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Immergrünes Spielfeld: Die Eckfahne eines Kunstrasenplatzes, wie er eines Tages in der Langau bei Bad Heilbrunn verwirklicht werden soll. 

Geplanter Fußballplatz

Kunstrasen soll jetzt in die Langau

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Für einen Kunstrasenplatz wollten Bad Heilbrunn, Benediktbeuern und Bichl gemeinsame Sache machen. Daraus wird wohl nichts. Eine Kooperation könnte es trotzdem geben – und zwar im Heilbrunner Ortsteil Langau.

Bad Heilbrunn/Benediktbeuern/Bichl – Auf einem Kunstrasen gibt es keine Maulwurfhügel, über die man stolpern könnte. Der weitaus größere Vorteil gegenüber einem Natur-Fußballplatz: Man kann auf ihm auch kicken, wenn der echte Rasen im Winter gefroren ist. Die Kunstrasen des SV Bad Tölz und des SC Gaißach sind zwischen Oktober und April bestens gebucht. Ein regelmäßiger Mieter in Gaißach ist der SV Bad Heilbrunn, der im Jahr rund 1500 Euro hinlegt.

Das soll sich laut Gemeinde ändern. Vor eineinhalb Jahren begann man deshalb Gespräche mit den Nachbarn Benediktbeuern und Bichl. Eine interkommunale Lösung sollte her: ein gemeinsamer Kunstrasenplatz. Favorisiert wurde damals der Platz an der Grund- und Mittelschule in Benediktbeuern.

Bichler Bürgermeister: „Werden nicht mitmachen“

Nun ist vor allem die große Grünfläche im Heilbrunner Ortsteil Langau im Gespräch, wo es bereits einen Fußballplatz mit Flutlichtanlage gibt. Das wurde bei der jüngsten Sitzung des Heilbrunner Gemeinderats bekannt. Die Drei-Gemeinden-Lösung ist damit wohl vom Tisch. Denn Bichls Bürgermeister Benedikt Pössenbacher sagt auf Nachfrage: „Ich denke nicht, dass wir in der Langau mitmachen werden. Da geht kein Radweg hin. Das ist logistisch sehr schwierig für unsere Kinder.“ Außerdem habe man zwei Plätze im Dorf. Es gebe wichtigere Aufgaben für die Gemeinde, sagt Pössenbacher.

Anders klingt Hans Kiefersauer, Rathauschef in Benediktbeuern: „Wir wären nach wie vor interessiert.“ Gegen den Standort Langau spreche aus seiner Sicht nichts. „Die anderen Plätze sind viel weiter weg.“ Man brauche in den nächsten Jahren allerdings viel Geld für den Straßenbau und andere Infrastruktur-Maßnahmen. Deshalb teilte Kiefersauer dem Heilbrunner Bürgermeister Thomas Gründl schon vor Längerem mit, „dass aus der Drittelung nichts wird“. Ursprünglich war angedacht, dass jede Gemeinde rund 300 000 Euro aufbringen müsse. Benediktbeuern kann laut Kiefersauer – wenn, dann 2018 oder 2019 – aber nur 150 000 Euro bereitstellen.

Wer mehr zahlt, darf den Platz öfter nutzen

In beiden Gemeinden ist klar: Wer mehr zahlt, darf den Platz dann auch öfter nutzen. Gut möglich ist auch, dass Heilbrunn alleine bauen muss und sich die Fußballer des TSV Benediktbeuern einmieten. „Das ist eine Option“, findet Kiefersauer. Von ihm erfährt man auch, warum bislang zwei Standorte in seinem Ort ausschieden: Auf dem TSV-Gelände wollte man den zweiten Rasenplatz nicht opfern, an der Schule hätte man das Areal erst einmal baulich erweitern müssen.

Noch ist der Kunstrasen in der Langau nicht beschlossene Sache. Mit maximal 700 000 Euro rechnet Gründl für den Platz, dazu kommen Kosten für ein Sportheim mit Duschen. In Heilbrunn wird nun erstmal ein Arbeitskreis gegründet, der noch im Laufe des Jahres Vorschläge für die Umsetzung liefern soll. Vorsitzender soll laut Ratsbeschluss Uwe Mertens werden, der auch dem SV Bad Heilbrunn vorsteht.

Rund drei Kilometer liegen zwischen dem Sportheim am Schacherweg und dem Gelände in der Langau, das der Gemeinde gehört. „Das ist schon weit ab vom Schuss. Wir wären als Verein weiterhin zerrissen“, gab Robert Rieker zu bedenken. Der Gemeinderat ist auch zweiter HSV-Vorsitzender. In der Sitzung war herauszuhören, dass das Sportzentrum früher oder später ganz in die Langau ausgelagert werden könnte. Den Kunstrasen bezeichneten viele als „ersten Schritt“ dorthin. „Ich rede hier von 15 Jahren aufwärts“, beruhigte Gründl andere Ratskollegen. Horst Kürzeder (CSU) zum Beispiel hatte vor der „Großlösung“ gewarnt. Ihm gefalle es gut, dass das Ortszentrum bei HSV-Heimspielen belebt ist. „Bei uns ist ja wenig los.“

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