1. Startseite
  2. Lokales
  3. Bad Tölz
  4. Bad Heilbrunn

„Ich wollte auch aufs Spielfeld laufen“

Erstellt:

Von: Elena Royer

Kommentare

Startet in der JU durch: Josef Rohrmoser aus Bad Heilbrunn wurde vor Kurzem zum Vorsitzenden der Jungen Union Oberbayern gewählt.
Startet in der JU durch: Josef Rohrmoser aus Bad Heilbrunn wurde vor Kurzem zum Vorsitzenden der Jungen Union Oberbayern gewählt. © Privat

Josef Rohrmoser konnte sich früher nie vorstellen, in die Politik zu gehen. Doch jetzt ist er einer der erfolgreichsten jungen Politiker im Landkreis.

Bad Heilbrunn - Josef Rohrmoser sitzt heute unter anderem im Gemeinderat in Bad Heilbrunn, ist Kreisvorsitzender der Jungen Union Bad Tölz-Wolfratshausen und seit Kurzem sogar Vorsitzender der Jungen Union Oberbayern. Schon früh kam der 24-Jährige mit Politik in Berührung. „Meinen Eltern gehört das Gasthaus Reindlschmiede in Bad Heilbrunn“, sagt Rohrmoser. „Im Gasthaus ist auch immer ein Wahllokal. Schon als kleiner Bub fand ich die ganzen Vorgänge dort spannend und hab’ den Wahlhelfern immer Kaffee gebracht. So war ich von klein auf mit dem Thema in Berührung, und mein Interesse ist nie abgerissen.“ Trotzdem war es für Rohrmoser nie vorstellbar, selbst Mitglied einer Partei zu werden. „Ich hatte Vorbehalte und habe mir das anders vorgestellt, als es ist – wie ich heute weiß.“

Und doch hat sich der Bad Heilbrunner schon immer irgendwo engagiert. Sei es während seiner Schulzeit in der Realschule Bad Tölz als Schülersprecher, bei der Feuerwehr oder als Ministrant. „Das hab’ ich gerne gemacht. Ich war schon immer ein Organisator.“ Nach seinem Schulabschluss begann der Bad Heilbrunner dann in München eine Ausbildung zum Bankkaufmann. Heute sagt er: „Dadurch bin ich politisiert worden.“ Er habe einfach gemerkt, dass für Azubis kaum Politik gemacht werde. Es habe immer geheißen: „Da müssen wir was machen“, geändert habe sich jedoch wenig. „Also dachte ich mir: Das mag ich ändern.“

Rohrmoser fand die meisten Übereinstimmungen bei der CSU

Ein Klassenkamerad in der Berufsschule animierte Rohrmoser dann dazu, sich politisch zu betätigen. „Ich fand das ganz interessant und habe mir die Programme der einzelnen Parteien angeschaut.“ Dabei fand er die meisten Übereinstimmungen bei der CSU. „Trotzdem war ich immer noch der Meinung, dass da bestimmt alle so versnobte Leute mit Cordhosen und Bootsschuhen sind.“ Heute weiß er: „Ein paar erfüllen dieses Klischee, aber 98 Prozent nicht.“

Rohrmosers Eltern haben sich nie großartig politisch engagiert. „Die wissen auch nicht, woher das Interesse bei mir kommt“, sagt der Bad Heilbrunner und lacht. Seit 2019 ist Rohrmoser Kreisvorsitzender der Jungen Union Bad Tölz-Wolfratshausen. Dadurch und auch durch den Bad Heilbrunner Gemeinderat hat der 24-Jährige gemerkt, dass man „echt was auf die Straße bringen kann. Seitdem ich mich engagiere, habe ich immer überlegt, was bewegt die Leute und besonders die junge Generation.“

„Ich will der jungen Generation eine Stimme geben“

Mitte Juni erreichte Rohrmoser dann ein Anruf von Daniel Artmann, dem bisherigen JU-Bezirksvorsitzenden. Er fragte bei Rohrmoser an, ob er sich vorstellen könne, das Amt zu übernehmen, da er aufhöre. „Ich habe gemerkt, dass vieles zwar schon gut läuft, aber manches besser laufen könnte“, sagt Rohrmoser. „Und ich meine zu wissen, wie es besser laufen kann. Das hat mir bei meiner Entscheidung geholfen. Ich wollte nicht nur an der Seitenlinie stehen, sondern auch aufs Spielfeld laufen.“ Am 29. August setzte sich Rohrmoser dann gegen Christoph Picker aus Starnberg durch. Als Bezirksvorsitzender sieht sich der 24-Jährige als Dienstleister für die rund 5500 Mitglieder, die die JU Oberbayern zählt. „Ich will unserer Generation eine Stimme geben.“

Er ist der Meinung, dass in der CSU viele Dinge geändert werden können. „Wir müssen ,out of the box‘, also unkonventionell, denken, und die Partei sollte sich auch immer wieder hinterfragen.“ Sich ständig nur zu loben, ist seiner Meinung nach falsch, denn „wir müssen auch junge Ideen einbringen und junge Ideen kommen nun mal aus jungen Köpfen“.

Die Vorteile, wenn man sich politisch engagiert, sieht Rohrmoser darin, dass man sich in relativ kurzer Zeit Gehör verschaffen könne. „Und auch, wenn man mal Gegenwind bekommt, kommt man zum Überdenken des eigenen Standpunkts“, sagt er. „Denn die eigene Meinung ist auch nicht immer die richtige.“

Freunde verstehen, dass er so wenig Zeit hat

Ausgleich neben seiner politischen Tätigkeit und seinem Beruf als Personalreferent bei der Sparkasse München zu finden, ist für den 24-Jährigen oft nicht einfach. „Trotzdem ist es schön, wenn es kurzfristig klappt und ich mich mit Freunden treffen, eine Halbe Bier aufmachen und ein Fußballspiel anschauen kann.“

Seine Freunde verstehen es, dass er so wenig Zeit hat, sagt Rohrmoser. „Solche Freunde muss man haben. Die würden mir immer zu Hilfe kommen, egal, was ist, und dafür bin ich sehr dankbar.“

Noch mehr Nachrichten aus der Region Bad Tölz lesen Sie hier. Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s jetzt auch in unserem neuen, regelmäßigen Bad-Tölz-Newsletter.

Auch interessant

Kommentare