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Übergabe: Pfarrer Pater Karl Bopp und Theo Lederer bei der Feierstunde in der Kiensee-Kapelle.

Kapelle Kiensee

Das alte Reliquiar kehrt heim

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Nach rund 100 Jahren ist ein altes Reliquiar in die Kapelle in Kiensee zurückgekehrt. Das vergoldete Aufbewahrungsbehältnis steht nun wieder an seinem ursprünglichen Platz in dem kleinen Gotteshaus.

Bad Heilbrunn – Die „Muttergottes-Kapelle“ auf einem Moränenhügel neben der Straße zwischen Kiensee und Mürnsee hat eine bewegte Geschichte. Das ist Lisi Schmid (geborene Lederer) und deren Bruder Theo Lederer bewusst geworden, als sie sich mit besagtem Reliquiar näher befasst haben. Dieses Gefäß war zuletzt im Besitz von Centa Bauer aus Lenggries. „Sie ist die Cousine unserers verstorbenen Vaters“, sagt Theo Lederer. Ihm hat Centa Bauer erzählt, dass sie das Reliquiar vor langer Zeit von ihrer Tante Theresia Schmid (geborene Lederer) geschenkt bekommen hat.

Herzenswunsch der mittlerweile 90-jährigen Seniorin aus Lenggries war es, dass das Reliquiar wieder in die Kienseer Kapelle zurückkehrt. Das ist vor Kurzem geschehen, wie im „Kiliansboten“ der Pfarrei Bad Heilbrunn nachzulesen ist. In einer kleinen Feierstunde ließ Centa Bauer das goldene Erbstück an Pfarrer Pater Karl Bopp übergeben. Er hat dabei das Reliquiar in den dafür vorgesehenen Platz in der Mitte des Altars gestellt. „Wir kannten das immer nur als leere Nische, und jetzt steht da wieder das Reliquiar, wo es hingehört“, beschreibt Lisi Schmid diesen besonderen Moment. „Nur schade, dass man so gar nichts über den Inhalt weiß“, so Schmid.

Das Reliquiar steht wieder an seinem Platz.

Ein Reliquiar dient der Aufnahme von Gebeinen, Asche oder auch Kleidungsteilen eines Heiligen. Was in dem Gefäß in Kiensee verborgen ist, ist nicht überliefert, bedauert Schmid. Auf dem Reliquiar-Fuß, der einem Altarkelch ähnelt, befindet sich ein überaus kunstvoll ausgestaltetes Oberteil mit einem kreisrunden Mittelstück. Lisi Schmid vermutet, dass dahinter ein Stück Stoff verborgen ist. Welchem Heiligen es zuzuordnen ist, sei nicht bekannt.

Der Geschichte der Kapelle zufolge zählte das Reliquiar wohl zur Erstausstattung der kleinen Kirche. Sie wurde am 22. September 1878 als Hofkapelle des „Brandlhofs“ eingeweiht. Nach den Wirren des Ersten Weltkriegs wurde der Hof verkauft. „Die Kapelle wurde von der Familie zurückbehalten und ging in das Eigentum des ältesten Sohnes Josef Lederer über“, weiß Lisi Schmid. Das Inventar von Hof und Kapelle wurde seinerzeit an die insgesamt sechs Geschwister verteilt, schreibt Schmid im „Kiliansboten“. Damals dürfte Theresia Lederer das Reliquiar erhalten haben, die es später – wie eingangs erwähnt – ihrer Nichte Centa Bauer schenkte. Ihr Wunsch, dass das Reliquiar an seinen angestammten Platz zurückkehrt, ist jetzt erfüllt.

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