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Aussprache: Rainer Lampadius (re.) informierte die TC-Mitglieder, wie es mit Tennis weitergehen könne. 

Diskussionen in Bad Heilbrunn

Tennissport bald unterm Dach des HSV?

Da prallten die Meinungen hart aufeinander: Der Heilbrunner Tennisclub informierte in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung über die mögliche Auflösung des Vereins.

Bad Heilbrunn Letztlich wurde der Antrag einstimmig angenommen, bis zum 30. Juni des Jahres eine weitere „Außerordentliche“ einzuberufen, in der über den Fortbestand des Clubs oder die Auflösung und damit Eingliederung in den SV Bad Heilbrunn als neue Tennis-Abteilung endgültig entschieden werden soll.

Nachdem sich Uwe Mertens in seiner letzten Amtshandlung als Vorsitzender des Sportvereins vor Kurzem das Placet der SV-Mitglieder eingeholt hatte, eine Tennisabteilung im Gesamtverein integrieren zu dürfen, waren zahlreiche Gerüchte im Dorf im Umlauf. Um damit aufzuräumen, hatte TC-Vorsitzender Rainer Lampadius zu dieser Informations-Versammlung eingeladen. Allerdings zeigten lediglich knapp 20 der insgesamt 126 Tennisclub-Mitglieder daran Interesse.

Auslöser der Auflösungspläne waren die im Oktober anstehenden Vorstandswahlen. Da Lampadius kategorisch ausschloss, für eine weitere Periode als Vorsitzender zu Verfügung zu stehen und auch weit und breit keine Nachfolgewilligen zu finden sind, droht dem seit 1972 bestehenden Tennisverein sowieso das Ende. „Hier ist keine feindliche Übernahme durch den HSV geplant“, machte Hermann Forster deutlich. Und Robert Rieker jun., der neue HSV-Vorsitzende, konstatierte: „Der größte Vorteil für alle Tennisspieler wäre, dass der Fortbestand der Tennisplätze unter dem Dach des HSV gesichert wäre.“ Er konnte auch Lampadius’ Argument entkräften, dass der HSV viele neue Mitglieder erhalten würde. Zudem hatte der TC-Vorsitzende erklärt: „Viele passive TC-Mitglieder würden da nicht übertreten.“ So zeigte Rieker auf, dass rund 65 Prozent der Mitglieder bereits beiden Vereinen angehören. Damit kämen höchstens etwa 40 für den HSV neu dazu. „Eine eher kleine Zahl bei unserem Stand von knapp 900 Mitgliedern.“

„Ich werde im HSV keine Funktion mehr übernehmen, weil ich kein Vertrauen in die Führung habe“, stellte sich vor allem TC-Sportwart Peter Stangel stur: „Wir erhalten ja keine Garantie, dass eine Tennis-Abteilung auf lange Sicht erhalten bleibt. Wir sind dann dem HSV voll ausgeliefert.“ Freilich blieb seine Bettelei, Lampadius zum Weitermachen zu bewegen, erfolglos. Absolut in der überwiegenden Mehrzahl waren dabei die Befürworter der Integration in den Gesamt-Sportverein. So erklärte etwa Thomas Mayr: „Ich sehe da absolut nichts, was den Tennisspielern dabei weggenommen würde.“

Uwe Mertens erklärte sich bereit, die Leitung der neu zu schaffenden Tennisabteilung im HSV zu übernehmen: „Das würde ich nur dem Tennissport zuliebe machen.“ Man darf gespannt sein, zu welchem Ergebnis die TC-Mitglieder kommen.  (esc)

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