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Nahmen gemeinsam am virtuellen Parteitag der CSU teil: Landtagsabgeordneter Martin Bachhuber (li.) und Junge-Union-Kreisvorsitzender Josef Rohrmoser vor dem Bildschirm in Bachhubers Stimmkreisbüro. Abgestimmt werden konnte übrigens ebenfalls online.

Virtueller Parteitag der CSU

Landtagsabgeordneter Martin Bachhuber: „Betrachte aktuellen Kurs mit gemischten Gefühlen“

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Erstmals fand der Parteitag der CSU virtuell statt. Am Bildschirm mit dabei: der Heilbrunner Landtagsabgeordnete Martin Bachhuber.

Bad Tölz-Wolfratshausen – In Corona-Zeiten ist alles anders. Das gilt auch für den Parteitag der CSU. Der fand am Freitag erstmals virtuell statt. Wie das genau vonstatten ging, erklärt Landtagsabgeordneter, CSU-Ehrenkreisvorsitzender und Kreistags-Fraktionschef Martin Bachhuber (64) aus Bad Heilbrunn.

Herr Bachhuber, der Parteitag fand dieses Mal virtuell statt. Mussten Sie da den ganzen Tag vor dem Bildschirm sitzen?

Martin Bachhuber: Dieser Parteitag war ja nur von 17 bis etwa 19 Uhr angesetzt. Da bin ich natürlich die ganze Zeit dabei geblieben. Mit besonderer Spannung habe ich die Rede des Parteivorsitzenden Markus Söder und die Live-Schaltung nach Österreich zu Bundeskanzler Sebastian Kurz erwartet.

Bei so einer virtuellen Teilnahme könnte man sich ja auch ganz klammheimlich aus dem Staub machen, oder? Gerade wenn das Wetter so schön ist…

Martin Bachhuber: Ja, im Prinzip kriegt es keiner mit, ob man aktiv dabei ist oder schwänzt. Aber ich habe den virtuellen Parteitag gemeinsam mit dem JU-Kreisvorsitzenden Josef Rohrmoser in meinem Stimmkreisbüro verfolgt. Wir zwei haben da gut aufeinander auf gepasst, dass keiner auf dumme Gedanken kommt...

Innerhalb der CSU mehren sich mittlerweile auch die kritischen Stimmen – angesichts des Umgangs mit den Staatsmilliarden. Die Junge Union kritisiert, dass nicht alles einseitig zu Lasten der jungen Generation gehen darf. Und Ihr Landtags-Fraktionskollege Alexander König aus Oberfranken spricht von „Verteilungsorgien“. Wie sehen Sie den aktuellen Kurs?

Martin Bachhuber: Als Haushaltspolitiker betrachte ich den aktuellen Kurs schon mit gemischten Gefühlen. Sicher hat Bayern auf Grund seiner soliden Finanzpolitik in den vergangenen Jahrzehnten eine besserer Ausgangsposition als andere Bundesländer. Nur dürfen wir nicht den Fehler machen, das ganze Geld nach dem Gießkannenprinzip auszugeben. Die milliardenschwere staatliche Unterstützung ist richtig und wichtig, sie muss aber zielgerichtet erfolgen. Ich habe, auch im Kreistag, in den vergangenen Jahren immer vor einer Wirtschaftskrise gewarnt und mich deshalb für größere Sparsamkeit stark gemacht. Da war ich dann immer der einsame Rufer in der Wüste. Nur, dass es so brutal kommen würde, habe ich auch nicht geglaubt.

Sie sind in Ihrem Stimmkreis normalerweise sehr präsent und auf vielen Veranstaltungen. Das ist derzeit nicht möglich. Wie halten Sie den Kontakt zum Bürger? Wie hat sich Ihre Arbeit als Landtagsabgeordneter verändert?

Martin Bachhuber: Es war und ist für mich schon sehr ungewohnt, plötzlich fast nur noch im Büro zu sitzen. Auch dass ich seit Mitte März auf einmal jeden Tag zu Hause war, ist die 36 Jahre davor noch nicht dagewesen. Aber langweilig wird mir da bestimmt nicht: Ich habe mehrere Videokonferenzen pro Woche und unzählige Telefongespräche wie etwa zur Grenzöffnung am Sylvensteinspeicher oder zum Verkehrschaos im Oberland. Auch der Landtag nimmt ja wieder seinen geplanten Sitzungsrhythmus auf, und auch Kreistag und Kreisfraktion tagen ja fleißig. Und Sie können es sich nicht vorstellen: Es gibt E-Mails und Anfragen ohne Ende zu ganz vielen Themen – ob zu Mundschutz, Gastronomie, Schulen oder Kitas, die alle beantwortet werden wollen. Besonders nahe gehen mir dabei die Hilferufe von Personen, die tatsächlich und nachvollziehbar in ihrer Existenz bedroht sind. Und schließlich informiere ich so schnell wie möglich Landrat, Bürgermeister und Kommunalpolitiker per E-Mail über die neuesten Entwicklungen aus München oder Berlin. Was ich aber sehr vermisse, ist der direkte Kontakt mit den Menschen. Hoffentlich werden wir schon bald wieder ein Stück zurück zur lieb gewonnenen Realität gehen können.

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