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Rund 60 Pflegeplätze könnten im Heilbrunner Alpenhof wieder entstehen. Doch das Landratsamt sieht die gesetzlichen baulichen Anforderungen derzeit im Altbau nicht erfüllt. 

Alpenhof

Pflegeheim-Nutzung nur nach Umbau

Bad Heilbrunn – Die Zukunft des Heilbrunner Alpenhofs ist weiter unklar. Bevor dort ein neues Pflegeheim öffnen kann, mahnt das Landratsamt einen Umbau des Altbaus an. Das könnte sich als zu hohe Hürde erweisen.

Christina Bohrer, eine der beiden Eigentümerinnen des Alpenhofs, ist „zutiefst enttäuscht“. Nach langem Warten hat sie dieser Tage eine Auskunft aus dem Landratsamt bekommen, ob und unter welchen Voraussetzungen die Neueröffnung eines Pflegeheims in dem Heilbrunner Haus möglich wäre. Doch eine Hürde könnte sich als unüberwindbar erweisen. Aus Sicht der Behörde müsste der Altbau umgebaut werden, bevor die ersten Bewohner einziehen.

Der zuständige Abteilungsleiter Dr. Michael Foerst erklärt auf Anfrage des Tölzer Kurier die Position des Landratsamts. Zunächst hält er fest, dass ein mögliches neues Heim rechtlich als „Neubetrieb“ zu behandeln sei. Wie berichtet hatte der bisherige Betreiber, die Gemeinnützige Reha-Gesellschaft (GRG), das Pflegeheim im Alpenhof Ende Mai geschlossen. Ein zu eröffnendes neues Heim müsse nun die Anforderungen des Pflege- und Wohnqualitätsgesetzes erfüllen, das „ein menschenwürdiges Wohnen gewährleisten soll“, wie Foerst zusammenfasst. „Um eine Wiedereröffnung zu ermöglichen, hätten wir Möglichkeiten gesehen, bestimmte geringe Abweichungen zu tolerieren.“

Ein Knackpunkt aber blieb. Laut Gesetz muss von jedem Bewohnerzimmer aus ein direkter Zugang zu einem Sanitärraum vorhanden sein. „Das ist im Altbau nicht der Fall“, stellt Foerst fest. Das Landratsamt habe deswegen vorgeschlagen, „je drei Zimmer so umzubauen, dass daraus zwei Zimmer und ein Bad dazwischen wird“. Die Eigentümerinnen hätten auch die Absicht signalisiert, diese Anforderung zu erfüllen. Allerdings wollten sie das Haus zunächst mit Bewohnern belegen und die nötigen Umbauarbeiten dann bei laufendem Betrieb nachholen. Aus Sicht des Landratsamts ist das aber keine akzeptable Lösung – zum einen aufgrund der Auswirkungen, die die Umbauarbeiten auf die Bewohner hätten. Zum anderen argumentiert Foerst: „Wenn jetzt Personen einziehen und der Umbau erst in zwei bis drei Jahren abgeschlossen wird, würden die Nutzer die Verbesserung unter Umständen gar nicht mehr erleben.“

Die Eigentümerinnen jedoch sehen es als große Schwierigkeit, die geforderten „fast ein Dutzend“ Bäder einzubauen, wie Christina Bohrer sagt. „Mit Planung, Genehmigung und Bau vergeht mindestens ein Jahr“, kalkuliert sie. Doch diese Zeit sei ohne Pachteinnahmen finanziell nicht zu überbrücken. „Jetzt ist guter Rat teuer“, sagt Bohrer. Sie hofft weiterhin „auf irgendein Entgegenkommen“, um das Pflegeheim doch noch mit dem Wunschbetreiber starten zu können. Wie berichtet, stehen als Interessenten die jetzigen Betreiber des Schlehdorfer Seniorenheims bereit.

An gutem Willen mangelt es auf allen Seiten nicht. „Grundsätzlich würden wir es sehr begrüßen, wenn der Alpenhof wieder ein Pflegeheim wird“, betont Foerst. Eine Belegung des Neubaus sei auch ohne Weiteres möglich. Auch der Heilbrunner Bürgermeister Thomas Gründl will „alles daran setzen, dass es wieder ein Pflegeheim wird. Denn der Landkreis braucht diese Plätze.“

Dass in dem Haus stattdessen Asylbewerber untergebracht werden, steht offenbar nicht zur Debatte. „Es gibt keinerlei Verhandlungen oder Vertragsentwürfe in diese Richtung“, stellt Foerst klar. „Trotz unserer Not bei der Unterbringung von Asylbewerbern würden wir das als schlechtes Signal empfinden. Es soll nicht der Anschein entstehen, dass hier alte Menschen ausziehen mussten, damit junge Asylbewerber einziehen können.“ Andreas Steppan

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