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Der Siegerentwurf eines Berliner Architektenbüros steht in der Mitte im Ausstellungsraum in der Heilbrunner Parkvilla. Bernhard Leiher ist einer der Dorfbewohner, die sich für die 13 ganz unterschiedlichen Modelle interessieren.

Bewohner besichtigen Architektenentwürfe

Heilbrunner Ortsmitte: So denken die Bürger

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Ein Herz für Heilbrunn: Wie das aussehen könnte, dürfen die Bewohner in der Parkvilla besichtigen. Wie finden sie die Architekten-Entwürfe? Und was wünschen sie sich für die neue Dorfmitte? Ein Stimmungsbild.

Bad Heilbrunn – Um sich in der neuen Bad Heilbrunner Ortsmitte zu orientieren, fahren die Dorfbewohner mit den Fingern auf großen Lageplänen herum.Oder sie fragen ihre Nachbarn, was aus diesem oder jenem Gebäude eigentlich werden soll. Ohne Orientierung geht es nicht, hier im zweiten Stock der Parkvilla: Denn dort gibt es gerade 13 Heilbrunner Ortsmitten zu sehen. So viele Architektenentwürfe zur Gestaltung des Dorfzentrums sind zur Besichtigung ausgestellt. 13 Modelle und Infotafeln: ein mächtiger Fundus an Ideen für die Zukunft der Gemeinde.

Bernhard Leiher steht vor dem Modell des Berliner Büros, das die Jury des Realisierungswettbewerbs zum Sieger gekürt hat. „Der Ortskern mit den Wohnhäusern ist sehr schön angeordnet“, sagt er. Darunter würde Leiher, der seit sieben Jahren unweit des großen Planungsgebiets wohnt, gerne Tiefgaragen sehen – „auch wenn es teuer ist“. Der 67-jährige Rentner betreute einst die Tölzer Projekte „Schnecke“ und Tourist-Info als Bauleiter. Der aus vier Gebäuden bestehende Hotelentwurf der Berliner gefällt ihm nicht. „Das ist mir zu zerstückelt. Ein Hotel muss kompakt sein.“ Sonst seien die Wege für Personal und Gäste zu weit, findet Leiher.

Lisa Buhl gefällt der zweitplatzierte Entwurf von einem Stadtplaner aus Stuttgart. „Die lockere Bebauung mit Mehrfamilienhäusern ist schön.“ Die 68-Jährige und ihr Mann, 72, beobachten die Entwicklung der Ortsmitte besonders genau. „Wir haben ein Haus in der Nähe, würden aber altersbedingt-vorausschauend gerne in eine Wohnung im Erdgeschoss ziehen“, sagt Jochen Buhl. Das Paar hofft deshalb, dass in absehbarer Zeit gebaut wird. „Sonst ist uns das zu spät.“

Treffpunkte schaffen - gerade für die Jugend

Mit Hoffnungen ist auch Barbara Adlwart in die Parkvilla gekommen: Die 30-Jährige, die im Ortsteil Achmühl wohnt, möchte sich einen Überblick verschaffen. Und sie wünscht sich „viel Bäume und grün“ im Zentrum. „Gut wäre auch ein Platz, an dem man Dorffeste veranstalten kann. Ob Ober- und Unterbuchen, Steinbach oder Mürnsee: Alle kochen ihr eigenes Süppchen. Hier könnte man sie vielleicht zusammenbringen“, sagt Adlwart.

Treffpunkte schaffen, gerade für die Jugend: Das wäre Brigitte Albrecht ein Anliegen. Zur grundsätzlichen Ausrichtung der Gemeinde vertritt sie eine ganz klare Haltung: „Man denkt hier nicht an Kinder, sondern meist nur daran, ein Kurort sein zu wollen. Aber wir sind keiner mehr.“ Ein paar ganz gute Ideen seien aber dabei. Angetan hat ihr es zum Beispiel der Entwurf Nummer elf mit einem lang gezogenen Markt, der von einem Züricher Architekten stammt. „Es sollte nicht alles zugebaut werden“, sagt die Heilbrunnerin. Man solle den Blick auch mal in die Ferne schweifen lassen können.

Peter Hendel, ursprünglich aus Berlin, lebt erst seit zwei Jahren in Heilbrunn. „Wichtig ist erstmal, dass der Supermarkt endlich gebaut wird“, sagt er. Der Ort könne ein bisschen Belebung vertragen – „eine kleine Fußgängerzone mit ein paar Schaufenstern vielleicht. In den Wintermonaten ist hier ja tote Hose. “

Viele Anregungen, nichts entschieden

Anregungen gibt es viele in Heilbrunn, entschieden ist noch nichts. Das Berliner Siegerbüro darf zwar gemeinsam mit der Gemeinde den Bebauungsplan aufstellen. In den können aber Ideen sämtlicher Entwürfe einfließen. In der Parkvilla dürfen die Bewohner noch bis 25. Februar per Zettel für eine der 13 Visionen abstimmen. Am 5. März soll dann in einer Bürgerversammlung über die Gestaltung diskutiert werden. Bürgermeister Thomas Gründl wünscht sich, dass sich viele schon im Vorfeld beteiligen. „Jetzt geht es wirklich darum, was hier in den nächsten Jahrzehnten entstehen wird“, sagt er. Resonanz hat der Rathauschef schon bekommen. Mit einigen Heilbrunnern habe er persönliche Gesprächstermine vereinbart.

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