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Heilbrunner Fußballer auf Kunstrasen: Wenn Schnee liegt, mietet sich der Verein auf dem Gaißacher Platz ein – so wie zum Beispiel beim Spiel gegen Oberhausen im November 2016 (hier HSV-Stürmer Maxi Specker in grün).

Diskussion im Gemeinderat

Kein Kunstrasen in Heilbrunn: Aber Gemeinderat sagt Flutlicht zu

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Nun ist auch die Kompromisslösung gescheitert: In Heilbrunn wird kein Kunstrasenplatz gebaut. Das Kleinfeld neben der Schule, das zuletzt heiß diskutiert wurde, lehnt die Mehrheit der Gemeinderäte ab. Stattdessen soll der Fußballplatz am Wörnerweg ein Flutlicht bekommen.

Bad Heilbrunn – Konrad Specker war am Dienstagabend nicht der einzige im Sitzungssaal, aus dem Frust und Resignation sprachen. Drei Beschlüsse waren zum Thema Fußballplatz und Kunstrasen gefallen, da bat das Mitglied der Freien Wähler um ein Schlusswort: „Seit 2002 bin ich jetzt im Gemeinderat. Und genauso lange diskutiert man über ein Sportzentrum.“ So auch am Dienstag – und zwar richtig kontrovers, wie man es nur sehr selten in öffentlichen Heilbrunner Sitzungen erlebt.

Spätestens seit sich ein Arbeitskreis mit dem Fußballplatz Langau als Standort für einen Kunstrasen zum Trainieren und Spielen bei schlechtem Wetter beschäftigt hat, ist klar: Das wird nichts. Teile des Gebiets sind als Biotop geschützt, die Fachklinik besitzt Ausgleichsflächen in der Umgebung, Sportheim und Duschen fehlen. Als Kompromiss kam im November die Idee eines Kleinfelds westlich des Fußballplatzes am Wörnerweg auf den Gemeinderatstisch. Wieder herunter fiel sie nun in der jüngsten Sitzung am Dienstag: Nur vier Räte stimmten dafür, das Projekt weiterzuverfolgen – Norbert Deppisch, Bernd Rosenberger (beide Grüne), Konrad Specker und Robert Rieker (beide FW).

In der Diskussion zuvor hatte Bürgermeister Thomas Gründl (CSU) Rieker, der auch Zweiter Vorsitzender des SV Bad Heilbrunn ist, zur Erläuterung der Thematik aufgefordert. Der war sichtlich genervt: „Es gibt viele Widerstände. Das kann ich nicht verstehen.“ Seit 30 Jahren gebe es keine Entwicklung in Sachen Sportzentrum. Später spielte er auf den Rasen in der Langau an: „Du wirst im ganzen Oberland ausgelacht mit einem Platz, der von links nach rechts 2,50 Meter hinkt.“ Seine Meinung: Der kleine Kunstrasen an der Schule wäre zumindest eine Zwischenlösung und „ein Mehrwert für die Heilbrunner Kinder – nicht nur für den Sportverein“. Unterstützung bekam Rieker von Deppisch: „Das Geld, das man dort investiert, kommt Schulkindern zugute.“

Gegenwind aus der Bevölkerung

Die Mehrheit des Gremiums argumentierte jedoch gegen den kleinen Kunstrasen. Vielen Bürgern würde diese Idee nicht gefallen, berichteten Markus Spindler (FW) und Horst Kürzeder (CSU). Mit dem bestehenden Hartplatz würde man ein Objekt wegreißen, das regelmäßig genutzt werde, warf Josef Schröfl (CSU) ein: „Die Kosten stehen in keiner Relation.“ So ähnlich sah es Parteikollege Christoph Spindler: „Eine Herrenmannschaft könnte ja gar nicht auf dem halben Feld spielen. Für eine Übergangslösung ist das zu teuer.“ Bürgermeister Gründl, ebenfalls kein Kleinfeld-Fan, hatte im November geschätzt, dass man mit mindestens 400 000 Euro rechnen müsse.

Günstiger kommen die Beregnungs- und die Flutlichtanlage für den Rasenplatz am Wörnerweg. Beides in Angriff zu nehmen, dafür sprachen sich die Gemeinderäte aus. Eine Gegenstimme gab es beim Thema Flutlicht. In Bernd Rosenbergers Augen macht die Beleuchtung keinen Sinn, weil der Platz nur im Sommer – wenn es ohnehin lange hell ist – bespielt werde. „Im Herbst, bei schlechtem Wetter, ist der Rasen doch gesperrt. Dann weichen die Fußballer in die Langau aus.“ Der kleine Kunstrasen inklusive Flutlicht wäre als Trainingsplatz laut Rosenberger sinnvoller für den Sportverein gewesen.

Die Gemeinde wird nun belastbare Angebote einholen. Bei der Beregnungsanlage rechnet man grob mit 14 000 Euro. Für das Flutlicht ließ Rieker zwei Angebote bei einem Sportplatzshop im Internet in Auftrag geben: Sie bewegen sich zwischen 45 000 und 50 000 Euro.

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