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15 Architektenbüros arbeiten derzeit an Entwürfen für das Heilbrunner Dorfzentrum.

Pläne im Dorfzentrum

Neue Details in Sachen Heilbrunner Ortsmitte

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Die Versammlung der Heilbrunner Freien Wähler bringt Aufklärung über den laufenden Realisierungswettbewerb. Und der Vorsitzende Konrad Specker äußert sich zu „Irritationen in der Öffentlichkeit“.

Bad Heilbrunn – Neue Details zu den Planungen der Heilbrunner Ortsmitte brachte die Jahresversammlung der Freien Wähler (FW) am Donnerstagabend in der „Parkvilla“ ans Licht. Dort, wo nach dem Abriss von Kurhaus und Wandelhalle eine Brachfläche ist, sollen Wohnungen, ein Hotel, ein Dorfplatz und Gewerberäume ein lebenswertes Umfeld bilden (wir berichteten). Dass die Gemeinde ein Mehrgenerationen-Modell in den Wohnbereichen in Betracht zieht, war bislang nur hinter verschlossenen Türen besprochen worden. Außerdem berichtete der FW-Vorsitzende Konrad Specker, dass im neuen Dorfzentrum bestenfalls eine zentrale Energieversorgung eingerichtet werden soll.

Ein wesentlicher Diskussionspunkt der Veranstaltung, für die sich rund 25 Heilbrunner interessierten, war der laufende Realisierungswettbewerb zur Gestaltung der Ortsmitte. Specker, sein Fraktionskollege Robert Rieker und Norbert Deppisch, der als Grünen-Gemeinderat und Bürger anwesend war, mussten allerhand Aufklärungsarbeit leisten.

„Wer ist denn auf den super Vorschlag gekommen, 15 Architekturbüros einzuschalten?“, fragte Klaus Rüdiger die Gemeinderäte ironisch-kritisch. „Da werdet ihr euch die Haare raufen. So viele Entwürfe kann man gar nicht gleichmäßig auswerten.“ Fünf oder sechs davon müsse man in die engere Auswahl nehmen. „Sonst kommt man nie und nimmer zu einem Ergebnis.“ Specker betonte, dass sich die Preisjury am 19. Januar deshalb einen ganzen Tag Zeit nehme. In dem Gremium sitzen Bürgermeister Thomas Gründl, je ein Gemeinderat der Fraktionen CSU, Freie Wähler und Grüne sowie fünf externe Architekturexperten. Von den 15 Entwürfen – nur einer davon kommt aus dem Landkreis – verspreche man sich eine breite Ideenpalette.

35 000 Euro Preisgeld für die besten drei Entwürfe

Drei Architekturbüros erhalten ein Preisgeld. Dessen Höhe machte Deppisch auf Nachfrage öffentlich. Insgesamt liege das Preisgeld bei 35 000 Euro, wovon die Gemeinde 40 Prozent (also 14 000 Euro) schultern müsse. „Das muss und darf es uns wert sein“, sagte Specker. Die weiteren 60 Prozent trage die Städtebauförderung des Freistaats. Die drei favorisierten Entwürfe werden im kommenden Jahr als größere Modelle ausgestellt. „Aber dann ist noch nicht in Stein gemeißelt, dass der Siegerentwurf genau so umgesetzt wird“, betonte Specker. Davon abgesehen machte Rieker klar, dass es bei dem Realisierungswettbewerb gar nicht um eine konkrete Realisierung, sondern nur um die Aufstellung eines Bebauungsplans, also eine grobe städtebauliche Planung, gehe. „Die Architektenbüros beschreiben, welche Gebäude wohin kommen – aber nicht, wie sie genau aussehen“, konkretisierte Deppisch.

Das letzte Wort habe ohnehin die Gemeinde – „und damit der Bürger“, sagte Specker. Auf welche Art die Heilbrunner einbezogen werden sollen, habe er vor der Versammlung mit Bürgermeister Gründl abgesprochen. „Es wird keine Bürgerversammlung geben, bei der einfach nur eine fertige Planung vorgestellt wird.“ Stattdessen sollen die Einheimischen in einem Workshop ihre Ideen einbringen und mitarbeiten können.

Beim Thema Bürgerbeteiligung sprach Specker „Irritationen in der Öffentlichkeit“ an, die es in den vergangenen Tagen gegeben hatte. Der Tölzer Kurier hatte am Mittwoch berichtet, dass der Gemeinderat die Entwicklungsziele für die Ortsmitte in einer nichtöffentlichen Sitzung im März beschlossen hatte. Specker berief sich auf die Regeln des Wettbewerbs und vertragliche Vereinbarungen. Er bat die anwesenden Bürger darum, den Gemeinderäten in Sachen Dorfmitte das Vertrauen zu schenken. Schließlich habe jeder von ihnen viel Kontakt in der Bürgerschaft. Außerdem habe es im Vorfeld Workshops zur Aufstellung des Flächennutzungplans gegeben. Und man sei immer wieder bemüht, allgemein relevante Themen aus nichtöffentlichen Sitzungen per Antrag in öffentliche zu bringen.

Bis die Heilbrunner sich unterm Maibaum im neuen Zentrum treffen können, wird noch viel Zeit vergehen. Der FW-Vorsitzende Specker rechnet nicht damit, dass 2018 dort schon etwas gebaut wird. Wenn es irgendwann so weit ist, wünscht er sich vor allem kommunalen, bezahlbaren Wohnraum und Eigentum für Einheimische – „und keinen Ausverkauf an die Meistbietenden“. Rieker entgegnete: „Wir werden manche Wohnflächen teuer verkaufen müssen, damit wir andere günstig anbieten können.“

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