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Kollektiver Jubel – zuletzt wieder eine häufigere Szene beim SV Bad Heilbrunn: Nach dem 1:0 von Benedikt Specker (verdeckt) gegen den TuS Geretsried feiern (v. li.) Max Specker, Toni Krinner und Co. den Torschützen.

FUSSBALL: LANDESLIGA SÜDWEST

In der Krise die Nerven bewahrt

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Der SV Bad Heilbrunn ist nach der Talfahrt aus dem Gröbsten raus. Obendrein hat Trainer Walter Lang verlängert und stellt zwei Neuzugänge vor: Felix Gellner und Peter Auer.

Bad Heilbrunn – Drei Jahre lang sind die Kicker des SV Bad Heilbrunn von Erfolg zu Erfolg geeilt, von Liga zu Liga aufgestiegen – zuletzt in die Landesliga Südwest. Spätestens hier war jedem klar, dass die Siegesserie ein jähes Ende finden würde. Und das tat sie auch. Nach 21 Punktspielen in der sechsthöchsten Fußball-Liga Deutschlands haben die Kicker vom Krebsenbach lediglich fünf Siege verbucht und stehen auf Platz 16 – einen Punkt vom direkten Abstieg entfernt.

Verletzungsmisere beginnt schon im zweiten Training

Trainer Walter Lang zieht dennoch ein nicht allzu düsteres Fazit, und das, obwohl die Saison nicht schlechter hätte beginnen können. Bereits im zweiten Training verdrehte sich Innenverteidiger Florian Kapfhammer ohne Fremdeinwirkung das Knie – Kreuzbandriss. Schwere Verletzungen mit entsprechend langen Ausfallzeiten schlossen sich an: Max Schnitzlbaumer, Andreas Specker (beide Bänderriss) und

Anton Krinner (Knorpelschaden). Torwart Christoph Hüttl spielte zwar, quälte sich aber wochenlang mit einem gebrochenem Zeh herum. Seine technischen Fußballer-Qualitäten konnte er in dieser Zeit kaum ausspielen. So reihten sich sieben Niederlagen aneinander – zum Teil bittere wie das 1:6 gegen Egg. „Aber selbst in dieser langen Krise sind Mannschaft und Verein ruhig geblieben“, sagt Lang.

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Die Geduld zahlte sich aus. Zwei Acht-Punkte-Serien führten die Heilbrunner wieder heraus aus dem Tabellenkeller. Großen Anteil daran hatten laut Lang „die beiden Kippspiele gegen Jetzendorf und Durach“, die diese Serien überhaupt erst möglich machten sowie das „Bombenspiel“ gegen den TuS Geretsried. „Die wissen bis heute nicht, wie sie zu dem einen Punkt gekommen sind“, feixt Lang. Doch trotz der ansteigenden Formkurve hätte er nicht erwartet, so schnell den Anschluss ans hintere Mittelfeld herzustellen. „Fast schade, dass wir bei diesem Lauf nicht noch beim Spitzenreiter antreten durften.“ Die Gundelfinger hatten die Partie Ende November wegen ihres angeblich unbespielbaren Platzes abgesagt.

Verstärkung durch Peter Auer und Felix Gellner

„Jetzt fehlen uns noch vier Punkte zum direkten Klassenerhalt“, rechnet der Trainer den Rückstand auf die punktgleichen TSV Gilching (13.) und SC Ichenhausen (12.) aus. Doch wie die Saison für den HSV auch endet – eines wird sich nicht ändern: Das Engagement von Trainer Walter Lang. Nach einem kurzen Gespräch vor ein paar Tagen waren sich Vorstandschaft und Trainer einig, die Zusammenarbeit – unabhängig von der Liga – ein weiteres Jahr fortzusetzen. „Ich habe das Gefühl, dass der Verein mit meiner Arbeit zufrieden ist“, freut sich Lang, der somit seine siebte Saison „bei diesem tollen Verein“ in Angriff nehmen wird.

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Dass man beim SV Bad Heilbrunn auch als auswärtiger Spieler gut aufgehoben ist, hat sich auch im Landkreisnorden herumgesprochen. Felix Gellner (SV Eurasburg-Beuerberg) und Peter Auer (FC Garmisch) schließen sich dem Verein an. Mit dem 19-jährigen Auer, der aus dem top-ausgebildeten Nachwuchs des TuS Geretsried entstammt, waren die Heilbrunner schon vor der Saison in Verbindung gestanden, aber der Defensivspezialist zog einen Wechsel ins Werdenfelser Land vor. Doch fünf Minuten im Landesliga-Team sowie zwei Einsätze in der Reserve (Kreisklasse) waren nicht das, was Auer suchte. Trainer Lang freut sich auf den „Perspektivspieler“. Der Defensiv-Allrounder könnte in der Innenverteidigung oder auf der Sechser-Position Lücken schließen – zumal Kapitän Sebastian Mertens mit seinen bald 35 Jahren über ein Karriereende nachdenkt.

Lang erwartet ein Hauen und Stechen in der Rückrunde

Felix Gellner indessen hat seine Qualitäten in der Offensive; neun Treffer hat er in neun Partien für den kriselnden SV Eurasburg erzielt. Nach Heilbrunn hat ihn Arbeitskollege Toni Pappritz gelotst, sehr zu Langs Freude. „Felix ist stabil und hat eine gute Technik.“ Man habe etliche Chancen liegenlassen, moniert der Trainer, obwohl die Heilbrunner von den sechs Teams im Tabellenkeller die meisten Tore (29) geschossen haben. „Gellner bringt diverse Fähigkeiten mit, die uns gut tun“, ist Lang überzeugt.

Anfang Februar wird Walter Lang seine Mannen zur Vorbereitung auf die Rückrunde (Beginn am 8. März) antreten lassen. Nach der Talfahrt bis auf den vorletzten Tabellenplatz sind die Heilbrunner nun aus dem Gröbsten raus. Die Spieler haben sich an Tempo, Intensität und Zweikampfhärte in der Landesliga gewöhnt. „Wir sind bereit“, sagt Lang. Realistisch sei für ihn gleichwohl noch immer ein Relegationsplatz. Sieben oder acht Mannschaften werden sich in der Rückrunde um den Klassenerhalt matchen. „Das wird ein Hauen und Stechen“, erwartet Lang eine packende zweite Saisonhälfte.

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