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Talfahrt: Zwischen den Ortsverbänden und der Bauernverbands-Kreisebene kriselt es.

Krise im Loisachtal 

Im Bauernverband „passt alles nicht mehr“

Bad Heilbrunn/Schlehdorf - In einigen Ortsverbänden des Bayerischen Bauernverbands kriselt es. Langjährige Ortsobmänner und Ortsbäuerinnen aus dem Loisachtal traten bei einer Sitzung im November nicht mehr zur Wiederwahl an. Viel zu wenige Mitglieder kamen außerdem zur Versammlung (wir berichteten). Die Gründe dafür scheinen auch auf Kreisebene zu liegen.

Als Annemarie Schöffmann vor fünf Jahren Ortsbäuerin von Bad Heilbrunn wurde, war sie hoch motiviert. „Damals war ich ganz euphorisch. Ich dachte, ich könnte etwas bewegen“, erinnert sich die Landwirtin. Heute ist Schöffmann desillusioniert und enttäuscht. Denn alle Ideen und Anregungen, die sie auf Kreisebene vorgebracht habe, seien abgeschmettert worden. „Es wurde alles abgeblockt.“ Vor allem mit der Führungsebene des Kreisverbands hatte Schöffmann immer wieder Probleme. Man dürfe keine andere Meinung haben, bilanziert sie und berichtet, dass auch Ortsbäuerinnen aus anderen Kommunen über Probleme mit der Kreisführung klagen.

Eine von ihnen ist Ingrid Jocher. Zehn Jahre war sie Ortsbäuerin von Schlehdorf. Fünf Jahre war sie außerdem im Kreisausschuss aktiv. Nun trat sie nicht mehr zur Wahl an. Auch Jocher berichtet im Gespräch mit dem Tölzer Kurier von Problemen mit der Kreisführung. Näher dazu äußern möchte sie sich zwar nicht. Nur, dass sie enttäuscht sei nach gewissen Vorfällen, die sich ereignet hätten. Sie habe das Gefühl, als Ortsbäuerin „nicht mehr genug bewegen zu können“.

Ebenfalls kritisch gegenüber der Kreisvorstandschaft äußert sich eine weitere ehemalige Ortsbäuerin, die namentlich aber nicht genannt werden möchte.

Für Annemarie Schöffmann ist der Bauernverband – zumindest auf Kreisebene – zu eng mit der Politik verstrickt. Da sei zu viel „von oben gesteuert“. Dass manche in der Kreisvorstandschaft etwa für das Freihandelsabkommen TTIP seien, kann Schöffman absolut nicht verstehen. Sie fühlt sich mittlerweile „nicht mehr vertreten“ durch den Verband.

Ähnlich äußert sich Benedikt Sepp. Er war zehn Jahre Ortsobmann von Benediktbeuern und trat jetzt ebenfalls nicht mehr zur Wahl an. „Alles passt im Verband nicht mehr“, sagt er. Dort setze man sich zu wenig für die kleinen Betriebe ein. Aktuelles Beispiel sei der Wegfall der Milchquote. Anders der BDM: „Er hat sich für die Milcherzeuger eingesetzt.“ Viele Mitglieder des Bauernverbands seien deshalb zum BDM gewechselt.

Dass sich immer weniger Landwirte für den Bayerischen Bauernverband interessieren, zeigte auch die Versammlung in Kochel. Aus Benediktbeuern und Bichl waren entweder nur wenige oder gleich gar keine Mitglieder erschienen. Derartiges mangelndes Interesse der Bevölkerung allgemein und der Landwirte im Besonderen an landwirtschaftlichen Themen hat auch Schöffmann enttäuscht. „Warum soll man sich dann noch bemühen?“, fragt sie sich. Sie selbst und ihr Mann überlegen nun, ob es die Mitgliedschaft im Verband „überhaupt noch braucht“.

Mit der Kritik konfrontiert will Kreisbäuerin Ursula Fiechtner dazu nichts sagen; spricht nur andeutungsweise von Unstimmigkeiten in der Vergangenheit. Das seien aber „unerhebliche Sachen“ gewesen. Zum Jahresende wolle sie die ruhen lassen und „keinen Wirbel reinbringen für nichts und wieder nichts“.

Von Franziska Seliger

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