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Drohne soll Lawinengefahr rechtzeitig erkennen

Lenggries/Bad Heilbrunn - Mit einer neuen Methode versucht die Lawinenkommission die Gefahr durch rutschende Schneemassen frühzeitig zu erkennen.

Im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen sind die Bereiche, in denen Lawinen entstehen können, vor allem der Fahrenberg (Herzogstand) am Walchensee, der Kesselberg, Steilstellen am Sylvensteinsee in südlicher und östlicher Richtung und natürlich das Skigebiet Brauneck. An allen neuralgischen Punkten sind spezielle Lawinenkommissionen mit geschulten und teilweise seit Jahren bewährten ehrenamtlichen Mitarbeitern in den Wintermonaten im Einsatz, die das Gelände nach Schneefällen inspizieren, eventuell Sprengungen durchführen und bei Gefahr auch Straßensperrungen über die Verkehrsbehörde beantragen, berichtete Hans Konetschny, der Leiter des Lawinenwarndienstes in München, bei der Herbstdienstbesprechung in Heilbrunn.

Ein schon länger ungeklärtes Problem ist offenbar die Bundesstraße 307 zwischen Sylvensteindamm und Tiroler Grenze, wo am sogenannten Schaflahner Gefahr drohen kann. Hier kam es nach Angaben von Anton Stowasser vom Tölzer Landratsamt in den vergangenen zehn Jahren dreimal zu einer Sperrung der Straße, einmal für längere Zeit ausgerechnet in den Faschingsferien. Dies sei zwar für die Verkehrsteilnehmer aus dem Isarwinkel unangenehm, andererseits müsse man sich die Frage stellen, ob angesichts von sieben Jahren, „in denen nichts war“, ein großer finanzieller Aufwand für Lawinenverbauungen angemessen sei. „Zumal eine Ausweichroute über das Tegernseer Tal besteht“, so Stowasser in Übereinstimmung mit Georg Fischhaber von der Landkreis-Verkehrsbehörde. Heuer will man die Schneesituation im steilen und unzugänglichen Gelände mit Hilfe einer Drohne überwachen. „Hoffentlich sieht man da nicht nur weiß“, so Stowasser.

Auf weiße Pracht hoffen dagegen die Vertreter der Lawinenkommission, die in den Skigebieten tätig sind. Deren Meinung über einen guten Winter ist eine ganz andere wie die der Kollegen, die für die Sicherheit der Bundesstraßen zuständig sind.Karl Bock

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