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In lauschigen Zimmern wie diesem finden die Veranstaltungen statt. Das Bild entstand kurz vor der Einweihung des „Langen Hauses“.

Im September in Bad Heilbrunn

„Moosbrand“-Festival der Stiftung Nantesbuch heuer mit Martina Gedeck und Axel Milberg

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Mit zahlreichen prominenten Gästen wartet das „Moosbrand“-Literaturfestival Ende September in Nantesbuch auf. Diesmal dreht sich alles um das Thema „Streifzüge durch die Zeit“. Die Stiftung wurde von Susanne Klatten ins Leben gerufen.

Bad Heilbrunn– Es ist das dritte Mal, dass die Stiftung Nantesbuch zu einem Literatur- und Musikfest mit dem Namen „Moosbrand“ ins Lange Haus einlädt. Anfangs war es ein Versuch, „aber jetzt zeigen uns die Rückmeldungen, dass wir damit ein Alleinstellungsmerkmal in der Region geschaffen haben“, freut sich Pressesprecherin Anke Michaelis. Wer für Ende September noch Karten möchte, muss sich sputen: „Der Vorverkauf läuft heuer sehr gut“, sagt Michaelis.

Kein Wunder, wenn man die Namen derer liest, die heuer von Freitag, 20., bis Sonntag, 22. September, im Langen Haus der Stiftung zu Gast sein werden: Martina Gedeck, Axel Milberg, Marie Bäumer, Christoph Ransmayr, Hanns Zischler und John Burnside sind unter anderem mit dabei.

2017 kreisten die Lesungen, Gespräche und Konzerte um den „Beginn des Seins“, 2018 standen die Elemente im Mittelpunkt. Heuer geht es nun um „Streifzüge durch die Zeit“.

Auftakt mit einer „Langen Nacht der Geheimnisse“

Als Auftakt gibt es am Freitag, 20. September, eine „lange Nacht der Geheimnisse“, die von 19 Uhr bis Mitternacht dauert. Die Texte drehen sich um den natürlichen Rhythmus des Tages, die blaue Stunde, den Mond und den Sternenhimmel. Zu Beginn liest Angela Winkler aus „Nacht“ von Etel Adnan, dann liest Wolfram Koch aus Iwan Bunins „Am Ursprung der Tage“. Passend dazu wird musikalisch „Die Nacht“ von Franz Schubert aufgeführt, darauf folgt „Into the Mystic“ vom David Helbock Trio.

Susanne Klatten

Weiter geht es um 21.45 Uhr: Im Kaminzimmer liest Sebastian Rudolph aus „Früher Mondaufgang“ von Rolf Dieter Brinkmann, gleichzeitig beschäftigt sich Marie Bäumer im Giebelsaal mit „Kinder der Nacht“ von Jean Cocteau.

„Die Gäste können sich zwischen den einzelnen Lesungen und Konzerten durch das Lange Haus bewegen“, erklärt Michaelis.

Alle vier Vortragenden kommen dann um 22.45 Uhr in der Eingangshalle zusammen, um kurze Erzählungen und Gedichte von unter anderem Ingeborg Bachmann, Christian Morgenstern und Virginia Woolf vorzutragen. Dazu gibt es Musik von Nils Wülker (Trompete) und Arne Jansen (Gitarre).

Literatur aus Japan 

Am Samstag heißt es dann „Ohne Schatten keine Schönheit“. Auf einer Wiesenbühne im Freien liest Marica Bodrozic aus ihrer Erzählung „Der Windsammler“ (14.30 Uhr), anschließend spricht sie darüber mit der Kuratorin des Festivals, Brigitte Labs-Ehlert. Freunde japanischer Literatur und Ästhetik werden um 16 Uhr zusammentreffen, denn dann beschäftigt sich der Schauspieler, Übersetzer und Verleger Hanns Zischler mit Tanizaki Jun’ichiro und dessen Werk „Lob des Schattens“, das Zischler auch übersetzt hat.

Christoph Ransmayr liest am Samstag

Der frühe Samstagabend wird ab 17.30 Uhr von Christoph Ransmayr gestaltet. Der bekannte Autor liest aus seinem Werk „Cox oder Der Lauf der Zeit“. Darin geht es um den Uhrmacher Alister Cox aus England, der vom Kaiser von China eingeladen wird, in die Verbotene Stadt zu reisen, um dort Uhren nach den Vorstellungen des sich allmächtig fühlenden Gottmenschen zu bauen. Nach der Lesung stellt sich Ransmayr den Fragen von Hans Jürgen Balmes.

Stargast am Samstagabend: Martina Gedeck

Im Mittelpunkt des Samstagabends steht dann um 20 Uhr Martina Gedeck. Sie liest aus dem Roman „Die Wand“, der 2012 verfilmt wurde und in dem Gedeck damals die Hauptrolle spielte. 

Martina Gedeck liest am Samstag.

„Man darf gespannt sein, wie sich Frau Gedeck nun dem Text nähert“, sagt Anke Michaelis. Die Musikbegleitung dazu besteht aus klassischen Kompositionen von Bach und Biber.

Lesen Sie auch: Börries von Notz ist der neue Geschäftsführer der Stiftung Nantesbuch.

Sonntag: John Burnside und Axel Milberg

Auch der Sonntag, der unter dem Motto „Vom Ursprung der Tage“ steht, verspricht Spannung. Den Auftakt macht um 11 Uhr der schottische Schriftsteller John Burnside mit seiner Gedichtsammlung „Im Namen der Biene“ (gelesen wird auf Englisch und Deutsch).

Axel Milberg liest am Sonntag.

Um 12 Uhr kommt der bekannte Schauspieler und Sprecher Axel Milberg erstmals nach Nantesbuch, um aus „Erinnerung, sprich“ von Vladimir Nabokov zu lesen. Der Text wird vom Klenke-Quartett in passende klassische Musik aus der Zeit Anfang der 1920er-Jahre gebettet.

Eintrittskarten

Besucher können für den Samstag Einzelkarten (12 Euro), ansonsten Tagestickets (ab 30 Euro) oder einen Festivalpass für alle drei Tage (100 Euro) kaufen. Infos dazu im Internet auf der Seite www.stiftung-nantesbuch.de oder Telefon 0 80 46/23 19-115.

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