Das ehemalige Kursanatorium Strauß in Bad Heilbrunn
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Die Tage des ehemaligen Sanatoriums sind gezählt. Es steht seit Längerem leer und verfällt.

Kosten in Höhe von 600.000 Euro

Ehemaliges Heilbrunner Kursanatorium: Abriss beschlossen

Bei der Neugestaltung des Heilbrunner Ortszentrums geht es vorwärts: In seiner jüngsten Sitzung beschloss der Gemeinderat den Abriss des ehemaligen Kursanatoriums Strauß am Abt-Walther-Weg.

Bad Heilbrunn - Die Kommune hatte das Areal 2019 für vier Millionen Euro gekauft. Sorgen machen einigen Räten jedoch die hohen Kosten des Abrisses, die Geschäftsleiter Andreas Mascher in einer groben Schätzung mit 600 000 Euro beziffert.

Die Wände sind schimmelig, die Räume komplett verwüstet

Das ehemalige Kursanatorium steht seit langer Zeit leer und verfällt. Die Wände sind schimmelig, die Räume komplett verwüstet, mehrfach wurde eingebrochen. Für den Abriss bekommt die Gemeinde 60 Prozent Zuschuss aus dem Dorferneuerungs-Programm des Amts für Ländliche Entwicklung. „Ich weiß nicht, wie sich die Zuschüsse des Staats in den nächsten Monaten und Jahren entwickeln werden“, sagte Bürgermeister Thomas Gründl (CSU). Norbert Deppisch (Grüne) bereiten die Summen, um die es geht, Bauchschmerzen: „Auch wenn wir 60 Prozent Zuschuss bekommen, bleiben noch so ungefähr 250 000 Euro an der Gemeinde hängen. Gibt unser Haushalt solche Beträge her? Wir sind ja finanziell nicht so gut gebettet.“ Momentan sei es noch möglich, entgegnete Bürgermeister Thomas Gründl. „Es wird aber spannend, wie es weitergeht.“ In der Gemeinde gebe es einige gute Handwerksbetriebe, daher seien die Gewerbesteuer-Einnahmen noch nicht so stark eingebrochen wie befürchtet.

Abriss möglichst in den Sommerferien

Unklar sei, wie sich der Anteil an der Einkommensteuer entwickelt: „Tausendprozentig kann ich es erst sagen, wenn die Hochrechnungen für die nächsten Jahre vorliegen.“

Konrad Specker (FW) regte an, den Abbruch-Zeitpunkt so zu legen, dass der benachbarte Kindergarten möglichst wenig beeinträchtigt wird: „Bei der Leonardis-Klinik hat man ja gesehen, dass ein Abbruch eine ziemliche Belastung für die Anwohner ist.“ Specker plädierte dafür, in den Sommerferien zu beginnen. Er wisse nicht, ob dies möglich ist, antwortete Gründl: „Wir müssten mit einem Planungsbüro abklären, ob das in vier bis sechs Wochen zu schaffen ist.“

Letztlich votierten die Gemeinderäte einstimmig für den Abriss und dafür, dass die Verwaltung den Zuschuss-Antrag vorbereitet. Außerdem wird die Gemeinde Angebote von drei Planungsbüros einholen und zudem ein Schadstoff-Gutachten in Auftrag geben.

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