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„En marche, la France“: Nach dem ersten Wahlgang lag Emmanuel Macron vor Marine Le Pen. Ob er tatsächlich Präsident wird, entscheidet sich in der Stichwahl am Sonntag, 7. Mai.

Französische Partnergemeinden

Macron hat fast überall die Nase vorn

Mit Spannung war der Ausgang der ersten Runde der Präsidentschaftswahlen in Frankreich erwartet worden. Das  Interesse war auch  im Tölzer Land groß, schließlich gibt es hier zahlreiche Gemeinden mit französischen Partnerstädten. 

Bad Tölz-Wolfratshausen – Nach dem ersten Wahlgang liegt der unabhängige und europafreundliche Kandidat Emmanuel Macron (24 Prozent) vor der Rechtspopulistin und Europagegnerin Marine Le Pen (21,3 Prozent). Für den Konservativen François Fillon (20 Prozent) und den linken Politiker Jean-Luc Mélenchon (19,6 Prozent) reichte es nicht für die Stichwahl, die am Sonntag, 7. Mai, ansteht.

Wackersberg pflegt seit vielen Jahren die bayerisch-bretonische Freundschaft zu Yffiniac. Christoph Laschka ist grundsätzlich zufrieden damit, wie die Wahl bislang gelaufen ist. „Eine langfristige Partnerschaft ist nur möglich, solange die europafreundliche Seite an der Macht ist. Und die Tendenz geht dahin, dass es so bleibt“, sagt der Vorsitzende der Bretonenfreunde.

In Vichy, der Partnergemeinde von Bad Tölz in der Auvergne, hatte man sich laut Martin Englert mehr für Fillon ausgerechnet, da die Gemeinde im Allgemeinen sehr konservativ wählt. Erstaunt sei er, wie viele Stimmen Le Pen dort holen konnte. Trotzdem freut sich der Vorsitzende des Tölzer Partnerschaftsvereins, dass in der Partnerstadt der Europagedanke verfestigt ist. „Europa hat uns allen viel gebracht – 70 Jahre Frieden und sozialen Wohlstand. Das erfordert nicht nur ein Nehmen, sondern auch ein Geben.“

So haben die Partnergemeinden gewählt.

Baignes-Ste.-Radegonde ist die Partnergemeinde von Dietramszell. Sabine Palffy ist der Meinung, dass die Situation derzeit furchtbar schwierig ist. „Die Bewohner wissen nicht, wen sie wählen sollen“, sagt die Vorsitzende des Partnerschaftsvereins. „Es ist das erste Mal, dass die Extremen solchen Erfolg haben.“ Tatsächlich liegt Le Pen in Baignes knapp vor Macron.

Ganz anders als im restlichen Frankreich ist laut Gerhard Meinl das Wahlergebnis in der Geretsrieder Partnerstadt Chamalières. Hier waren Macron und Fillon mit jeweils über 30 Prozent klar vorne. Le Pen kam gerade mal auf 8,7 Prozent. Damit haben die Bürger „deutlich ihre politische Einstellung gezeigt“, sagt der Vorsitzende des Partnerschaftsvereins. „Die Wahlbeteiligung war hier mit über 80 Prozent zudem sehr hoch.“

Anna Hauer vom Partnerschaftsverein Bad Heilbrunn ist sich sicher, dass ein Sieg von Le Pen schlimm für die Einwohner von Lesneven wäre. „Das wäre auch für unsere Partnerschaft nicht gut“, sagt Hauer. „Proteste, eine Spaltung des Landes und im schlimmsten Fall ein EU-Austritt könnten die Folgen sein.“ Dementsprechend hat Lesneven auch gewählt: Auch hier kam Macron auf über 30 Prozent, Le Pen nur auf 12,8 Prozent.

Laut Rainer Kebekus, Vorsitzender des Vereins zur Förderung der Partnerschaft zwischen Barbezieux und Wolfratshausen, gehen die Leute aber noch nicht davon aus, dass Macron schon gewonnen hat. „Die Anhänger bleiben immer noch aktiv.“ Aber eine Tendenz sei zu erkennen: „Eine ortsansässige Zeitung schrieb beispielsweise: Macron bessere Alternative als ,das Chaos‘ Le Pen.“

Mitgewählt hat Christelle Kiefersauer-Mercier aus Lenggries. Zur Stimmabgabe musste sie nach München fahren, Briefwahl gibt es in Frankreich nicht. „Bayernweit gibt es nur in München und Nürnberg Wahllokale. Wir mussten Stunden warten, um unsere Stimmen abzugeben“, sagt die Vorsitzende des Lenggrieser Partnerschaftsvereins. Das Brauneckdorf hat gleich fünf Partnergemeinden in der Bretagne: Plélo, Châtelaudren, St-Jean-Kerdaniel, Bringolo und Plouvara. Kiefersauer stimmt besonders das Wahlergebnis von Bringolo ängstlich. Dort siegte Le Pen. „Das ist eine kleine Gemeinde mit rund 450 Einwohnern. Die sind nicht von Terrorismus betroffen und stimmen so ab. Das verstehe ich nicht.“
Tamara Scheid

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