Geplanter Supermarkt in Bad Heilbrunn

Keine Lärmschutzwand am Kreisverkehr

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Bad Heilbrunn – Keine Lärmschutzmaßnahmen, keine entscheidende Verlegung der Bushaltestelle, mehr Platz für Anwohner des Bierhäuslwegs: Das sind die wesentlichen Ergebnisse aus der Weihnachtssitzung des Heilbrunner Gemeinderats zum geplanten Supermarkt.

Die Räte beschäftigten sich am Dienstag wieder einmal mit dem Bebauungsplan zum geplanten Sondergebiet mit Kreisverkehr und Supermarkt an der Birkenallee. Nach einer nichtöffentlichen Debatte vorab wurden die Beschlüsse in der eineinhalbstündigen Sitzung hauptsächlich durchgewunken. Zwölf Behörden und Träger öffentlicher Belange sowie drei Bürger hatten vorab Einwendungen eingereicht. Bürgermeister Thomas Gründl wollte nicht jede Stellungnahme einzeln vorlesen lassen. „Das sind 195 Seiten“, sagte er. Zum Vergleich: Der Bichler Gemeinderat befasste sich im März mit der gleichen Thematik. Alle Einwendungen wurden damals der Öffentlichkeit vorgetragen – auch wenn die Sitzung bis 23 Uhr dauerte.

Zwei Heilbrunner Bürger hatten sich in längeren Schreiben an die Gemeinde für Lärmschutzmaßnahmen stark gemacht. Ihnen graut nicht nur vor den Geräuschen des höheren Verkehrsaufkommens, sondern auch vor der Abgasbelastung – vor allem, weil die Autos am Kreisverkehr ständig abbremsen und beschleunigen würden. Planer Ferdinand Feirer-Kornprobst erklärte, dass es an bestehenden Verkehrswegen keine Grenzwerte und damit auch keinen Rechtsanspruch auf eine Lärmschutzwand oder Ähnliches gebe. Die Immissionsschutzverordnung greife in diesem Fall nicht, sondern nur bei wesentlichen Änderungen der Straßenführung – und dann auch erst, wenn sich der Geräuschpegel um drei Dezibel erhöhe. „Das wäre eine Verdoppelung des Lärms“, erklärte Feirer-Kornprobst. Die Gemeinde habe darüber hinaus eine schalltechnische Untersuchung in Auftrag gegeben. Das Ergebnis: Beim Bau des Kreisverkehrs würde sich der Verkehrslärm „nur in geringem Maße“ erhöhen.

Zwei Briefe der Bürger kritisierten die geplante Verlegung einer Busbucht vor die Wohnhäuser an der Einfahrt Am Mutzenkreut. Die Räte verständigten sich nun darauf, die Bushaltestelle direkt nach der Ausfahrt aus dem Kreisverkehr Richtung Bad Tölz einzurichten. „In die Bucht passen zwei Busse hintereinander“, sagte Geschäftsleiter Andreas Mascher. Das sei ausreichend und mit dem Busunternehmen RVO so abgestimmt. Die Haltestelle auf der anderen Seite der B 472 – Richtung Bichl, nach der Einfahrt zur Birkenallee – bleibe bestehen.

Bewohnern am Bierhäuslweg kommt die Gemeinde ebenfalls entgegen. Sie hatten bemängelt, dass die Zufahrt zu den Grundstücken durch die geplante Fußgängerunterführung zu eng werde – und dass obendrein Parkmöglichkeiten wegfallen. Die Unterführung ersetzt die an der Birkenallee, die durch den Bau des Kreisverkehrs wegfällt. Statt in einer 180-Grad-Drehung soll der Weg aus dem neuen Tunnel nun gerade hinauf geführt werden. „So gewinnen wir zweieinhalb Meter“, sagte Mascher.

Die Gemeinderäte fassten den Satzungsbeschluss für das Sondergebiet und stimmte dem Supermarkt-Bauantrag durch die Münchner Firma Mareno zu. Wie berichtet lässt Vinzenzmurr den bis zu 1200 Quadratmeter großen Markt auf dem Grundstück der ehemaligen „Blumenwiese“ bauen. Welcher Vollsortimenter neben Metzgerei und Bäckerei in das Gebäude einziehen wird, ist noch nicht klar. Laut Bürgermeister Gründl kommen nur Rewe oder Edeka in Frage. Von Vinzenzmurr bekam unsere Zeitung auf Nachfrage keine Rückmeldung.

Rubriklistenbild: © dpa

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