Der Heilbrunner Gemeinderat hat einstimmig beschlossen, dass die beiden alten Lindenbäume für den Bau des neuen Feuerwehrhauses in Mürnsee weichen müssen.
+
Der Heilbrunner Gemeinderat hat einstimmig beschlossen, dass die beiden alten Lindenbäume für den Bau des neuen Feuerwehrhauses in Mürnsee weichen müssen.

Gemeinderat

Kompromiss-Lösung fürs neue Mürnseer Feuerwehrhaus

  • Felicitas Bogner
    vonFelicitas Bogner
    schließen

Der Heilbrunner Gemeinderat hat sich endlich auf einen Standort für das neue Feuerwehrhaus im Ortsteil Mürnsee geeinigt.

Bad Heilbrunn – Das Gesamtkonzept für ein dringend notwendiges neues Feuerwehrhaus in Mürnsee hielt den Heilbrunner Gemeinderat über ein Jahr auf Trab. In der jüngsten Ratssitzung am Dienstag fanden die Räte nach langer Diskussion nun endlich einen Konsens für das weitere Vorgehen beim Bau des neuen Gerätehauses.

Die dritte Fassung des Planentwurfs wurde dabei noch einmal genau unter die Lupe genommen. Hauptdiskussionspunkt waren zwei alte Lindenbäume, die für die Baumaßnahmen weichen müssten. Dies gefiel vor allem Vertretern der Grünen nicht. Kilian Spindler (Grüne) machte den vom bisherigen Plan abweichenden Vorschlag: „Man könnte doch das Feuerwehrhaus weiter nach rechts hinten verschieben. So würden der Charakter vom Vorplatz und die beiden Linden erhalten bleiben.“ Auch Fraktionskollege Norbert Deppisch sprach sich für diese Option aus. „Die Feuerwehrautos müssten dann nur zehn Meter weiter fahren, da sehe ich kein Problem.“ Der Erhalt der Bäume wäre es wert, dass sich ein Planer dieser Idee noch mal annimmt.

Rathaus-Geschäftsleiter Andreas Mascher war mit Blick auf die angedachte Umplanung skeptisch: „Wir befinden uns hier im Außenbereich. Das müsste alles mit dem Landratsamt neu abgestimmt werden.“ Es sei nicht auszuschließen, dass es da Probleme gebe.

Während sich Carolina Waldmann und Konrad Specker von den Freien Wählern für Spindlers Vorschlag aussprachen, gab es aus den Reihen der CSU deutliche Widerworte. „Es ist im Einsatzfall nicht umsetzbar, dass die ausrückenden Feuerwehrautos an den zwei Bäumen problemlos vorbeikommen“, sagte Josef Rohrmoser. Man müsste dann „hin- und herrangieren“, und „dafür ist bei einem Einsatz wirklich keine Zeit“. Außerdem, so der CSU-Rat, „hat für die Feuerwehr die Praktikabilität vor der Optik des Vorplatzes Priorität“.

Dem stimmten seine Fraktionskollegen Josef Schwaller und Horst Kürzeder zu. „Wenn es um die Sicherheit und Praktikabilität der Feuerwehr geht, verstehe ich bei aller Liebe eine Diskussion um zwei Bäume nicht“, warf Kürzeder ein. Oliver Hanke (CSU) zweifelte ebenfalls: „Das ist ja dann auch wieder eine Riesenfläche, die nach hinten raus geteert werden müsste. Ich glaub, das wiegt sich dann irgendwann auf.“

Dritter Bürgermeister Bernd Rosenberger (Grüne) plädierte dafür, „heute eine Entscheidung zu fällen“. Man müsse „der Feuerwehr endlich ein Signal senden. Die brauchen Planungssicherheit. Wir diskutieren da schon seit über einem Jahr rum.“ Dem pflichteten Anton Krinner (Freie Wähler) und Josef Rohrmoser zu. Rosenberger versuchte auch zu beruhigen: „Man könnte als Ausgleich für die Linden dann im weiteren Verlauf hinter dem Gebäude neue Obstbäume pflanzen.“

Gründl drängte ebenfalls auf eine Abstimmung. Kurz davor machte Anton Krinner noch einen Kompromissvorschlag: „Wie wäre es, wenn wir uns einigen, dass die Linden in jedem Fall wegkommen, wir aber versuchen, das Feuerwehrhaus etwas nach rechts hinten zu verschieben? Sollte es umsetzbar sein, würde der Vorplatzcharakter erhalten bleiben und die Praktikabilität der Feuerwehr auch.“

Mit diesem Vorschlag waren alle einverstanden. Einstimmig beschlossen wurde, dass man nun als nächsten Schritt mit dem Landratsamt abstimmen wird, ob eine Verschiebung des Gebäudes baurechtlich realisierbar wäre, wie es Gründl zusammenfasste. Dazu machte er klar: „Die Linden werden nun zeitnah gefällt.“ Auch der ebenfalls in der Sitzung anwesende Kommandant der Feuerwehr Mürnsee, Thomas Girgnhuber, zeigte sich mit dem Ergebnis zufrieden.

Sollte das Landratsamt dem Vorschlag der Gemeinde zustimmen, werde man als nächsten Schritt „das Vorhaben von einem Architekten genauer untersuchen lassen“, wie Gründl auf Nachfrage unserer Zeitung erklärte. „Danach wird sich die Gemeinde mit der Feuerwehr zusammensetzen, um den Bauantrag anzufertigen.“

Lesen Sie auch: So wird die neue Heilbrunner Ortsmitte bebaut

„Camping Grasberger“ bricht in Tölz die Zelte ab

Wenn Reize überwältigend sind: So unterstützt man hochsensitive Kinder

Auch interessant

Kommentare