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Präsentierten ein sehr abwechslungsreiches und unterhaltsames Programm: (v. li.) Kiko Pedrozo, Finnie Melchior und Hansi Zeller. 

Im Kursaal

Einfallsreich und beschwingt: Auftritt von Kiko Predozo in Heilbrunn

Das Novemberkonzert in der Reihe „musikalisches Bad Heilbrunn“ bot vor wenigen Tagen laut Programm einen „weltmusikalischen Klangrausch“.

Bad Heilbrunn– Dass aus dem Rauschen solide Musik wurde, dafür sorgten die drei Musiker Finnie Melchior (Geige), Hansi Zeller (Akkordeon) und Kiko Pedrozo (Harfe).

Es prallen schon Welten aufeinander, wenn der Allgäuer Hansi Zeller mit Kiko Pedrozo aus Paraguay gemeinsam Musik macht. Das war den beiden in Heilbrunn aber nicht genug, und so holten sie sich die Oberbayerin Finnie Melchior vom Ammersee an ihre Seite.

Das Trio unterhielt die Gäste im sehr gut besuchten Kursaal bestens. Gleich zu Beginn demonstrierten sie eindrucksvoll den Unterschied zwischen Sprechen und Singen: Alle drei begannen gleichzeitig das Publikum zu begrüßen und sich gegenseitig vorzustellen, wobei kaum ein Wort verständlich war. Gleichzeitig ihre Instrumente anzustimmen, war hingegen überhaupt kein Problem, sondern musikalischer Genuss. Schnelle, fremde Rhythmen, dargeboten in vertrautem alpenländischem Klang, verwandelten sie zu schwebend-träumerischer Melodie. Das Akkordeon übernahm ruhige Grundakkorde, wozu abwechselnd die Geige klagte und die Harfe rauschte.

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Im Walzer „Sonnenaufgang“, komponiert von Zeller, hob eine melancholische, typisch französische Weise an, die aber an Tempo zunahm und so die Zuhörer doch beschwingt die Seine entlang führte. Pedrozo begeisterte nicht nur an der Harfe, aber hier überraschte der Künstler mit ungewohnt hartem Zupfen und kräftigen Saiten-Anschlägen. Auch gesanglich brachte er den Gästen seine südamerikanische Heimat auf Spanisch nahe, etwa mit den gefühlvollen Liedern „Als ich dich wiedersah“ oder „Ich bin verliebt“.

Eine erstaunliche Komposition von Pedrozo für alle drei Musiker war „Caminando“ (Spazierengehen). Der Harfenist musste beim Komponieren in Unruhe gewesen sein, nichts war verträumt, stattdessen wurden große Pläne ersonnen oder Entscheidungen gefällt. Zeller trieb mit den Rhythmus mit kurzen Akzenten immer voran, Melchior schraubte die Geigenstimme trillernd nach oben. Nur nach einer kurzen Ruhepause mit ruhigen Takten schritt der Spaziergänger den Taten entgegen.

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Im Stück „Lucky Heuschreck“, in dem das Tier vor einer Lokomotive flieht, war das Publikum beteiligt mit „Huhuh“-Rufen für den Zug und Tierstimmen für die entspannenden Momente in der Wiese. Die Gewinnerin unter den Tierimitatoren, eine „Ziege“, erhielt eine Gratis-CD. Mit viel Gelächter und langem Applaus bedankte sich das Publikum bei den drei Künstlern für deren Auftritt.  (bib)

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