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Sparkassen-Schließung in Heilbrunn: Protest bleibt ohne Erfolg

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Von: Patrick Staar

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Seit Beginn des Jahres geschlossen: Die Sparkassen-Filiale in Bad Heilbrunn.
Seit Beginn des Jahres geschlossen: Die Sparkassen-Filiale in Bad Heilbrunn. © Hias Krinner

Seit Anfang dieses Jahres ist die Bad Heilbrunner Sparkassen-Filiale geschlossen. Der Ärger darüber ist noch immer nicht verraucht.

Bad Heilbrunn – Friedrich Bauer forderte Bürgermeister Thomas Gründl in der jüngsten Gemeinderatssitzung auf, noch mal das Gespräch mit den Verantwortlichen des Kreditinstituts zu suchen. Gründl dämpfte jedoch umgehend alle Hoffnungen, dass sich die Situation noch mal entscheidend verbessert.

Bauer: „Sparkasse ist ein wichtiger Teil unserer Infrastruktur“

Er habe berufsbedingt viel mit älteren Mitbürgern zu tun, sagte Allgemeinarzt Bauer. Lobend erwähnt werde in Gesprächen lediglich, dass beim Rewe-Markt Geld abgehoben werden kann. „Abgesehen davon höre ich sehr viele Klagen, dass die Leute jetzt bis nach Bad Tölz und Benediktbeuern fahren müssen, um einen Kontoauszug abzuholen oder eine Überweisung abzugeben.“ Viele über 60-Jährigen wollten oder könnten sich nicht umstellen. Gerade mit dieser Generation habe die Sparkasse aber lange Zeit gutes Geld verdient: „Unsere Mitbürger können doch nichts dafür, dass die Europäische Zentralbank so ungünstige Konditionen anbietet, dass die Banken so geringe Verdienstmargen bei der Vergabe von Krediten haben.“

Gründl solle daher fordern, dass der Service für ältere Mitbürger verbessert wird, sagte Bauer. „Die Sparkasse ist schließlich ein wichtiger Teil unserer Infrastruktur gewesen. Als Gemeinde haben wir mit ihr gut und gerne zusammengearbeitet.“ Die Sparkasse solle seiner Meinung nach im öffentlichen Raum einen Kontoauszugsdrucker und Briefkasten aufstellen, der zwei- oder dreimal wöchentlich geleert wird.

Gründl: Geldautomat am Supermarkt verbessern

„Sie sprechen mir aus der Seele“, antwortete Gründl. „Ich muss mir nur meine Eltern anschauen. Mein Vater ist 80 Jahre alt, und er kann keine Bankgeschäfte übers Handy erledigen.“ Er habe seine Aufgaben wahrgenommen, Gespräche mit allen Beteiligten geführt, den Unmut der Bevölkerung weitergegeben und eine Liste mit 500 Unterschriften übergeben, sagt Gründl. „Aber ich sag’s ganz offen: mit wenig Erfolg.“ Es sei „traurig“, wie momentan der Geldautomat am Rewe-Markt angebracht ist: „Dort fühle ich mich nicht wohl, wenn ich Geld abheben soll.“

Nach Rücksprache mit der Raiffeisenbank werde wenigstens wohl eine Überdachung angebracht. Abgelehnt wurde hingegen Gründls Vorschlag, einen kleinen Raum abzumauern und den Kontoauszugsdrucker am bisherigen Platz zu belassen. Die Sparkasse sende stattdessen ihren Kunden auf Wunsch die Kontoauszüge per Post zu. Ebenso können sich die Kunden Geld zuschicken lassen. Die Sparkasse übernehme in diesem Fall die Haftung. Gründls Ansicht nach mache es keinen Sinn, noch weitere Gespräche zu führen, „auch wenn ich ihnen wirklich gerne was anderes sagen würde.“

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