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Die Tennishalle in Heilbrunn soll verkauft werden.

Tennisvereine

Eine Halle für alle

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Bad Tölz-Wolfratshausen – Es wäre die Lösung aller Probleme: Mehrere Vereine könnten sich zusammentun und die Heilbrunner Tennishalle kaufen. Eine gute Idee, allein es fehlt das Geld – und mitunter auch die Mitglieder.

Die Tölzer Racquetballer müssen ihre Courts an der Flinthöhe aufgeben. Wie berichtet, können sie ihren Sport so nicht weiter ausüben. Als Lösung hatte Bürgermeister Josef Janker die Tennishalle in Bad Heilbrunn ins Spiel gebracht. Sie steht seit geraumer Zeit zum Verkauf, womit einige Tennisvereine ihre Spielstätte verlieren würden. „Wenn sich da die Racquetballer mit den Tennisvereinen in Bad Tölz und Heilbrunn zusammentun, wäre allen geholfen“, sagte Janker.

Das Thema beschäftigt den Tennisclub Rot-Weiß in Bad Tölz. Im Winter spielen einige der 300 Mitglieder in der Heilbrunner Halle. Würde sie geschlossen, hätten sie ein Problem. „Wir bräuchten dringend eine Halle“ sagt Vorsitzender Florian Rasch. Eine Kooperation mit anderen Tennisvereinen und den Racquetballern hält er für eine gute Idee.

Das Problem sind die Finanzen. „Die Racquetballer haben genauso wenig Geld wie wir“, sagt Rasch. Er habe schon mal beim Eigentümer Hans Demleitner angefragt. Aber „die Preisvorstellungen sind für einen kleinen Verein wie uns nicht machbar“. Anbieten würde sich daher, eine Halle an der Tölzer Anlage zu bauen. Doch auch hier gibt es ein Problem. Rasch: „Das wäre ein langer Prozess, eventuell bräuchten wir einen Investor.“

Rainer Lampadius findet die Idee zwar „nicht ganz so schlecht.“ Der Vorstand gibt aber zu bedenken, dass die 150 Mitglieder des Heilbrunner Tennisclubs auch andere Sportarten betreiben und daher nicht so viele die Halle nutzen. Zum Jugendtraining gebe es nur ein Abo, und vier bis sechs Herren-, Damen- und Mixed-Doppels hätten ein paar Abos.

Weniger Interesse am Tennis - außer in Bad Tölz

„Früher war Heilbrunn eine Hochburg der Knaben- und Mädchenmannschaften“, sagt Lampadius. Heute sei das aber nicht mehr so. „Die Kinder sind so lange in der Schule, und Tennis ist eine anspruchsvolle Sportart.“ Lampadius selbst ist aber nach wie vor begeistert von der Sportart. Daher „würde ich nicht Nein sagen, wenn sich tatsächlich ein Konsortium bilden und die Halle kaufen würde“.

Auch der Tennisclub Bichl hat mit Mitgliederschwund zu kämpfen. „Wir haben 40 Mitglieder, das Durchschnittsalter grenzt an die 60 Jahre“, sagt Vorstand Helmut Marx. Der Club sei froh, wenn im Sommer ein paar Tennis spielen würden. Von drei Plätzen wurde einer für die Eisstockschützen zurückgebaut, so dass es im Sommer noch zwei Plätze gibt. Die Heilbrunner Tennishalle in Kooperation mit anderen Vereinen zu kaufen, „kommt für uns nicht in Frage“, sagt Marx. Das sei auch finanziell nicht zu stemmen.

Ähnlich argumentiert auch Peter Gunzner, Vorstand des Tennisclubs Kochel am See, gegen Jankers Vorschlag. „Mit 130 Mitgliedern haben wir nicht annähernd das Kapital“, sagt Gunzner. Seit bekannt ist, dass die Heilbrunner Halle verkauft werden soll, hätte sich ein Teil der Mitglieder umorientiert und nutze die Halle in Penzberg, so der Vorstand.

Florian Rasch vom Tölzer Tennisclub kann den Nachwuchsmangel indes nicht bestätigen. „In den vergangenen 20 Jahren ging es nach Graf und Becker in Deutschland mit dem Tennis Berg ab, aber bei uns rührt sich was.“ Bad Tölz habe zehn gemeldete Mannschaften, sagt Rasch stolz. „Für den Tennisclub wäre eine Halle eine Riesensache.“

Hans Demleitner, Eigentümer des Tennisareals in Heilbrunn, könnte sich vorstellen, an mehrere Vereine zu verkaufen. Und würde das Gelände sogar teilen, so dass die Vereine nur die Halle mit Grund kaufen müssten. „Das sind 2400 Quadratmeter, da hätten alle Platz drin“, meint Demleitner. Für die andere Hälfte des Areals hätte der Grundstückseigentümer sogar bereits einen Interessenten.

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