Eishockey-Profi spendet Mähne für guten Zweck Corona
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Benefizaktion zugunsten krebskranker Kinder: Konrad Abeltshauser lässt sich im Bad Heilbrunner Salon seiner Cousine Rosi die gut 30 Zentimeter lange Mähne schneiden.

Für den guten Zweck

EHC-Eishockeycrack Konrad Abeltshauser trennt sich von kultiger Haarpracht

  • vonOliver Rabuser
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Seine Haare waren sein Markenzeichen. Jetzt sind sie Geschichte - zum Wohl der Deutschen Krebshilfe. Konrad Abeltshauser ging zum Friseur.

Bad Heilbrunn – Immer wieder fuhr Konrad Abeltshauser mit der flachen Hand durch den kümmerlichen Rest an Frisur, ließ er den Blick im Spiegel kreisen. „Ein ungewohntes Gefühl, wenn wieder Luft an die Kopfhaut kommt“, scherzte er nach getanem Werk seiner Cousine Rosi, die dem Eishockey-Verteidiger des EHC München im eigenen Friseursalon in Bad Heilbrunn, also ganz in der Nähe seines Heimatortes Unterbuchen, von weiten Teilen der stattlichen Haarpracht befreite.

Die Matte, die fast zu einem Art Markenzeichen geworden war, trug Abeltshauser seit 1. November 2018 mit sich herum. Seit jener Zeit also, als er von der Benefizaktion zugunsten der Deutschen Krebshilfe erfuhr. Seine Gattin Erica habe ihn spontan gefragt, ob „das nichts für mich wäre“. Und Abeltshauser sagte zu. Seither begradigte die Schere allenfalls Spitzen und Form. „Viel ist nicht weggekommen“, versichert er.

Am Dienstag, kurz nach 14 Uhr, kündete der Kufencrack vor dem medienwirksamen Termin: „Heut’ ist es endlich soweit.“ Zwar hätte ihn die gewaltige Mähne nicht wirklich gestört. Aber irgendwann musste der Urwuchs, der bereits 942 Tage währte, zu einem Ende kommen. Wie denn das neue Outfit aussehen solle, fragte seine sichtlich aufgeregte Cousine. „Mei, einen neuen Look; so dass es halt passt“, entgegnete der 28-Jährige in typisch bayerischer Diktion.

Eine Haarspende muss der Deutschen Krebshilfe zufolge immer ein Zopf sein mit einer Länge von mindestens 25 Zentimeter, damit er weiterverarbeitet werden kann. Abeltshauser brachte locker 30 Zentimeter zusammen.

Akkurat teilte die Friseurmeisterin das Haupthaar in mehrere gleichlange Zöpfe. „Soviel halt geht“, sagte sie vor dem Griff zur Schere. Dann ging alles ganz schnell. Abeltshauser wartete mit schmucker Kurzhaarpracht auf, während ein krebskrankes Kind wieder einen Schritt näher an eine Echthaarperücke gelangt.

Via Post werden die Strähnen an einen Perückenmacher geschickt, der dann aus mehreren Einsendungen eine dieser Perücken geformt. Krebskranke Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren bekommen die Elaborate natürlich kostenlos.

Abeltshauser hat in seiner Langhaar-Phase einiges gelernt – zum Beispiel über Haarpflege. „Bei so langen Haaren sollte man ab und zu die Spitzen schneiden lassen, mit Shampoo waschen hilft auch“, sagte er lachend. Er habe sich irgendwann zur besseren Pflege Shampoo, Pflegespülung und Duschgel gesondert gekauft. „So viel Luxus habe ich mir für die Haare schon gegönnt“, berichtete er.

Beim Sport hatte er keine echten Probleme, die Mähne passte gut unter den Schutzhelm. Die Wucherzeit ist aber nun vorbei. Ob er seine Mähne vermissen wird? „Die Haar können ja jederzeit nachwachsen, wenn sie einmal weg sind“, sagte Abeltshauser .

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