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Vor Gericht

Im Internet eingekauft und nicht bezahlt: Saftige Strafe

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Sie tätigte Einkäufe im Internet mit den Kundendaten ihres Ex-Mannes, ohne diesen darüber zu informieren. Dafür muss eine Servicekraft (29) nun teuer bezahlen.

Bad Heilbrunn/Wolfratshausen Wegen Betrugs in zwei Fällen sowie Fälschung beweiserheblicher Daten wurde die ehemalige Bad Heilbrunnerin vom Amtsgericht Wolfratshausen zu 2600 Euro Geldstrafe verurteilt. Damit kam die Frau noch gut davon, denn zum Tatzeitpunkt Anfang 2017 stand sie unter offener Bewährung.

Womöglich wäre die Sache nicht ans Licht gekommen, hätte nicht der Ehemann im September 2017 interessehalber für sich eine Schufa-Auskunft angefordert. Die war negativ, weil über seinen Kunden-Account Bestellungen getätigt aber nicht bezahlt worden waren. „Aber das waren Beträge, mit denen ich nichts anfangen konnte“, erzählt der Mann (31) vor Gericht. Er erstatte Anzeige gegen Unbekannt. Mitte 2018 habe sich seine Ex-Frau gemeldet und „gebeichtet“, dass sie Kleidung (73,93 Euro) und ein Faschingskostüm für ihren Sohn (34,98 Euro) bestellt hatte. „Hätte sie gefragt, hätte ich nein gesagt“, betonte der Zeuge, „wir waren ja schon geschieden“. Allerdings erklärte er auch, dass er „prinzipiell kein Interesse an einer Strafverfolgung“ seiner geschiedenen Frau habe, „sofern geregelt wird, dass die Einträge aus der Schufa gelöscht werden.“

Nach Auffassung des Gerichts wäre die Angeklagte nicht in der Lage gewesen, die Sachen zu bezahlen. Das habe die Servicekraft gewusst, da sie seinerzeit lediglich einen Aushilfsjob auf 450-Euro-Basis hatte. „Kurz und bündig: Sie hatte keine Kohle“, stellte Richter Helmut Berger fest. „Dann darf ich auch nichts bestellen.“

Zumal da noch eine offene Bewährung war: Weil sie eine EC-Karte gestohlen und damit eine Zahnarztrechnung über 14 000 Euro bezahlt hatte, war sie wegen Betrugs und Diebstahls im Herbst 2014 zu zehn Monaten Haft verurteilt worden.

Dennoch folgte Berger dem „sehr überlegten und moderaten Antrag“ des Staatsanwalts und verurteilte die Servicekraft zu einer Geldstrafe von 75 Tagessätzen zu je 35 Euro, gesamt 2625 Euro. „Bei offener einschlägiger Bewährung gibt’s normalerweise nur eine Vollzugsstrafe“, betonte der Richter abschließend. 

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