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Amtsgericht 

Mit Schaufel auf Bruder eingeschlagen

Der Hass auf seinen Bruder scheint grenzenlos zu sein. Am 1. August vorigen Jahres drosch ein Arbeitsloser (53) aus Bad Heilbrunn im Streit mit einer Schaufel auf seinen fünf Jahre jüngeren Bruder ein und verletzte ihn dabei am Rücken.

Bad Heilbrunn/Wolfratshausen Nun musste sich der 53-Jährige wegen gefährlicher Körperverletzung vor dem Amtsgericht in Wolfratshausen verantworten. Er wurde zu acht Monaten Gefängnis auf Bewährung verurteilt – und schockierte, indem er seinem Bruder im Gerichtssaal unverhohlen den Tod wünschte.

Auslöser des Streits war die Räumung eines Grundstücks, dass der Angeklagte an seinen Bruder zurückgeben musste. Am Tattag war der Beschuldigte damit beschäftigt, diverse Geräte, die er auf dem Wiesengelände gelagert hatte, wegzuschaffen. Als der Geschädigte vorbeischaute, um zu sehen, wie die Arbeiten liefen, eskalierte die Situation. „Er fragte, warum nichts vorangehe und sagte, ich hätte lange genug Zeit gehabt“, sagte der Heilbrunner in seiner Einlassung vor Gericht. Er habe sich dadurch provoziert gefühlt. „Ich habe ihm gesagt, er solle sich verziehen. Er sah ja, dass ich beim Räumen war“, so der Angeklagte.

Als der Bruder darauf nicht einging, wurde der Ton schärfer. Er habe ihn gewarnt, dass er gleich handgreiflich werde, schilderte der Mann auf der Anklagebank seelenruhig die Situation. Dann habe er eine Schaufel gegriffen und gedroht: „Wenn Du nicht gleich verschwindest, zieh ich Dir einen Scheitel.“

„Und dann haben Sie ihm eine draufgegeben?“, fragte der Richter. „Ja klar, ich hab ihm zwei, drei übergezogen“, bestätigte der Beschuldigte. Der Geschädigte konnte die Hiebe abwehren, sodass die Schaufel ihn nur am Rücken statt am Kopf traf. Es habe eine Gerangel gegeben, bei dem beide zu Boden gingen. Dabei soll der Beschuldigte weiter Drohungen ausgesprochen haben.

Als der Richter ihm zum letzten Mal das Wort erteilte, lieferte der Angeklagte noch einmal eine Kostprobe seines abgrundtiefen Hasses. „Ich wünsche mir schon lange, dass ihm ein Wildschwein richtig ins Auto läuft. Aber es passiert nicht. Ich hoffe, dass es irgendwie auf andere Weise passiert.“

Richter Helmut Berger verurteilte den Heilbrunner, der zur Tatzeit nach dem Genuss des einen oder anderen Bieres „alkoholisch enthemmt“ war, zu einer Freiheitsstrafe von acht Monaten. Der Vollzug wird für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Als Auflage muss der Verurteilte 2000 Euro an den Kreisjugendring zahlen.

Der Bad Heilbrunner hat sich nach eigenen Angaben bereits in eine psychiatrische Therapie begeben. „Ich rate Ihnen, die Therapie auch anzunehmen, sonst wartet irgendwann der Vollzug“, empfahl die Staatsanwältin dem Mann. Rudi Stallein

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