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Blickte auf den Kauf der Hoefter-Flächen zurück und auf die weitere Entwicklung voraus: Bürgermeister Thomas Gründl bei der gut besuchten Heilbrunner Bürgerversammlung im Kursaal. 

Bürgerversammlung

Heilbrunner Ortsmitte: „Jetzt geht die Arbeit erst los“

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Bad Heilbrunn - Während Bürgerversammlungen andernorts oft vor sich hindümpeln, konnte sich Heilbrunns Rathauschef Thomas Gründl am Montag nicht über mangelndes Interesse beschweren. Der Kursaal war voll. 

Den großen Knaller hatte Gründl dieses Mal nicht dabei. Anders als im Vorjahr, als er in der Bürgerversammlung verkündet hatte, dass die Gemeinde nach einem jahrzehntelangen Eiertanz die Flächen der Kurfürstin GmbH im Ortszentrum erworben hat. „Das war ein Befreiungsschlag für Heilbrunn“, sagte Gründl jetzt, ein Jahr später. Die Ruine des Kurhotels ist verschwunden, die Planungen für die Ortsmitte laufen (wir berichteten). „Jetzt geht die Arbeit eigentlich erst los“, befand Gründl. Ein Ideenwettbewerb soll Impulse für die künftige Entwicklung bringen. Gründls persönliche Wünsche: „Vielleicht ein Maibaum, eine Eisdiele und ein Bistro, einfach Orte, an denen man sich wohlfühlt und stehenbleibt.“

Auch die Planungen für den Supermarkt auf dem „Blumenfeld“ an der B 472 laufen. Erst jüngst hatte sich der Gemeinderat für Vinzenz Murr als Investor entschieden. Bis Ende des Jahres soll der Bebauungsplan stehen. „Und ich hoffe, dass Ihr alle Eure Weihnachtseinkäufe 2017 schon im neuen Supermarkt erledigen könnt“, sagte Gründl. „Und Ihr müsst wirklich alle hingehen, damit wir den Markt die nächsten 150 Jahre haben.“ Möglichst zeitgleich soll auch der geplante Kreisverkehr in der B 472 fertig sein, der die Zufahrt zum Parkplatz des Geschäfts regelt. Derzeit laufe die Abstimmung mit dem Straßenbauamt. „Der Bau des Markts ist aber auch möglich, wenn der Kreisverkehr erst später kommt“, so der Rathauschef.

Ein wenig Sorge bereitet Gründl, dass die Zahl der Gewerbebetriebe zum ersten Mal in seiner achtjährigen Amtszeit leicht gesunken ist. „Daher sehe ich die Notwendigkeit zur Ausweisung eines weiteren Gewerbegebiets.“ Diese Auffassung teilt sein Gemeinderat. Für 1,7 Millionen Euro wurden Flächen gekauft, um das bestehende Gewerbegebiet am Schilcherholzweg zu spiegeln. Auch hier läuft das Bebauungsplanverfahren. „Wir haben schon über zwölf Anfragen.“ Natürlich würden heimische Betriebe bevorzugt, genaue Vergabekriterien seien aber noch nicht festgelegt, betonte Gründl.

Gute Nachrichten gab es für alle, die auf schnelles Internet hoffen. „Der Breitbandausbau beginnt Mitte März.“ Wer wo mit welcher Internetgeschwindigkeit rechnen kann, lässt sich auf bad-heilbrunn.de einsehen.

Bei den Tourismuszahlen gibt es einen „leichten Trend nach oben“, berichtete Gründl. Allerdings würden weitere Betten benötigt. „Die Anfragen werden mehr. Und die Hotels im Ort, die investieren, funktionieren auch.“

Gründl holte sich zudem einige „Gastredner“ auf die Bühne. Dritter Landrat Klaus Koch gab Einblick in die aktuelle Asyl-Entwicklung im Landkreis, Gemeinderat Anton Lindmair warb fürs Loisachgaufest, das vom 14. bis 18. Juli in Heilbrunn stattfindet. „Wir erwarten 2500 Teilnehmer. Das ist brutal viel Arbeit“, bat Lindmair um weitere Unterstützung von freiwilligen Helfern.

Daniela Malcher von der Firma LARS Consult berichtete, wie die Aufstellung des neuen Flächennutzungsplans läuft. Hier wünschte sich ein Bürger im Frageteil der Versammlung, dass auch die Entwicklung in Ortsteilen wie Obersteinbach mehr in die Planung mit einbezogen wird.

Ingrid Spindler stellte die Arbeit des Asyl-Helferkreises vor. Heilbrunn sei vor vier Jahren die erste Gemeinde im Landkreis gewesen, die Flüchtlinge aufgenommen habe. „Viele Orte haben unsere Form des Helferkreises übernommen.“ 38 Flüchtlinge leben derzeit in vier Häusern. „Der größte Teil sind Familien.“ Dazu kommen sieben junge Männer. „Fast alle haben Arbeit oder besuchen die Berufsschule“, berichtete Spindler. Auf den Helferkreis wartet nun aber eine weitere Herausforderung: Mitte März beginnt die Belegung der Leonardisklinik. 90 Plätze gibt es dort. „Vielleicht hat jemand Lust bekommen, uns zu unterstützen. Wir können jede Hilfe brauchen.“ Gesucht würde derzeit beispielsweise jemand, der Gitarrenunterricht gibt. Gefragt wären zudem Wohnungen für eine Familie und zwei Männer sowie Fahrräder, Toaster und Mikrowellen.

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