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Ideen für die Ortsmitte sammeln und notieren: Dieses Ziel verfolgte Freie-Wähler-Ortschef Konrad Specker (links) beim Bürgerfrühschoppen im Café Waldrast.  

Diskussion bei den Freien Wählern

Heilbrunner Ortsmitte: Gesamtstrategie muss her

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Es ist das Thema, das die meisten Heilbrunner derzeit bewegt: Wie soll sich die Ortsmitte entwickeln?

Bad HeilbrunnWo will Bad Heilbrunn hin? Ohne stimmige Gesamtstrategie keine stimmige Ortsmitte: Darin waren sich Bürger bei einer Diskussion der Freien Wähler einig.

„IDEEN-Sammlung“ stand fett auf dem Flipchart, das die Freien Wähler (FW) im Café Waldrast aufgebaut hatten. Die Gemeinderäte wollten sich vor der Klausurtagung am 5. Mai Anregungen von den Bürgern zur Gestaltung der Heilbrunner Ortsmitte holen. Nach eineinhalb Stunden Diskussion hatte der FW-Vorsitzende Konrad Specker das große Papier vollgeschrieben – mit vielen verschiedenen Stichpunkten.

Hotelansiedlung, Dorfplatz, Verkehrskonzept: Die Debatte der rund 25 Interessierten wanderte wild zwischen den Themen hin und her. Einig waren sich die Anwesenden aber in einem: Ohne stimmige Gesamtstrategie keine stimmige Ortsmitte.

Einen „zwanglosen Bürgerfrühschoppen ohne Expertenrunden und lange Vorträge“ hatte sich Specker gewünscht. Vorneweg schickte er nur eines: „Wir müssen eine Richtung einschlagen.“ Die Tagesordnung für die Klausurtagung stehe bereits. Die Gemeinderäte wollen beschließen, mit welchem der drei Siegerbüros aus dem Realisierungswettbewerb sie zusammenarbeiten. Außerdem werde man Prioritäten setzen, welches Gebiet zunächst entwickelt wird. Die Freien Wähler sprechen sich laut Specker hier geschlossen für das geplante Dorfzentrum rund um St. Kiliansplatz und Rathaus aus. Ein Dorfplatz, Wohnhäuser, Grün- und Gewerbeflächen sowie ein Hotel sollen das neue Dorfzentrum beleben: Was genau wo gebaut wird, werde aber am kommenden Samstag noch nicht abschließend entschieden, betonte Specker.

Helge Stache äußerte die Befürchtung, dass durch übermäßige Wohnbebauung ohne Gewerbe „Dörfer im Dorf“ entstehen könnten. „Heilbrunn wird zum Schlafort verkommen.“ Außerdem plädierte er – wie seine Freundin Beatrice Möstl und Dieter Kugler – für eine Art Bio-Hotel – „irgendwas Spezielles, Regionales“. Ein 120-Betten-Hotel hatte die Gemeinde im Realisierungswettbewerb als Vorgabe festgesetzt. „Es geht aber auch anders“, sagte Kugler. Auch ein 40- oder 60-Betten-Haus könne mit dem richtigen Konzept funktionieren. FW-Gemeinderat Anton Lindmair warf ein, dass sämtliche Hotel-Investoren eine Querfinanzierung über den Bau von Wohnhäusern fordern würden. Kugler hielt dagegen: „Ein wirklich gutes Projekt braucht keine Querfinanzierung.“

Specker störte sich daran, dass es beim Thema Hotel „seit Jahren zu keinem Entschluss kommt“ und wollte deshalb die Diskussion auf das Geschehen im Ortszentrum lenken. Dort lebt Beatrice Möstl, die sich Gedanken über einen belebten Dorfplatz machte. Ein wöchentlicher Bauernmarkt zu attraktiven Zeiten für Berufstätige schwebt ihr vor. Um den Ortskern lebens- und liebenswert zu gestalten, sei eine wohlbedachte Planung der Verkehrsführung nötig. „An einem Markt dürfen nicht die Autos vorbeirauschen.“ Möstl plädierte für eine Tiefgarage, in die man von der Ortsdurchfahrt einfahren kann. „Dann müssen die Leute halt ein paar Meter ins Zentrum gehen.“

Während schon beim Stichwort Tiefgarage einige murrten, fand ein weiterer Vorschlag von Möstl keine Kritiker: „Man müsste vorhandene Strukturen mit Neuem vernetzen.“ Sie dachte speziell an die Gesundheits- und Kräuterangebote, die gut mit dem Konzept eines Bio-Hotels harmonieren würden.

tobias gmach

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