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Treten im Herbst 2018 wieder an: Landtagsabgeordneter Florian Streibl (li.) und Bezirksrat Konrad Specker. 

Nominierungsversammlung

Freie Wähler: Mit bewährten Kräften in den Landtags-Wahlkampf

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Kurz und schmerzlos ging am Dienstagabend die Nominierungsversammlung der Freien Wähler über die Bühne: Der Oberammergauer Florian Streibl tritt im kommenden Jahr erneut als Landtagskandidat an, der Heilbrunner Konrad Specker kandidiert wieder für den Bezirkstag.

Bad Tölz-Wolfratshausen– Die Kreiswahlvereinigungen Bad Tölz-Wolfratshausen und Garmisch-Partenkirchen, die bei den Freien Wählern für das Aufstellen der Kandidaten zuständig sind, haben eine ziemlich überschaubare Größe. Gerade einmal sieben stimmberechtigte Mitglieder (und etwa genauso viele Zuhörer) waren am Dienstag ins Café Waldrast nach Heilbrunn gekommen. Florian Streibl (54), der seit 2008 im Landtag sitzt, wurde von ihnen einstimmig nominiert. Seit 2008 gehört auch Konrad Specker (45) dem Bezirkstag an. Er wurde ebenfalls einstimmig – bei einer Enthaltung – aufgestellt.

Die Reden waren kurz. Specker blickte auf die große Politik. „Es ist beschämend, wie sich die Führer der etablierten Parteien benehmen“, sagte er mit Blick auf das Scheitern der Jamaika-Sondierungsgespräche in Berlin. Für die Freien Wähler sei vor allem auf kommunaler Ebene die Zusammenarbeit über alle Parteigrenzen hinweg eine Selbstverständlichkeit. „Dass Parteien es auf Bundesebene nicht schaffen, den Wählerwillen umzusetzen, ist beschämend.“

Abgrenzung von der AfD

Mit wem sich die Freien Wähler denn im Landtag eine etwaige Regierungskoalition vorstellen könnten, wollte ein Zuhörer wissen. „Man muss mit jeder demokratischen Partei zusammenarbeiten können“, antwortete Streibl. „Das ist ja auch jetzt schon unser tägliches Brot im Landtag.“ Eine Ausnahme gibt es für den Geretsrieder Stadtrat Robert Lug allerdings. „Ich würde hier eine Abgrenzung zur AfD machen.“ Das sehe fast jeder in der Fraktion der Freien Wähler genauso, sagte Streibl: „Die AfD ist ein No-Go.“ Dennoch dürfe man sie „nicht totschweigen“, forderte Specker. Man müsse sich mit deren Politik auseinandersetzen: „Wir müssen die beim Krawattl packen.“

Bevor man über eine Regierungsbeteiligung rede, „sollten wir erst einmal einen gescheiten Wahlkampf machen“, sagte Streibl. Und man könne schließlich auch in der Opposition Themen setzen. „Wir haben die Studiengebühren abgeschafft und das G9 auf den Weg gebracht.“ Durchsetzen möchte man nun vor den Wahlen noch die Abschaffung der Straßenausbaubeitragssatzung.

Vor allem dem Bereich Soziales widmete sich Specker in den vergangenen Jahren als Bezirksrat. Der werde in der Öffentlichkeit oft sehr stiefmütterlich behandelt, sagte der Heilbrunner Bäckermeister. Es sei aber wichtig, dass behinderte oder auch psychisch kranke Menschen, die oft stigmatisiert würden, „ein Sprachrohr haben“. Und genau dafür wolle er sorgen.

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