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Bekamen großen Beifall: Karl Seglem (2.v.re.) und seine Begleitband, bestehend aus (v. li.) Stefan Bergman, Håkon Høgemo und Kåre Opheim (v.li.). 

Konzert mit Karl Seglem und Band in Nantesbuch

Intensive Naturerfahrung – auch in der Musik

Dank der von Unternehmerin Susanne Klatten gegründeten Stiftung Nantesbuch ist auf dem „grünen Hügel“ der Hofstelle Karpfsee ein neues Zentrum für Kunst- und Naturerfahrung entstanden. Dort schickt man sich an, ein ganz eigenes Profil zu entwickeln, das immer mehr Menschen aus Nah und Fern in die reizvolle Voralpenlandschaft an der Loisach lockt.

Bad Heilbrunn – Am Wochenende fand dort im Anschluss an eine Exkursion durch die Wälder, Wiesen und Moore rund um die Anhöhe von Nantesbuch ein Konzert mit dem bekannten norwegischen Musiker Karl Seglem (Saxofon/Ziegenhorn) und seiner exzellenten Begleitband statt. Seglem stammt aus einer Gemeinde in Mittelnorwegen, wo sich der längste Fjord und die höchsten Berge des Landes begegnen. In dieser grandiosen Landschaft sind auch all die alten heidnischen Mythen des Nordens angesiedelt, wo Peer Gynt den gruseligen Fabelwesen der Trolle begegnet.

Intensive Naturerfahrung prägt auch die Musik von Karl Seglem, die mit der Kategorie „Jazz“ nur sehr unzureichend beschrieben wird. Im vollbesetzen Konzertsaal des Langen Hauses schlug er sein Publikum mit einer faszinierenden Kombination traditioneller norwegischer Folklore mit Klassik und Musiktraditionen aus aller Welt in Bann.

Sphärisch lang gezogene, sanfte und warme Klänge stehen im Vordergrund, während der Rhythmus eine ganz untergeordnete Rolle spielt. Manche Stücke steigern sich von einem sehr verhaltenen Zeitmaß in einem stetigen Crescendo bis zur wilden Ekstase. Hörbar werden auch Anklänge an die musikalische Romantik des 19. Jahrhunderts, etwa an die Pentatonik der „Morgenstimmung“ aus Edvard Griegs berühmten Peer-Gynt-Suiten.

Doch warum hatte die Stiftung Nantesbuch für diesen Abend extra eine Band aus Norwegen einfliegen lassen? Der Bezug erschließt sich durch die zuvor angebotene Naturexkursion in die Umgebung. Sie wurde hochkarätig begleitet von Prof. Wilhelm Heizmann, der an der Universität München über nordische Mythologie forscht und lehrt, vom Theologen Karl Bopp (Theologe an der Hochschule in Benediktbeuern und Ortspfarrer von Bad Heilbrunn) und vom Heimatkundler und Lokalpolitiker Dr. Johannes Bauer aus Nantesbuch.

Bei dieser Exkursion wurde auch eine Brücke von den heidnischen Mythen des Nordens zum Christentum geschlagen: Zwar erscheint die Erklärung schlüssiger und seriöser, dass der Ortsname Nantesbuch auf den mittelalterlichen Lehensnehmer Nandolf („wagemutig“, „kühn“) und damit auf „Nandolfshügel“ zurückgeht. Doch es gibt auch die im 19. Jahrhundert aufgekommene, romantisch-verklärte Spekulation, dass ein Zusammenhang mit der nordischen (und übrigens auch indischen) Götterfigur „Nanda“ besteht. Dazu passend hat man dann auch mit einem Orgelkonzert von Johannes Bauer im Dorfkirchlein von Nantesbuch und dem Konzert im Langen Haus einen Bezug herzustellen versucht. (Rainer Bannier)

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