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„Mein Dach hat’s drauf“: Bad Heilbrunn will Fotovoltaik-Anlagen fördern

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Von: Patrick Staar

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Eine PV-Anlage kommt aufs Feuerwehrhaus, allerdings ein Indach-Modell.
Eine PV-Anlage möchte die Gemeinde Heilbrunn fördern. © Burmester/pixabay/obs

Der Heilbrunner Gemeinderat will den Bau von Fotovoltaik-Anlagen und Stromspeichern massiv fördern. Im Gespräch ist eine Summe von bis zu 1050 Euro je Antrag.

Bad Heilbrunn - Josef Schröfl warb in der Heilbrunner Gemeinderatssitzung mit Nachdruck für das Förderprogramm, das er gemeinsam mit seinem CSU-Parteikollegen Oliver Hanke erarbeitet hat. Unter dem Motto „Mein Dach hat’s drauf“ gehe es um die „dringend notwendige Umsetzung der Energiewende und der CO2-Einsparung“. Ziel sei es, den Ausbau der erneuerbaren Energie voran zu bringen und den Kohlendioxid-Ausstoß in der Gemeinde zu reduzieren. Antragsberechtigt seien „natürlich Personen“, Grundstückseigentümer und Erbbauberechtigte.

Höhe der Förderung richtet sich nach der Leistungsfähigkeit der jeweiligen Fotovoltaik-Anlage

Oliver Hanke referierte über die finanzielle Größenordnung, in der sich die Förderung abspielen soll. „Es geht nicht darum, die Einspeisung in das Stromnetz zu fördern, sondern es geht nur um das, was im Haus selbst verbraucht wird.“ Die Höhe der Förderung richte sich nach der Leistungsfähigkeit der jeweiligen Fotovoltaik-Anlage und des Hausspeichers. Förderfähig seien jeweils maximal sieben Kilowatt Peak. Jedes Kilowatt Peak solle mit 75 Euro bezuschusst werden. Ergibt zusammengerechnet maximal 1050 Euro.

Das Problem sei, dass niemand genau weiß, wie viele Fotovoltaik-Anlagen und Hausspeicher jedes Jahr in Bad Heilbrunn installiert werden.

Soll die Fördersumme auf 20.000 Euro pro Jahr gedeckelt werden?

Die Energiewende Oberland gehe von drei bis 16 Anlagen aus. Die Bayernwerke würden unter Hinweis auf den Datenschutz keine genauen Angaben machen. Hanke schlug vor, die Fördersumme deshalb auf 20 000 Euro je Jahr zu deckeln: „Dann könnten wir 20 Anlagen fördern – unter der Voraussetzung, dass jeder die sieben Kilowatt Peak ausschöpft.“ Insgesamt sei der Antrag aber nur eine Diskussionsgrundlage. „Da steckt sehr viel Hirnschmalz drin“, befand Bürgermeister Thomas Gründl. Es sei wichtig, dass die Gemeinde ein Signal zur CO2-Einsparung setze. „Ein super Ansatz, eine super Diskussionsgrundlage“, lobte 3. Bürgermeister Bernd Rosenberger (Grüne). Er schlug vor, den Antrag an den Energieausschuss weiterzuleiten, denn es gebe noch einige offene Fragen. So müsse beispielsweise über die Deckelung gesprochen werden: „Wir müssen darüber reden, wie es nach dem 20. Bewerber weitergeht. Soll der Rest leer ausgehen?“

Bekommt jeder die Förderung - auch wenn er Millionär ist?

Ebenso diskutiert werden müsse über die soziale Komponente: „Unterstützen wir einen Millionär genauso wie eine Familie mit ihrem kleinen Häusl?“ Man dürfe auch die gemeindlichen Gebäude nicht außer acht lassen: „Wenn wir zum Beispiel auf das Feuerwehrhaus oder die Schule eine Fotovoltaik-Anlage drauf bauen, profitieren alle Bürger davon.“ Gleichwohl plädierte Hanke für eine schnelle Umsetzung: „Wir dürfen uns da nicht verkünsteln.“ Es handle sich um eine freiwillige Leistung, die jederzeit beendet werden könne.

Schröfl stimmte zu: „Das Förderprogramm ist einfach zu händeln. Wenn wir es jetzt um irgendwelche Sachen erweitern, wird das auch nächstes Jahr nichts.“ Wenn die 20 000 Euro tatsächlich schon im ersten Halbjahr vergeben seien, könne sich der Gemeinderat Gedanken machen, ob er die Summe erhöhen will. Kilian Spindler (Grüne) stufte das Förderprogramm als „super Idee“ ein. Es gebe allerdings noch viele offene Fragen: „Daher sollten wir den Mitgliedern des Energieausschusses die Möglichkeit geben, tief in die Materie einzusteigen.“ Schröfl entgegnete, die Gemeinderäte hätten zehn Tage Zeit gehabt, sich den Antrag anzusehen: „Ich sehe keinen Sinn darin, dass wir die Entscheidung rauszögern.“ Doch dafür fand sich keine Mehrheit.

Thema geht nun erst einmal in den Energieausschuss

„Ich würde den Antrag sehr ungern ablehnen, aber ich sähe ihn gerne im Energieausschuss“, sagte Manuela Kragler (Grüne). Dem stimmte Karolina Waldmann (Freie Wähler) zu: „Es ist doch kein Drama, wenn das Thema im Energieausschuss besprochen wird.“ Anton Krinner (Freie Wähler) fand den Antrag ebenfalls „gut und extrem wichtig. Ich hab’ das ja auch lange genug studiert.“ Aber auch er war der Meinung, dass das Thema erst mal im Energieausschuss besser aufgehoben ist. Letztlich votierte das Gremium einstimmig dafür, dass dort über Einzelheiten wie die Deckelung und die Vergabe-Kriterien diskutiert wird.

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