin der Älteste von zehn Kindern“, sagt Syiem. Deshalb gaben ihm seine Eltern den Vornamen Primus, das bedeutet „der Erste“. Mutter und Vater lehrten an einer Schule der Salesianer, seit dem 24. Mai 2006 gehört auch Syiem der Ordensgemeinschaft Don Boscos an. Die Entscheidung, Priester zu werden, traf er bereits im Alter von 15 Jahren. Heute steht er kurz vor seinem Ziel: Die Weihe findet am 19. Januar 2019 in Indien statt.

Mit diesem Ereignis endet wohl auch seine Zeit in Bad Heilbrunn. Wie es danach für ihn weitergeht, weiß Primus Syiem noch nicht. „Ich gehe dorthin, wo meine Hilfe am meisten gebraucht wird.“ Die Ungewissheit stört ihn nicht: „Als Salesianer baue ich mein Haus dort, wo ich gerade bin.“

Das könnte Afrika sein, aber durchaus auch Deutschland. „Hier gibt es sehr wenig Nachwuchs“, sagt Syiem mit Blick auf den Priestermangel. Außerdem ist in seiner Ordensgemeinschaft bekannt, dass er sich gut eingelebt hat. Als er vor acht Jahren nach Deutschland kam, um in Regensburg Theologie zu studieren, musste er sich aber an vieles erst gewöhnen. Zum Beispiel daran, dass hierzulande nicht täglich Reis auf den Tisch kommt. Inzwischen schätzt Syiem die bayerische Küche aber sehr: Schweinshaxn, Brezen und Weißwürste isst er genauso gern wie Reiberdatschi.

Und auch die Sprache bereitet ihm keine Probleme. „Wenn ich genau zuhöre, verstehe in sogar ein bisschen den bairischen Dialekt“, sagt Syiem und lacht. Besonders gut gefällt ihm da Wort „dahoam“.

Sein „Dahoam“ ist momentan das Kloster in Benediktbeuern. Montags bis mittwochs arbeitet er mit Schülern aus ganz Bayern, die im Aktionszentrum ihre Orientierungstage verbringen. Ganz im Sinne des Ordensgründers Don Bosco liegt auch in Bad Heilbrunn sein Fokus auf der Jugendarbeit: Mit dem „Arbeitskreis Jugend“ und den Oberministranten kochte er bereits indisch und organisierte ein Fußballturnier. Der Diakon ließ es sich nicht nehmen, selbst mitzukicken.

„Ich bin ein großer FC-Bayern-Fan“, verrät Syiem. Wie einen Schatz hütet er ein Foto von sich mit Manuel Neuer. Es entstand 2012 am Münchner Flughafen, wo er den bekannten Fußballtorwart und den Rest der Mannschaft zufällig traf. „Ein riesiges Glück“, schwärmt Syiem, der auch Fotos mit Franck Ribéry und Mario Gómez besitzt.

Die offene, humorvolle Art von Diakon Syiem und sein ansteckender Optimismus kommen bei den Menschen gut an. „Zumindest habe ich das Gefühl, dass ich ankomme“, sagt der 31-Jährige und lächelt – wie er es eigentlich immer tut. Sein Lebensmotto lautet: „Life is beautiful“, also: Das Leben ist schön. „Diese Freude möchte ich teilen.“

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