Auf die Bedürfnisse der Feuerwehr Bad Heilbrunn zugeschnitten ist das neue Hilfeleistungslöschfahrzeug HLF 20. Kommandant Dominik Haustein (li.) und sein Stellvertreter Christoph Goßlau gewährten dem Tölzer Kurier einen Blick ins Innenleben des 480 000-Euro-Gefährts.
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Auf die Bedürfnisse der Feuerwehr Bad Heilbrunn zugeschnitten ist das neue Hilfeleistungslöschfahrzeug HLF 20. Kommandant Dominik Haustein (li.) und sein Stellvertreter Christoph Goßlau gewährten dem Tölzer Kurier einen Blick ins Innenleben des 480 000-Euro-Gefährts.

Neues Hilfeleistungslöschfahrzeug

Feuerwehr Bad Heilbrunn freut sich über neues Einsatzfahrzeug

  • Andreas Steppan
    vonAndreas Steppan
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Die Feuerwehr Bad Heilbrunn ist stolz auf eine Neuanschaffung, wie sie nicht alle Tage vorkommt: Das frisch eingetroffene Hilfeleistungslöschfahrzeug verbessert die Sicherheit für die ganze Region.

Bad Heilbrunn – Nach den Worten des Feuerwehr-Kommandanten Dominik Hau-stein ist es „das wichtigste Fahrzeug der Gemeinde“, das kürzlich in Bad Heilbrunn angekommen ist. Die Rede ist vom neuen Hilfeleistungslöschfahrzeug HLF 20, das drei Mitglieder der Feuerwehr am 1. April beim Hersteller in Leonding bei Linz abgeholt haben. Eine solche Anschaffung kommt nicht alle Tage vor. „Das neue Fahrzeug ersetzt unser Tanklöschfahrzeug TLF 1625“, erklärt der Kommandant. „Es war 30 Jahre alt und wies schon viel Verschleiß und Rost auf.“

Als Spontankauf kann man das neue Feuerwehrauto nicht bezeichnen. „Vom Beginn der Planungen bis zum Abholen hat es zweieinhalb Jahre gedauert“, erklärt Haustein. Ende 2018 habe der Gemeinderat dem Kauf zugestimmt. Bei der Feuerwehr begannen die akribischen Überlegungen für die EU-weite Ausschreibung und die damit verbundenen Vorgaben, welche Ausstattungsmerkmale das Fahrzeug aufweisen müsste. Im Januar 2020 hatte die Ausschreibung ein Ergebnis gebracht. Die Wahl war auf ein Fahrzeug von Mercedes, einen Aufbau der Firma Rosenbauer und Ausstattung aus dem Hause BAS Brandschutz gefallen. Nun hieß es warten: Die Lieferzeit betrug laut Haustein 13 Monate.

Erster Einsatz des neuen Feuerwehrfahrzeugs: Wohnungsöffnung am 2. April

Dann endlich war der große Moment gekommen: Am Abend des 31. März bekam eine Dreier-Delegation der Heilbrunner Feuerwehr das Schmuckstück erstmals live und in Farbe zu Gesicht. Zuvor hatte die nötige Rohbauabnahme Corona-bedingt nur virtuell stattgefunden. Und auch auf die Abholung bei der Firma Rosenbauer in Österreich hatte die Pandemie Auswirkungen. „Normalerweise wären wir mit zehn Leuten runtergefahren, die vor Ort auch gleich geschult worden wären.“ Unter den gegebenen Bedingungen aber fanden nun in den ersten zwei Wochen, nachdem das Auto nach Bad Heilbrunn überführt worden war, durchgehend Einweisungen und Schulungen in Kleingruppen statt – bis das HLF 20 vor wenigen Tagen offiziell in Dienst gestellt wurde. Seinen ersten Einsatz im Loisachtal hatte es allerdings gleich am 2. April zu absolvieren: bei einer Wohnungsöffnung.

Die Bandbreite seiner Möglichkeiten musste das HLF dabei freilich nicht ansatzweise ausschöpfen. Beim Ortstermin mit dem Tölzer Kurier nutzt Haustein gerne die Möglichkeit, die Besonderheiten des Fahrzeugs herzuzeigen und zu erläutern – zumal die Feuerwehr es der Bevölkerung aktuell nicht bei einer öffentlichen Veranstaltung präsentieren kann.

In Inneren des HLF können bis zu vier Atemschutzträger unterwegs ihre Ausrüstung anlegen.

„Jedes Feuerwehr-Fahrzeug ist ein Einzelstück“, erklärt der Kommandant. Auch das Heilbrunner HLF sei auf die Bedürfnisse der hiesigen Feuerwehr zugeschnitten. Deren Einsatzgebiet sei unter anderem von der durch den Ort führenden Bundesstraße – „mittlerweile machen Unfälle rund 80 Prozent unserer Einsätze aus“ – und von der Heilbrunner Fachklinik als große Einrichtung geprägt. Mit dem HLF sei man für „alle Arten von Einsätzen gerüstet“.

Bad Heilbrunn: Neues Feuerwehrfahrzeug ist mit moderner Technik für alle Einsätze gerüstet

Es ist ein Gruppenfahrzeug für eine Standardeinheit von neun Personen. Es verfügt über vier Atemschutzplätze, einen Wassertank mit 2500 Litern und eine Schlauchhaspel mit 160 Metern B-Schlauch, sodass die Wasserversorgung über einen Hydranten bis zum Fahrzeug sichergestellt ist. Eine Besonderheit ist der Kettenrettungssatz inklusive einer Seilwinde mit fünf Tonnen Zugkraft – ein neuartiges Werkzeug, um beispielsweise eine eingeklemmte Person aus einem Fahrzeug zu befreien.

Zur Ausstattung zählen außerdem ein elektrischer Überdrucklüfter zum Entrauchen von Brandobjekten oder zum Rauchfreihalten von Rettungswegen sowie modernste Umfeldbeleuchtung per LED über einen Lichtmast auf dem Fahrzeugdach. „Licht bedeutet immer Sicherheit“, erläutert Haustein. „Früher war nur eine Beleuchtung vom Heck aus üblich.“ Und weil die Technik nicht stehen bleibt, „haben wir auch noch viele Platzreserven um nachzurüsten“, so der Kommandant.

Bad Heilbrunn: Hochmodernes Hilfeleistungslöschfahrzeug kostete knapp eine halbe Million Euro

Die Anschaffung hat der Freistaat mit 119 000 Euro bezuschusst, den Rest der 480 000 Euro bezahlte die Gemeinde. Und die Feuerwehr freut sich über weitere Unterstützung. Dieser Tage haben Modernisierungsarbeiten am Feuerwehrhaus begonnen. Das Gebäude wird energetisch ertüchtigt, bekommt neue Tore, eine Absauganlage und eine frische Fassade. „Den Sozialbereich, den Schulungsraum und die Werkstatt machen wir in Eigenregie, um die Gemeinde zu entlasten“, so Haustein.

Jetzt müsste es die Corona-Lage nur noch zulassen, dass die Feuerwehr wieder mehr übt und junge Kräfte ausbildet. Die Feuerwehr Bad Heilbrunn verfügt über 50 Aktive, „aber Nachwuchs können wir dringend gebrauchen“, so Haustein. „Auch Quereinsteiger sind willkommen.“

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