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Im Jahr 2006 ging eine Lawine an der Bundesstraße 11 zwischen Urfeld und Walchensee nieder, wie dieses Archivfoto zeigt. Die letzte Stelle, die jetzt dort noch gesichert werden muss, ist der Krumme Graben. 

besprechung der kommissionen

Lawinen-Gefahrenstelle entschärfen

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Die Mitglieder der Lawinenkommissionen im Landkreis sind gerüstet für den Winter. Auch die Verbauungen im Gebirge sind in einem guten Zustand. Nur am Fahrenberg am Walchensee sollte eine Stelle noch gesichert werden.

Kochel am See/Lenggries/Bad Heilbrunn – Im Herbst und im Frühjahr treffen sich die Mitglieder der Lawinenkommissionen und der -warnzentrale sowie Vertreter von Behörden, Gemeinden und Bergbahnen, um den Winter vor- und nachzubesprechen. Traditionell trifft man sich dazu in Bad Heilbrunn, die gefühlte Mitte zwischen den Bereichen Kochel/Walchensee und Lenggries/Fall.

Die Zusammenkunft am Dienstag diente auch wieder dem Austausch von Informationen. Grundsätzlich ist alles in Ordnung, die Mitglieder der örtlichen Lawinenkommissionen sind gut ausgebildet und vorbereitet für den Winter. Die Schutzmaßnahmen, sprich Verbauungen, haben sich in den vergangenen Wintern gut bewährt. Nur am Fahrenberg am Walchensee besteht noch Bedarf, am Krummen Graben einen Schutz zu errichten, berichtete Hans Konetschny, der Leiter des Lawinenwarndienstes in München. Seine Behörde ist die Fachstelle, um für diesen Bereich eine Empfehlung abzugeben. Schon im vergangenen Jahr war über diese Stelle diskutiert worden. Konkret geht es um die Sicherung der B 11 nahe der Talstation der Herzogstandbahn. Im oberen Bereich des Bergs wurde einiges gebaut, um Lawinen zu verhindern. Der Krumme Graben und die darunter entlangführende Straße sind Berechnungen zufolge nur bei einem Lawinenabgang betroffen, der statistisch alle 150 Jahre stattfindet. Bei einer Verbauung muss allerdings auch daran gedacht werden, dass man bei einem Notfall noch die Passagiere aus der Herzogstandbahn retten kann. Zur Diskussion steht deshalb, einen Auffangdamm zu errichten, der etwa acht Meter hoch ist und ein Volumen von rund 10 000 Kubikmeter Schnee auffangen könnte. Ob und wann dieser gebaut werden könnte, bedarf allerdings noch einiger Prüfungen. Die Unterlagen werden vom Lawinenwarndienst ans Staatliche Bauamt weitergeleitet.

Bei dem Treffen ging es auch um Grundsätzliches. Die Winter werden schneeärmer, und es gibt weniger Einsätze. „Der letzte Winter war der zweite in Folge, in dem wir erst im Januar mit den Lageberichten begonnen haben“, sagte Konetschny. In der Saison 2016/2017 sei es „recht turbulent“ zugegangen, auf Schneefall folgten rasch Regen und Wind. „Das macht die Lageberichte sehr aufwendig.“ Im Dezember sei es sehr trocken gewesen, aber im März fiel innerhalb von zwei Tagen ein Meter Neuschnee.

Apropos Trockenheit: Auch der Großbrand am Jochberg/Graseck war ein Thema bei der Versammlung. Wie berichtet, wurde dieser durch ein Lagerfeuer ausgelöst, das zwei Wanderer in der Silvesternacht entzündet hatten. „Ich wünsche mir jedes Jahr zum Jahreswechsel genügend Schnee auf den Bergen“, sagte Toni Stowasser, im Tölzer Landratsamt zuständig für Sicherheit und Ordnung, als er davon berichtete, wie viele Raketen auch noch im Gebirge zu sehen seien. „Hoffen wir, dass wir heuer von einem Großbrand verschont bleiben.“

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