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Als der Reindlbach im Jahr 2014 drohte, übers Ufer zu treten, sicherte die Freiwillige Feuerwehr das Gasthaus Reindlschmiede mit Sandsäcken. 

Hochwasserschutz

Heilbrunner Reindlbach soll gezähmt werden

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Bad Heilbrunn – Immer wieder tritt der Heilbrunner Reindlbach über die Ufer. Überschwemmungen drohen. Nun wird beraten, wie sich das Problem lösen lässt.

Der Landkreis wurde heuer weitgehend von Hochwasserschäden verschont, während sich in Niederbayern kleine Bächlein zu reißenden Flüssen verwandelt haben. Trotzdem hat die Gemeinde Bad Heilbrunn nicht vergessen, wie es zum Beispiel im Jahr 2014 war, als der Reindlbach drohte, übers Ufer zu treten. Auch vergangenes Jahr musste die Feuerwehr im Bereich des Wurzelschnitzers massiv abpumpen. „Das war ein größeres Problem“, sagt Bürgermeister Thomas Gründl.

Der Gemeinderat spricht in seiner Sitzung am Dienstag darüber, wie der Reindlbach künftig vor Hochwasser geschützt werden kann. „Wir konnten in einem ersten Gutachten nachweisen, dass mehr als drei Häuser in diesem Bereich im Hochwasserfall betroffen sind“, sagt Gründl. Das ist die Voraussetzung für eine Förderung von 50 Prozent. Den Rest der Kosten muss die Gemeinde tragen. Vor rund drei Monaten erhielt das Ingenieurbüro Kokai aus Polling den Zuschlag und hat drei Varianten für den Hochwasserschutz erarbeitet. Diese werden in der Gemeinderatssitzung vorgestellt.

Der Reindlbach wird durch den Zusammenfluss vom Stallauer Bach und Heubach nördlich von Bad Heilbrunn gebildet. „Er fließt von Reindlschmiede, über den Wurzelschnitzer bis zur Loisach“, sagt Gründl. Der Reindlbach sei das erste Gewässer, an dem die Gemeinde merke, dass Hochwasser kommt. „Er steigt stark an, wir müssen immer alarmiert sein, ob wir Sandsäcke brauchen.“

Die stapelt die Freiwillige Feuerwehr im Ernstfall zusammen mit Bierbänken auf, um den Ortsteil zu schützen. Sandsäcke sind bei Hochwasser auch im Ortsteil Kiensee nötig, weil der Damm zu niedrig ist. Der Wurzelschnitzer liegt dort in einer Senke, aus der das Wasser im Ernstfall gepumpt werden muss.

Das schlimmste Szenario wäre laut Gutachten ein hundertjährliches Hochwasser. Die Leistungsfähigkeit des Reindlbachs würde nicht ausreichen, um den Abfluss zu gewährleisten. Es würde zu großflächigen Überschwemmungen in Reindlschmiede und Kiensee kommen. Die Bundesstraße 11 würde überströmt werden.

„Nötig ist die Erhöhung des Dammes, eine Vergrößerung des Durchlasses an der Straße und die Schaffung einer Mulde im Bereich Reindlschmiede als Alternativroute für den Bach.“ Die Umsetzung des wirtschaftlichen Plans würde 200 000 Euro kosten.

Sobald der Gemeinderat sich für eine der drei Varianten entschieden hat, will Gründl Kontakt zu den Grundstückseigentümern aufnehmen. „Ich will keine Verunsicherung schaffen, sondern erklären, was vor der Haustür passiert.“

Die Hochwasserschutzmaßnahme soll laut Gründl so bald wie möglich umgesetzt werden. „Wir wollen im Laufe des Jahres mit den Anwohnern diskutieren und die Ausschreibung durchführen, damit wir nächstes Jahr beginnen können.“ Susanne Weiss

Die Sitzung beginnt am Dienstag, 5. Juli, um 19.30 Uhr im Sitzungssaal des Bad Heilbrunner Rathauses. Auf der Tagesordnung steht auch die Ortsentwicklung. In diesem Zusammenhang geht es neben dem städtebaulichen Ideenwettbewerb auch um die Wohnraumentwicklung in der Gemeinde. 

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