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Einen Kunstrasenplatz für Fußballspieler wollen die Gemeinden Bad Heilbrunn, Benediktbeuern und Bichl gemeinsam bauen. 

Interkommunales Projekt

„Kunstrasenplatz ist alternativlos“

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Bad Tölz-Wolfratshausen – Drei Gemeinden, ein Projekt: Bad Heilbrunn, Benediktbeuern und Bichl wollen  eine interkommunale Sportstätte errichten.

Immer zwischen Oktober und April haben die Loisachtaler Fußballvereine ein Problem. Die Plätze sind matschig, und der Rasen braucht lange, um sich vom Winter zu erholen. Das Training ist mit großem Aufwand verbunden. Die Gemeinden Bad Heilbrunn, Benediktbeuern und Bichl arbeiten nun gemeinsam an einer Lösung: Sie wollen einen interkommunalen Kunstrasenplatz anlegen.

„Unser Sportgelände ist sanierungsbedürftig“, sagt Heilbrunns Bürgermeister Thomas Gründl. „Da kam immer wieder das Thema Kunstrasenplatz auf. Aber es muss ja nicht jede Gemeinde ihr eigenes Süppchen kochen.“ Ein erstes Gespräch zwischen Gemeindeoberhäuptern und Vereinen hat bereits stattgefunden. „Grundsätzlich besteht Interesse“, erklärt Benedikt Pössenbacher, Bürgermeister von Bichl.

Auch Benediktbeuern ist von dem Plan angetan. „Wir sind schon länger dran, einen Allwetterplatz zu bauen“, sagt Bürgermeister Hans Kiefersauer. „Aber der finanzielle Aufwand ist sehr hoch.“ Bei einer interkommunalen Zusammenarbeit könnten sich die drei Gemeinden die Kosten für Bau und Pflege teilen. Ein Vorteil sei auch, dass der Platz effektiv genutzt würde und es keine Leerzeiten gäbe, wenn sich mehrere Fußballvereine einen Platz teilen, so Kiefersauer.

Die drei Bürgermeister haben in den vergangenen Tagen Angebote eingeholt, was es kosten würde, einen Kunstrasen am Platz der Grund- und Mittelschule Benediktbeuern anzulegen – falls der Schulverband einverstanden ist. „Wir wollen nun zeitnah die nächsten Schritte besprechen“, sagt Kiefersauer. Wie die Finanzierung aufgeteilt werden soll, und ob sich die Vereine daran beteiligen sollen, muss noch überlegt werden. Gründl: „Wir stehen ganz am Anfang des Projekts.“

Dass sich ein Kunstrasenplatz bezahlt machen würde, davon ist Hans Reichlin überzeugt. Er ist Fußballabteilungsleiter bei den Sportfreunden Bichl. „Es ist katastrophal, wie unser Rasenplatz ausschaut“, sagt er. „Es dauert das ganze Jahr, ihn nach dem Winter wieder hinzubekommen.“ Auch künftig wolle der Verein hauptsächlich den Bichler Platz nutzen. Aber in der Wintervorbereitung und bei schlechtem Wetter brauche man eine Alternative. „Das wäre wesentlich einfacher für alle Beteiligten.“

Nicht so einfach wäre es aber, die Trainingszeiten von drei Vereinen unter einen Hut zu bekommen. Doch das ließe sich klären. „Wir haben alle Termine in einem Kalender zusammengefasst“, sagt Franz Pölt von der Abteilung Fußball des TSV Benediktbeuern-Bichl. Jeder müsse Abstriche machen. „Aber wir können uns arrangieren, dass jeder fixe Tage bekommt.“ Auch den Makel, dass es an dem Fußballplatz keine Umkleiden gibt, würden die Vereine schlucken. „Wir müssen halt dann schon umgezogen hinfahren“, so Pölt.

Aktuell aber beginnen die Wintervorbereitungen der Loisachtaler Vereine erst einmal noch ohne Kunstrasenplatz. Die Bichler Mannschaft hat vier bis fünf Trainingseinheiten auf dem Gaißacher Kunstrasenplatz gebucht. Der TSV Benediktbeuern-Bichl weicht auf die Soccerhalle in Weilheim aus oder trainiert am Fußballplatz. „Wir schauen, dass wir Freundschaftsspiele gegen Mannschaften austragen können, die einen Kunstrasenplatz haben“, sagt Pölt.

Die Fußballer vom SV Bad Heilbrunn nutzen ebenfalls den Gaißacher Kunstrasenplatz. „Die Platzmiete ist halt eine finanzielle Belastung“, sagt Walter Lang, Trainer der Herrenmannschaft. Doch ohne Kunstrasen könne man im Winter nicht vernünftig trainieren. „Das ist alternativlos.“ Dabei müsse man auch an die Jugendspieler denken. „Kunstrasen ist einfach gelenkschonender und eine Sache für die Zukunft“

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