Ein Blick in die Vergangenheit: Der Abriss der Wandelhalle im Herbst 2015 und auch des Kurhotels machte den Weg für die Ortsmitte frei.
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Ein Blick in die Vergangenheit: Der Abriss der Wandelhalle im Herbst 2015 und auch des Kurhotels machte den Weg für die Ortsmitte frei.

Bebauungsplan im Gemeinderat

Heilbrunner Gemeinderat stellt heute Abend wichtige Weichen für Ortsentwicklung

  • Christiane Mühlbauer
    vonChristiane Mühlbauer
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Der Heilbrunner Gemeinderat stellt heute Abend eine wichtige Weiche für die Zukunft: Der Bebauungsplan „Neue Ortsmitte“ wird aufgestellt. Bürger können sich im Verfahren erneut dazu äußern.

Bad Heilbrunn – Mit der Neugestaltung der Ortsmitte hat die Gemeinde Bad Heilbrunn ein Großprojekt vor sich, das in den kommenden Jahren Schritt für Schritt verwirklicht werden soll. Viel ist darüber diskutiert worden, auch mit den Einwohnern. Nun werden rechtlich wichtige Schritte getan, um die ersten Projekte umsetzen zu können.

Der Bebauungsplan umfasst die Bereiche am ehemaligen Hoefter-Gelände, Malachias-Geiger-Weg und Parkweg, St. Kilians-Platz und Badstraße sowie das Areal am Rathaus. Insgesamt sind das 3,73 Hektar. Bürgermeister Thomas Gründl findet es „erfreulich, dass wir nach so vielen Jahren mit Verhandlungen, Workshops und Bürgerbeteiligungen jetzt einen rechtskräftigen Bebauungsplan aufstellen werden“.

Was ist genau geplant? Im Fokus steht erstmal das Areal am Malachias-Geiger-Weg, vor allem die neue Kindertagesstätte „Himmelszelt“. Sie soll am Lindenhügel, also unweit seines Trägers, der evangelischen Kirche, einen Standort erhalten. Das wurde schon beschlossen. Geschätzte Baukosten: 3,9 Millionen Euro. Die Gemeinde will den Bauantrag bis Mitte 2021 stellen und den Bau bis 2022 fertiggestellt haben, um den Baukostenzuschuss in Höhe von 80 bis 85 Prozent von der Regierung in Anspruch nehmen zu können. „Ich weiß, das ist sportlich, aber wir werden alle Hebel in Bewegung setzen“, sagt der Bürgermeister angesichts der Kosten.

Ebenfalls wichtig ist der Gemeinde, am Malachias-Geiger-Weg ein kombiniertes Wohn- und Ärztehaus mit Apotheke zu errichten. Auch hier gibt es eine Förderung vom Freistaat, rund 30 Prozent Unterstützung für die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum. Vorarbeiten, etwa die Erstellung eines Bodengutachtens, sind bereits am Laufen, so Gründl.

Im weiteren Verlauf des Malachias-Geiger-Wegs sollen dann zwei Doppelhäuser und ein Mehrfamilienhaus gebaut werden. Gründl will das Projekt in zirka zwei Jahren anpacken. Bürger, die Interesse haben, hier zu bauen oder zu wohnen, können sich schon jetzt im Rathaus melden. Über Nachfrage und genauen Bedarf Bescheid zu wissen, sei für die Gemeinderäte wichtig, so Gründl. Über Vergaberichtlinien sei hier noch nichts beschlossen worden. Das Gleiche gilt für den Bereich am St. Kilians-Platz. Hier sollen drei Häuser errichet werden, Konkretes ist noch nicht entschieden. Es soll jedoch eine Tiefgarage geben. Außerdem will die Gemeinde hier den Dorfplatz schaffen. Grundsätzlich sei ihm „eine behutsame Entwicklung des gesamten Areals wichtig“, sagt Gründl, unter anderem, um die kommunale Infrastruktur nicht an ihre Grenzen zu bringen.

Weniger Priorität hat derzeit das Rathaus. Hier steht aber mittelfristig ein barrierefreier Anbau auf der To-do-Liste der Gemeinde.

Die Aufstellung dieses Bebauungsplans werden die Räte heute Abend beschließen. In einigen Tagen kann man ihn sowohl im Rathaus als auch online einsehen. Bürger haben dann vier Wochen Zeit, um schriftlich eine Stellungnahme abzugeben. Außerdem werden die „Träger öffentlicher Belange“, also Ämter und Behörden, eine Begutachtung abgeben. Dann wird der Gemeinderat erneut darüber öffentlich diskutieren, die Stellungnahmen abwägen und sie gegebenenfalls einarbeiten. „Wir können es nicht jedem recht machen“, sagt Gründl. In der Folge findet erneut eine öffentliche Auslegung statt. Die beliebte Baum-Allee auf dem ehemaligen Hoefter-Gelände bleibt übrigens erhalten.

Die Sitzung beginnt um 19.30 Uhr im Kursaal. Es geht auch ums Feuerwehrhaus in Mürnsee.

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