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Glücklich über die gut verlaufene Geburt der zwei Jüngsten Lena und Luis sind die fünffachen Eltern Caroline und Stefan Klett sowie die großen Geschwister (v. li.) Sebastian (4) , Leonhard (2) und Julian (2).

Familienzuwachs in Bad Heilbrunn

Doppelt Zwillinge – plötzlich Großfamilie

Fünf Kinder in vier Jahren: Das gelingt nicht vielen Paaren. Caroline und Stefan Klett aus Bad Heilbrunn bekamen nach dem ersten Sohn gleich zweimal Zwillinge.

Bad Heilbrunn – „Ich hatte es schon im Gespür“, sagt Caroline Klett. Unmittelbar, nachdem sie sich ihrer dritten Schwangerschaft bewusst geworden war, rief die Heilbrunnerin ihren Frauenarzt an. Der wiegelte am Telefon ab. Ein weiteres Mal sei sie sicherlich nicht mit Zwillingen schwanger. Doch die Untersuchung bestätigte: Es war erneut doppelter Zuwachs unterwegs. In nur vier Jahren wurden Caroline und Stefan Klett Eltern von fünf Kindern. Nach Sebastian (4) folgten erst die eineiigen Zwillinge Leonhard und Julian (2), und vor zwei Wochen kamen Luis und – als weibliche Verstärkung in der Familie – Lena auf die Welt.

Seit der Geburt der Jüngsten geht es turbulent zu

Seit der Geburt der beiden Jüngsten geht es turbulent zu bei Kletts. „Die zehn Minuten morgens unter der Dusche sind momentan die einzige Zeit, die jeder von uns für sich hat“, berichtet Caroline Klett, und ihr Mann ergänzt: „Dabei wechseln wir uns ab.“ Dann geht es rund, bis die Kinder am Abend ins Bett müssen. Es vergeht keine Minute, in der nicht eines der Kinder Aufmerksamkeit, Hilfe oder Zuspruch braucht. Nachts halten die beiden Neugeborenen Caroline Klett auf Trab, während Stefan Klett die Aufsicht über die Größeren übernimmt.

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Zwar sieht die Familie den Zuwachs als großes Glück. Trotzdem war die zweite Zwillingsschwangerschaft zunächst ein Schock. Denn die Schwangerschaft mit Leonhard und Julian hatte Komplikationen mit sich gebracht, die laut Stefan Klett „psychisch und physisch sehr belastend“ für das Ehepaar waren. „Wir mussten quasi die gesamte Schwangerschaft über zweimal die Woche ins Klinikum rechts der Isar fahren und wussten nie, ob die Kleinen noch leben“, sagt Stefan Klett. Ärzte hatten das seltene „Fetofetale Transfusionssyndrom“ diagnostiziert. Es tritt nur bei Schwangerschaften mit eineiigen Zwillingen auf und ist laut Stefan Klett eine für die ungeborenen Kinder gefährliche Durchblutungsstörung. „Die Föten teilen sich dabei eine Plazenta und einen Blutkreislauf“, erklärt der Vater. Das könne dazu führen, dass ein Kind mehr Blut und Nährstoffe bekommt und für das andere nicht mehr genug übrig bleibe.

Was fehlt, ist eine geeignete Wohnung

Lena und Luis sind – im Gegensatz zu Leonhard und Julian – zweieiige Zwillinge: ein Fetofetales Transfusionssyndrom ist bei zweieiigen Föten nicht zu befürchten. Dennoch blickten die gelernte Bürokauffrau und der kaufmännische Angestellte dem Familienzuwachs mit einigen Sorgen entgegen. „Von Anfang an war klar, das wird alles andere als leicht“, sagt Caroline Klett. Nicht zuletzt machen sich die Eltern Gedanken über ihre wirtschaftliche Lage: Wie lässt sich eine siebenköpfige Familie mit dem Gehalt eines Normalverdieners über Wasser halten? Wird die Berufspause für die Mutter zu lang?

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Besonders akut aber ist das Problem, bezahlbaren und geeigneten Wohnraum für alle zu finden. Stefan Klett sucht seit Monaten ebenso intensiv wie erfolglos. In ihrer kleinen Maisonette-Wohnung in Bad Heilbrunn fällt momentan allen sieben die Decke auf den Kopf – die Raumaufteilung ist für zwei Erwachsene und fünf Kleinkinder denkbar ungünstig. Papa Stefan schläft mit den Söhnen Sebastian, Leonhard und Julian unterm Dach, dessen Schrägen so niedrig sind, dass Möbel kaum Platz finden. In einem großen Bett schlafen die Buben, der Papa auf einer Matratze. Um alleine im Dachstuhl zu bleiben, sind Sebastian, Leonhard und Julian noch zu klein. Eine Treppe führt hinunter zu Küche, Bad, Wohn- und Schlafzimmer, in dem sich Caroline Klett mit den beiden Kleinsten die Nächte um die Ohren schlägt.

Häuser oder geeignete Wohnungen, die im Verhältnis zu Kletts Einkommen stehen, sind im Landkreis Mangelware. „Wir suchen in immer größerem Umkreis“, sagt Stefan Klett, der bei „Möbel Raab“ in Penzberg arbeitet. Ihre Heimat ganz verlassen wollen die Heilbrunnerin und ihr aus Benediktbeuern stammender Mann nicht.

Wer kann helfen?

Wer einen Hinweis auf ein für sieben Personen geeignetes Wohnobjekt für Familie Klett im Landkreis oder bei Penzberg geben kann, wird gebeten, sich unter der Telefonnummer 0 80 41/76 79 34 in der Redaktion zu melden.

Nora Linnerud

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