Justitia
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Zwei Motorradfahrer standen jetzt in Wolfratshausen vor Gericht

Vorfall bei Bad Heilbrunn

Motorradrennen auf der B11: Gericht zwingt Biker, ihre Maschinen zu verkaufen

  • vonRudi Stallein
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Ein illegales Motorradrennen auf der B11 bei Bad Heilbrunn hatte jetzt vor Gericht ein Nachspiel. Neben den Geldstrafen gab es die Anordnung an die Münchner Biker, dass sie ihre Maschinen verkaufen müssen.

Königsdorf/Bad Heilbrunn/Wolfratshausen – Zwei Münchner Motorradfahrer hielten am 17. Juli die Polizei in Atem. Mit Geschwindigkeiten von streckenweise mehr als 140 Kilometern pro Stunde (auch auf Abschnitten, auf denen nur maximal 70 km/h erlaubt sind) rasten die zwei an jenem Freitagnachmittag auf der kurvenreichen Bundesstraße 11 von Königsdorf in Richtung Bichl. Manchmal sogar nebeneinander. Aus dem Kreisverkehr bei Langau schossen die Maschinen, eine BMW und eine Yamaha mit hochgezogenen Vorderrädern heraus.

Zivilstreife gelang es nicht, die beiden Motorradfahrer zu stoppen

Einer zivilen Streife der Geretsrieder Polizei, die die Verfolgung aufgenommen hatte, gelang es nicht, die Münchner, die Blaulicht, Martinshorn und Anhaltesignale ignorierten, einzuholen. Erst kurz vor der Abzweigung nach Bichl konnten die Raser gestoppt werden. Nun mussten sich der Fluggerätemechaniker (24) und ein Auto-Verkäufer (23) wegen des verbotenen Kraftfahrzeugrennens vor dem Wolfratshauser Amtsgericht verantworten. Dort kamen sie recht glimpflich davon. Gegen die beiden (bis dato strafrechtlich unbescholtenen) jungen Männer waren Strafbefehle erlassen worden. Dagegen hatten sie Einspruch eingelegt, weshalb der Fall am Mittwoch vor Gericht kam.

Nachdem die Staatsanwältin die Anklagen verlesen hatte, äußerten sich die Münchner zunächst nicht zu den Vorwürfen. Stattdessen regte die Verteidigung ein Rechtsgespräch an, das unter Ausschluss der Öffentlichkeit geführt wurde. Nach der Unterhaltung zwischen Richter, Staatsanwältin und Verteidigern sowie deren Mandanten nahm die Verhandlung ein schnelles Ende: Die Beschuldigten räumten den Sachverhalt ein und beschränkten ihre Einsprüche lediglich auf die Rechtsfolgen, also die im Strafbefehl ausgewiesenen Strafen. Dabei ging es ihnen im Wesentlichen darum, ihre Motorräder, die nach dem Straßenrennen sichergestellt worden waren, zurückzubekommen.

Die beiden Angeklagten müssen ihre Motorräder verkaufen

Das Gericht kam diesem Wunsch zwar nach, allerdings nur unter der Voraussetzung, dass die Angeklagten die BMW und die Yamaha verkaufen. Wegen der fortgeschrittenen Jahreszeit und möglicher Einschränkungen durch die Corona-Pandemie haben sie dafür Zeit bis zum 30. Juni 2021. Andernfalls werden die Maschinen wieder eingezogen.

Zudem wurden beide zu Geldstrafen verurteilt. Der ältere Angeklagte muss 3300 Euro (55 Tagessätze à 60 Euro) zahlen, der jüngere 2000 Euro (55 Tagessätze zu je 40 Euro). Außerdem erteilte das Gericht beiden ein Fahrverbot von jeweils sechs Monaten. Darauf werden die drei Monate, die sie bereits auf ihren Schein verzichten mussten, angerechnet. Beide Angeklagten hatten sich zuvor für den Wahnsinn, den sie auf der Landstraße veranstaltet hatten, entschuldigt.

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