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Beendet ihre Corona-bedingte Zwangspause: Die Stiftung Nantesbuch bei Bad Heilbrunn.

Auf Gut Karpfsee

Gut Nantesbuch startet wieder: Kunstgenuss nur nach Anmeldung

  • Franziska Seliger
    vonFranziska Seliger
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Nach einer mehrmonatigen Corona-Zwangspause nimmt die Stiftung Nantesbuch an diesem Donnerstag ihren Betrieb wieder auf. Allerdings unter strikten Auflagen. 

Bad Heilbrunn – „Wir freuen uns sehr, die Besucher wieder persönlich im Langen Haus empfangen zu können“, kommentiert Pressesprecherin Anke Michaelis die Wiedereröffnung des Anwesens bei Bad Heilbrunn – einem Ort, an dem sich Natur und Kunst miteinander verbinden sollen. Seit März sei die Einrichtung der Stiftung geschlossen gewesen.

 „In der zurückliegenden Corona-Pause konnten wir 15 geplante Veranstaltungen nicht durchführen“, bilanziert Michaelis. Schon die Saison-Eröffnung, die jährlich mit einem großen Frühjahrsfest gefeiert wird, zu dem üblicherweise über 1000 Gäste erwartet werden, habe abgesagt werden müssen. Zwar habe die Stiftung in den vergangenen Wochen mehrere digitale Angebote gemacht, etwa das internationale Kunstprojekt „Dawn Chorus“ zum Thema Vogelstimmen. Die sinnliche Erfahrung von Kunst und der Austausch mit der Natur habe aber natürlich gefehlt.

Zum Auftakt sind auf Gut Nantesbuch wundersame Verwandlungen zu sehen

Den Auftakt zur heutigen Wiedereröffnung bildet die Vernissage zur Werkschau „Exakte Grauzonen – 14 wundersame Verwandlungen von Mensch und Tier“. Diese Ausstellung im Langen Haus markiert laut Michaelis den verspäteten Beginn der neuen Reihe „Blickpunkte“, die eigentlich schon im Frühling hätte starten sollen. „Die ,Blickpunkte‘ sind kuratierte künstlerische Werkschauen in und um das Lange Haus, die künftig temporär gezeigt werden und auf das jeweilige Jahresthema reagieren“, erläutert Michaelis. Das Jahresthema 2020 laute „Bestimmung“.

Wie viel Tier steckt noch im Menschen? Dieser Frage können die Besucher bei der Werkschau „Exakte Grauzonen“ nachgehen. Hier eine Arbeit des Künstlers Alessandro Gallo.

„Exakte Grauzonen“ zeigt fotografische Arbeiten der niederländischen Künstlerin Juul Kraijer im Dialog mit Skulpturen von Alessandro Gallo, Elke Härtel, Tanja Fender und Kiki Smith. „Die Werkschau entführt assoziativ in ein künstlerisches Reich, in dem die Hierarchien zwischen Mensch und Tier verschwimmen“, beschreibt Michaelis. Die Vernissage sei bereits ausgebucht. Die nächste Gelegenheit für Besucher, die Werke zu sehen, gebe es am Donnerstag, 25. Juni, um 18 Uhr.

Moosbrand-Literaturfestival auf Gut Nantesbuch soll auf alle Fälle stattfinden

Das weitere Jahresprogramm habe Corona-bedingt „leider etwas ausgedünnt“ werden müssen, sagt Michaelis. Unter anderem deshalb, weil manche Künstler nicht anreisen könnten. Das „Moosbrand“-Literatur- und Musikfest Ende September soll aber „auf jeden Fall“ stattfinden. Viele Veranstaltungen seien bereits ausgebucht. Es gebe Wartelisten. Aber: „Wir suchen nach kreativen Ideen, die Kapazitäten zu erweitern“, so Michaelis.

Bereits am 4. Juli ist eine Freiluft-Veranstaltung mit dem Titel „Garten 5.0 – Die Weisheit des Gärtners von morgen“ geplant, bei der es um die Grenzen von Wildnis und Kulturgarten gehen wird. Am Abend werde dann die zweite „Blickpunkt“-Veranstaltung unter dem Titel „Luftzaun“ von Thomas Rentmeister eröffnet. „Die Teilnahme an der Vernissage im Freien ist kostenfrei. Wir bitten aber um Anmeldung“, so Michaelis.

Mit der Veranstaltungsplanung ist man auf Gut Nantesbuch noch vorsichtig

Generell müssten sich die Besucher künftig immer anmelden, wenn sie Schauen, Führungen oder Veranstaltungen der Stiftung besuchen möchten, betont die Sprecherin. Karten direkt buchen könne man derzeit noch gar nicht, denn: „Wir sind noch vorsichtig mit unserer Veranstaltungsplanung.“ Außerdem müssten zahlreiche Vorgaben zu Hygiene und Abstandsregeln erfüllt werden. Beispielsweise sei es recht unterschiedlich, wie viele Gäste eine Veranstaltung überhaupt besuchen dürften. Das hänge unter anderem davon ab, ob sie im Freien oder drinnen stattfindet oder ob Speisen serviert werden. Ein Mundschutz müsse in den Gebäuden immer getragen werden.

Lesen Sie auch: Musik-Legende lauscht in Nantesbuch dem Sound der Natur

Aufgrund der Corona-Schutzmaßnahmen könne derzeit der gefragte Transfer-Service aus München und Penzberg zu den Veranstaltungen nicht angeboten werden. Michaelis: „Wir hoffen aber, ihn spätestens zu ,Moosbrand‘ wieder einsetzen zu können.“

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