Foto: Krinner

Prächtiger Festzug beim Loisachgaufest

Trachtler feiern in Bad Heilbrunn 

Bad Heilbrunn - Beim Festgottesdienst gab es noch leichten Regen, doch beim Festzug am Nachmittag zeigte sich Bad Heilbrunn von seiner besten Seite: Rund 3000 Trachtler begingen das 89. Loisachgaufest. Über 1000 Zuschauer bewunderten den Festzug. 

Bad Heilbrunn – „Die sehen alle so fesch aus. Und die vielen Kinder, die da dabei sind und munter mitmarschieren. Solche Heimatfeste kennen wir bei uns gar nicht“, resümierte ein Urlauber-Ehepaar aus dem hohen Norden angesichts des langen Zuges an Trachtlern, der sich an ihm vorbei durch Bad Heilbrunn schlängelte. 

Über 1000 Zuschauer waren gestern Nachmittag gekommen, um sich den Festzug des 89. Heimattages des Loisachtaler Gauverbandes anzuschauen. Eine Augenweide boten dabei aber nicht nur die bodenständigen Trachten der 26 zugehörigen Vereine, sondern auch die detailreich gestalteten Festwägen etwa mit den historischen Darstellungen von der Zwieselalm, des Badehauses der Kurfürstin und der einst mühsamen Arbeit des Torfstechens. Für die Ehrengäste war natürlich eine fein geschmückte Kutsche bereitgestellt worden. Rege Betriebsamkeit herrschte aber auch bereits am Morgen des gestrigen Sonntags in Heilbrunn. 

Ab acht Uhr früh trafen nach und nach die auswärtigen Vereine ein und marschierten schließlich – von Musikkapellen angeführt – zum Gottesdienst im Adelheidpark. Viele prüfende Blicke richteten sich himmelwärts: Halten die Wolken dicht? Doch bis auf ein Tröpfeln zu Beginn und am Ende der Messe blieben die Teilnehmer trocken – zur Freude und Erleichterung des gastgebenden Heilbrunner Trachtenvereins d’ Buchbergler, der sich für eine Durchführung unter freiem Himmel entschieden hatten. „Wenn ich hier so in die Runde schaue, weiß ich gleich, wo ich bin“, stellte der aus Schwaben stammende Pfarrer Karl Bopp in seinen Begrüßungsworten fest. „Das ist unsere oberbayerische Heimat, die uns Gott geschenkt hat und für die wir Verantwortung tragen.“ Doch sei diese Heimat nicht der letzte Wert, „denn als Christen glauben wir, dass es eine letzte Heimat bei Gott gibt.“ 

Im Sinne der „brüderlichen Zusammenarbeit“ überließ Bopp die Predigt dem evangelischen Ortspfarrer Johannes Schultheiß. Dessen Thema: die Tradition. Jesus habe in manchen Lebenssituationen althergebrachte Traditionen gebrochen, er habe sie da verändert, wo sie dem Menschen nicht mehr dienten. Denn Tradition sei kein Selbstzweck. Das Motto „Mir san mir und ihr gehört nicht dazu“ könne gefährlich sein. „In einer verrückten Welt – siehe England, Nizza, Türkei – ist Zusammenhalt so wichtig wie noch nie.“ Hier im Ort kämpfe man beispielsweise gemeinsam gegen Hotelruinen und für das Wohl der Asylbewerber. „Wir brauchen ein großes Herz, in dem unsere Heimat Platz hat und der Rest der Welt auch noch.“

Von Rosi Bauer

89. Loisachgaufest in Bad Heilbrunn 

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