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Furioser Start für Heilbrunner Jugendtreff

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Von: Patrick Staar

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Die Jugendlichen in Heilbrunn sind sehr engagiert.
Die Jugendlichen in Heilbrunn sind sehr engagiert. © Josef Waldherr/Archiv

Die Idee, im Heilbrunner Pfarrheim einen Jugendtreff einzurichten, hat eingeschlagen. In der Spitze würden bis zu 34 Jugendliche das Angebot nutzen, berichtete die Leiterin Sabine Maier den Gemeinderäten in der jüngsten Sitzung. Ein Name ist für den Treffpunkt mittlerweile gefunden: „Clubbrunn“.

Bad Heilbrunn - Wie berichtet startete im Juni das Projekt in Zusammenarbeit mit dem Don-Bosco-Club in Benediktbeuern. Zunächst sei es darum gegangen, einen Kontakt zu den Jugendlichen aufzubauen, sagte Maier. Dies sei nicht schwierig gewesen, da der bisherige Jugendarbeiter Marcus Kolm Vorarbeit geleistet habe und Ansprechpartner zur Verfügung standen. Maier: „Wir haben geschaut, dass die Jugendlichen von Anfang an ganz viel Mitspracherecht haben – schließlich ist die Idee aus ihnen heraus entstanden.“ Die Jugendlichen hätten zum Beispiel ein Mitspracherecht bei den Öffnungszeiten gehabt – freitags von 17 bis 22 Uhr lautete die Einigung. „Das fühlt sich aktuell sehr stimmig an“, sagt Maier.

Gemeinsam mit den Jugendlichen sei auch ein Ferienprogramm entstanden. So unternahm die Gruppe beispielsweise eine Nachtwanderung und traf sich zu einem Spielabend. „Das hat die Beziehung zum Jugendraum sehr gestärkt“, berichtet die Leiterin. Sie habe nicht damit gerechnet, dass das Angebot so gut angenommen wird. Die höchste Besucherzahl seien bisher 34 Jugendliche gewesen, oft kämen über 20. Etwa 80 Prozent der Teilnehmer seien Heilbrunner.

Jugendliche hätten Raum gerne gemütlicher

In der Gruppe gebe es eine „unendlich hohe Bereitschaft“, sich einzubringen und etwas zur Finanzierung beizutragen: „Sie sagen: veranstalten wir einen Flohmarkt, verkaufen wir Kuchen, übernehmen wir einen Stand beim Christkindlmarkt.“ Ein Schreiner-Lehrling habe seine Hilfe bei der Möblierung angeboten: „Sie konsumieren nicht nur, sie bringen sich ein – echt cool“, sagt Maier. Wobei sie auch zu bedenken gab, eigentlich widerspreche es der offenen Jugendarbeit, dass sich die Jugendlichen selbst um die Finanzierung kümmern: „Das Schöne an der offenen Jugendarbeit ist ja, dass man einen pädagogischen Mehrwert hat – aber keine Verpflichtungen wie in einem Verein.“

Sabine Maier,  Leiterin des Jugendtreffs in Heilbrunn.
Sabine Maier, Leiterin des Jugendtreffs in Heilbrunn. © Pröhl / A

Auch wenn es gut läuft: Einige Verbesserungsmöglichkeiten gibt es noch. So empfinden die Jugendlichen den Raum im Pfarrheim als „nicht so gemütlich“. Sie hätten es laut Maier „gerne belebter, bunter, fröhlicher“. Um die mögliche Gestaltung abzusprechen, hätten sich die Jugendlichen auch bereits mit den Ministranten und der Gemeindereferentin getroffen: „Das war sehr harmonisch“, sagt Maier. „Es gab viel Übereinstimmung bei den Wünschen und Ideen.“

Neuer Streetworker stellt sich vor

Ein weiteres Problem: In Maiers Etat ist momentan noch kein Geld für laufende Kosten vorgesehen – beispielsweise wenn es um die Anschaffung von Bastelmaterial geht. Bisher sei in diesem Fall der Trägerverein eingesprungen. Ein neues Tischtennis-Netz und neue Tischtennisschläger habe glücklicherweise ein privater Spender finanziert. „Ich bin da ein bisschen am Rödeln“, sagte Maier. Um an etwas Geld heranzukommen, habe sie Eintritt für die Ferienaktionen verlangt. „Es wäre schön, wenn man das verrechnen könnte und man am Ende bei Null rauskommt.“

Kurz zu Wort meldete sich auch der neue Streetworker Samuel Waldherr, der am 1. August seine Stelle antrat: „Ich hatte einen superguten Start, habe ganz viele Jugendliche kennengelernt und fühle mich wohl hier“, sagte der 30-Jährige. Der Clubbrunn sei „voll praktisch, weil da trinkt man einen Spezi mit den Jugendlichen und kann sie sich gleich catchen“.

Maier verwies auf die Vorteile, dass sie nun mit Waldherr im Duo unterwegs ist. So hatte sich der Bereich um den Pavillon am Sportheim zwischenzeitlich zur Party-Zone entwickelt. Nach vielen guten Gesprächen sei nun Ruhe eingekehrt: „So was könnte ich nicht zusätzlich leisten“, sagte Maier. Ein Glücksfall sei die Anbindung an den Don-Bosco-Club. Wegen einer schweren Fußverletzung könne sie derzeit nicht arbeiten. „Ohne den Don-Bosco-Club hätten wir den Jugendtreff vier Wochen lang zusperren müssen, aber jetzt werde ich wunderbar vertreten.“ Abgesehen davon sei ein fachlicher Austausch möglich, in Teamsitzungen könnten neue Ideen geplant werden. Ihr Fazit: „Ein ganz großer Gewinn, besser könnte es nicht gehen.

Dank vom Jugendbeauftragten

Der Jugend-Beauftragte Kilian Spindler bedankte sich bei seinen Ratskollegen, dass sie vor einigen Monaten der Kooperation mit dem Don-Bosco-Club zugestimmt haben: „Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass eine Gemeinde pädagogisches Personal finanziert.“ Gerade in der momentanen Vertretungssituation könne man den Wert sehen, den die Zusammenarbeit hat. Über die teilweise Übernahme der laufenden Kosten müsse man im Rat reden. Eventuell könne man auch mit der Pfarrgemeinde über dieses Thema sprechen: „Wir reden hier über ein paar Hundert Euro pro Jahr.“ Insgesamt sei es „schön, dass wir das vor Ort realisieren können“.

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