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Der Eingang zum Amtsgericht Wolfratshausen.
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Wegen unerlaubter Abgabe von Betäubungsmitteln an Minderjährige musste sich ein Heilbrunner vor dem Amtsgericht Wolfratshausen verantworten.

Amtsgericht

„Hirnlos“: Heilbrunner schenkt Mädchen (13) Marihuana

  • vonRudi Stallein
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Weil er einem 13-jährigen Mädchen den Wunsch nach ein bisschen Marihuana nicht abschlagen konnte, handelte sich ein junger Mann aus Bad Heilbrunn mächtig Ärger mit der Justiz ein.

  • Die Begegnung mit einem 13-jährigen Mädchen an einem Supermarkt hat einen jungen Heilbrunner nun vor Gericht gebracht.
  • Das ausgesprochen selbstbewusst auftretende Kind hatte ihn dazu gedrängt, ihm etwas Marihuana zu schenken.
  • Das Gericht sprach eine Freiheitsstrafe aus und setzte sie zur Bewährung aus.

Bad Heilbrunn/Wolfratshausen – Weil er einem 13-jährigen Mädchen den Wunsch nach ein bisschen Marihuana nicht abschlagen konnte, handelte sich ein junger Mann aus Bad Heilbrunn mächtig Ärger mit der Justiz ein. Da er im Tatzeitraum 21 Jahre alt war, musste er sich wegen unerlaubter Abgabe von Betäubungsmittel an Minderjährige vor dem Schöffengericht in Wolfratshausen verantworten. Ihn erwartete eine Mindeststrafe von einem Jahr Gefängnis. Am Ende kam er mit einem blauen Auge davon. Das Gericht wertete die Vorwürfe als minderschweren Fall und verurteilte den Heilbrunner zu einer Freiheitsstrafe von einem halben Jahr, die zur Bewährung ausgesetzt ist.

„Das war hirnlos von mir, dass ich das gemacht habe“, sagte der Angeklagte, den das Strafverfahren sichtlich mitnahm. „Es tut mir sehr, sehr leid.“ Offenbar, so wurde es im Laufe der Verhandlung bald erkennbar, war er von dem selbstbewusst auftretenden Mädchen, das er in einem Supermarkt in Bad Tölz kennengelernt hatte, recht angetan. „Er fand das Mädchen hübsch, vielleicht war er ein bisschen verknallt“, mutmaßte Verteidiger Peter Huber, der eine kurze Erklärung für seinen Mandanten abgab.

Mädchen (13) lässt nicht locker, bis es Drogen bekommt

Als die 13-Jährige Marihuana von ihm wollte, habe er ihr gesagt: Das ist nichts für Dich! Aber das Mädchen habe nicht lockergelassen, bis er irgendwann nachgegeben und ein Gramm für sie gekauft habe, fasste der Rechtsanwalt zusammen. Der Angeklagte konsumiere selbst keine Drogen. Die Schülerin bestätigte in der Verhandlung den Eindruck, den sie in einer früheren Vernehmung auch auf einen Kripobeamten gemacht hatte: „Sie ist sehr taff.“ Freimütig schilderte die Zeugin, wie sie den Angeklagten penetrant bearbeitet hatte. „Er meinte, ich sei zu klein. Aber ich habe sehr oft gebettelt, bis er mir was gegeben hat.“

Mächtig geschwindelt hatte das Mädchen gegenüber der Polizei, als sie zunächst behauptete, sie habe circa 20-mal jeweils fünf Gramm bekommen. Vor Gericht korrigierte sie diese Angaben auf „mindestens dreimal vielleicht ein halbes Gramm“. Als der Richter ihr die frühere Aussage bei der Polizei vorhielt, meinte die Schülerin: „Ich war 13. Ich dachte, ich kann alles erzählen. Ich bin ja nicht strafmündig.“ Nachdem Richter Helmut Berger ihr klar gemacht hatte, was sie dem Angeklagten damit für einen Ärger eingebrockt hatte, betonte die Zeugin abschließend noch einmal: „Es war meine Schuld, dass er mir was gegeben hat. Ich musste wirklich bitten.“

Heilbrunner wird zu sechs Monaten Freiheitsstrafe verurteilt, ausgesetzt zur Bewährung

Für sie selbst hatte die Aktion auch unangenehme Konsequenzen. „Ich bin daraufhin bei meiner Pflegemutter rausgeflogen“, berichtete die Schülerin dem Gericht.

Das Gericht verurteilte den Heilbrunner zu sechs Monaten Gefängnis, setzte diese Strafe aber für zwei Jahre zur Bewährung aus. Damit blieb das Gericht deutlich unter dem Antrag der Staatsanwältin, die 20 Monate Haft mit Bewährungschance für angemessen erachtete. Strafmildernd wertete das Gericht, dass das Mädchen trotz ihrer jungen Jahre bereits Erfahrung mit Betäubungsmitteln hatte, als sie den Angeklagten seinerzeit ansprach.

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