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„Statistisch gesehen lebt man im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen sehr sicher“: Polizeipräsident Robert Kopp (li.) be i seinem Vortrag, zu dem die Junge Union in die „Reindlschmiede“ eingeladen hatte. 

Info-Abend mit Polizeipräsident Robert Kopp

So verunsichert man Einbrecher

Wie sicher lebt man eigentlich im Tölzer Land? Berichte über Einbrüche in Wohnungen gibt es immer wieder. Nun stand Polizeipräsident Robert Kopp in Bad Heilbrunn Rede und Antwort.

Bad Heilbrunn – „Wir haben hier einen sehr guten Sicherheitszustand. Es ist das Gefühl der Unsicherheit, das in der Bevölkerung zunimmt.“ Damit räumte Robert Kopp gleich zu Anfang seines Vortrags zur Sicherheitslage im südlichen Oberbayern mit den vermeintlich zunehmenden Gefahren durch Migration und freie Grenzen auf.

Kopp, Polizeipräsident des Präsidiums Oberbayern-Süd, war am Dienstagabend zu einer Veranstaltung der Jungen Union (JU) nach Bad Heilbrunn gekommen. Auch die Polizeidienststellenleiter des Landkreises waren anwesend. Beim Themenabend mit der Frage „Leben wir im südlichen Oberbayern noch sicher?“ nahm er den Zuhörern diffuse Angstgefühle. Denn seit dem Raubmord von Höfen, bei dem im März zwei Menschen getötet wurden, sind offenbar viele verunsichert. Die Frage „Kann mir so etwas auch passieren?“, lockte offenbar viele zu dem Vortrag in der „Reindlschmiede“. „Statistisch gesehen lebt man im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen sicher, sogar sehr sicher“, betonte Kopp. Aber das Sicherheitsgefühl nehme ab. „Die Kölner Silvesternacht oder die in Bayern spürbarere terroristische Bedrohung spielen da hinein“, sagte Kopp. Wenn in der Nachbarschaft ein Einbruch wie in Höfen geschehe, schwinde das Gefühl noch weiter. „Die Tat ist aber nicht das klassische Beispiel für einen Wohnungseinbruch.“ Der Beamte schärfte den Zuhörern ein: „Wenn das Reinkommen dauert, sinkt die Chance, dass einer einsteigt.“ Klar sein müsse, dass ein gekipptes ein offenes Fenster sei. „Und wenn die Leiter im Garten steht, dann ist das eine Einladung.“ Eine sichere Terrassentür sei die halbe Miete. Wer im Urlaub ist, den könne eine Zeitschaltuhr fürs Licht schützen. „Vorm Urlaub nicht penibel aufräumen. Es ist gar nicht schlecht, im Garten das Kinderspielzeug liegen zu lassen,“ sagte Kopp. Der Nachbar sollte regelmäßig den Briefkasten leeren. „Und lieber einmal zu oft die 110 anrufen,“ beschwört Kopp.

Auch vor Legendenbetrügern warnte der Polizeipräsident. Dabei geben sich Fremde als Enkel, Neffen oder Hilfsbedürftige in Notsituation aus, um mit dieser Masche Senioren zu bestehlen.

Die große Polizeipräsenz in Südbayern ist laut Kopp auch weiterhin gewährleistet. Bürger, die helfen wollen, sollen sich in einer Sicherheitswacht engagieren. Den Job der Polizisten müssten die Laien aber nicht machen. Kopp: „Keine Sorge, auf Einbrecherjagd gehen wir schon selber.“ (von Nora Linnerud)

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