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Ein Ort der Fröhlichkeit und der Begegnung soll das Heilbrunner Seniorenheim werden, wenn es nach den Betreibern geht. Damit das gelingt, werden noch ehrenamtliche Helfer für die Gestaltung des Alltags der Senioren gesucht.

Heilbrunner Seniorenheim

Neue Betreiber, neuer Name

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Bad Heilbrunn -  Bei einem Sommerfest stellten sich die Betreiber des Seniorenheims der Öffentlichkeit vor und präsentierten den neuen Namen des Alpenhofs, der ab sofort „Zum Jaud“ heißt.

„Ein herzliches Grüß Gott, wir sind die neuen Nachbarn.“ So empfing Heimleiterin Monika Lachmuth ihre Gäste, die am Samstag den Weg in das Heilbrunner Seniorenheim gefunden haben. Dort sind zwar bereits Ende März 30 ältere Herrschaften eingezogen. Doch Lachmuth wollte mit einem Eröffnungsfest warten, bis sich alle Bewohner in ihrer neuen Umgebung eingelebt haben. Der Umzug vom Schlehdorfer Heim nach Bad Heilbrunn sei für die Senioren schließlich eine große Umstellung gewesen (wir haben berichtet).

Inzwischen hätten sich aber alle gut eingewöhnt, sagte Lachmuth, die 23 Jahre lang die Schlehdorfer Einrichtung geführt hat. Derzeit sind alle Bewohner im Neubau untergebracht, da der Altbau noch größtenteils einer Baustelle gleicht. Davon konnten sich auch interessierte Bürger sowie die Vertreter von Politik und Vereinen ein Bild machen. Den ganzen Tag über boten Lachmuth und ihre Tochter Martina nämlich Führungen durch das Seniorenheim an, während im Garten zur Musik der Heilbrunner Blaskapelle gegrillt wurde. Außerdem gab es Aufführungen der Heilbrunner Kindertrachtengruppe und der „Old School Line Dancers“.

Auch Birgit Fischer und Christina Bohrer ließen es sich nicht nehmen, einen Rundgang durch das Haus zu machen. Die beiden Eigentümerinnen zeigten sich erfreut darüber, dass für den ehemaligen „Alpenhof“ wieder ein Pachtvertrag als Pflegeheim abgeschlossen werden konnte. „Das war immer unser Wunsch“, betonte Fischer, die extra um 5 Uhr morgens in ihrer Heimat Berlin losgefahren war, um an dem Fest teilnehmen zu können.

Auch ein Fahrradhotel und ein Heim für Flüchtlinge waren im Gespräch

Allerdings hatten die beiden Geschäftsfrauen zwischenzeitlich auch andere Möglichkeiten in Betracht gezogen, nachdem der letzte Pächter – die Tölzer Gemeinnützige Rehagesellschaft (GRG) – ins Visier der Heimaufsicht geraten war und das Haus im Mai 2015 hatte schließen müssen. „Vom Fahrradhotel bis zum Flüchtlingsheim war alles dabei“, sagte Fischer. Dass sich die Eigentümerinnen letztlich für die Lachmuths entschieden haben, bereut keine von beiden. „Sie haben uns sofort durch ihre menschliche Art überzeugt“, lobt Fischer. Und die Grünwalderin Bohrer ergänzt: „Man merkt, dass die Bewohner hier mit sehr viel Liebe und Menschlichkeit betreut werden.

„Das kostet uns viele 100 000 Euro.“ 

Pflegemängel wie unter dem letzten Betreiber sind also allem Anschein nach nicht zu erwarten. Dafür kämpfen die Eigentümerinnen mit anderen Problemen, da der Bestandsschutz erloschen ist. Vereinfacht ausgedrückt bedeutet das, dass der Altbau, der teilweise noch aus dem 16. Jahrhundert stammt, dieselben Auflagen wie ein Neubau erfüllen muss. So braucht zum Beispiel jedes Zimmer einen direkten Zugang zu einer Nasszelle. Wäre der Bestandsschutz nicht erloschen, hätten die beiden Geschäftsfrauen 25 Jahre lang Zeit gehabt, sukzessive zu renovieren. „Jetzt müssen wir alles sofort machen lassen, sonst dürfen die Zimmer nicht belegt werden“, sagt Fischer. „Das kostet uns viele 100 000 Euro.“ 

Zumal bei den Renovierungsarbeiten immer wieder neue Kosten dazukommen, mit denen Fischer und Bohrer nicht gerechnet haben. Beim Einreißen von Wänden haben die Handwerker zum Beispiel plötzlich tragende Holzpfeiler gefunden, die von der Statik her notwendig sind und nicht einfach herausgenommen werden konnten.

46 belegbare Plätze bis August


Trotz aller Stolpersteine werden bis Ende des Monats die ersten Zimmer im Dachgeschoss des Altbaus fertig. Bis August soll es insgesamt 46 belegbare Plätze geben, das langfristige Ziel sind 60 Heimbewohner. Bis wann diese Marke erreicht werden kann, ist noch unklar. „Das ist eine finanzielle Frage“, sagt Monika Lachmuth.

Klar ist dagegen schon der neue Name des Seniorenheims an der Ferdinand-Maria-Straße. „Zum Jaud“ soll die Einrichtung künftig heißen. Der Name kommt nicht von ungefähr: Ende des 18. Jahrhunderts wurde der Altbau als Gasthaus namens „Jaudhof“ genutzt. Der Name hat den beiden Betreiberinnen laut Junior-Chefin Martina Lachmuth sofort gefallen: „Wir wollten etwas mit Bedeutung.“

Bürgermeister Thomas Gründl hatte nichts gegen den neuen Namen einzuwenden und freute sich mit Blick auf das ehemalige Kurhaus, dass er zur Abwechslung mal nicht zu einem Abbruch, sondern zu einem Neuanfang eingeladen worden ist. Davon abgesehen sei das Seniorenheim wichtig für die ganze Region: Schließlich werde niemand jünger. „Das merke ich selbst jeden Tag“, scherzte Gründl.

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