+
Das Kurhotel ist Geschichte: Bürgermeister Thomas Gründl und der Heilbrunner Gemeinderat wollen einen Ideenwettbewerb für die Heilbrunner Ortsmitte ausschreiben. Noch sind aber die Bagger mit der Beseitigung der letzten Schutthaufen beschäftigt.

Rundgang

Viel Platz für die Zukunft

  • schließen

Bad Heilbrunn – Dorfplatz mit Maibaum, Wohnungen, Praxen, Bistro und Hotel: Ideen für die Zukunft der Heilbrunner Ortsmitte gibt es viele. Doch noch ist offen, wie sie einmal aussehen wird. Ein Spaziergang mit Bürgermeister Thomas Gründl.

Ein kniehohes Stück Mauer: Das ist alles, was vom ehemaligen Kurhotel übrig ist. Die Stahlgitter der beiden herausgebrochenen Fenstern biegen sich unter der Last des Schutthaufens, der sich über dem Mauerrest auftürmt. Zwei Bagger wühlen in dem Schutt, zerkleinern ihn für den Abtransport. Thomas Gründl steht mittendrin und ist sichtlich gut gelaunt. „Das Potenzial, das Bad Heilbrunn und natürlich auch die Region jetzt vor sich haben, ist einzigartig.“

Gemeinde besitzt knapp 94.000 Quadratmeter

Der Bürgermeister blickt über das Gelände, auf das nun jeder freie Sicht hat, der die Badstraße entlanggeht. 81 000 Quadratmeter zwischen der Bundesstraße und der ehemaligen Leonardisklinik gehören seit vergangenem Jahr der Gemeinde. Mit den knapp 13 000 Quadratmetern des ehemaligen Postgrundstücks, die sie im Jahr 2012 erworben hat, stehen in der Heilbrunner Ortsmitte alle Möglichkeiten offen.

Für den Gemeinderat ist die Überplanung des Geländes eine Herausforderung. „Wir haben bei der Klausurtagung lange über das Areal gesprochen“, sagt Gründl. Der Gemeinderat will einen Ideenwettbewerb ins Leben rufen, um die Zukunft der Ortsmitte zu gestalten. Wie er ablaufen soll, steht noch nicht fest. „Ich stehe hinter dem Wettbewerb“, sagt Gründl. Ihm sei wichtig, in 20 Jahren genau begründen zu können, warum man sich damals so entschieden hat.

Der bestehende Bebauungsplan für das Areal sieht eine Mischnutzung aus Gewerbe und Wohnen vor. „Er ist rechtskräftig, aber wir haben ihn 2009 unter anderen Gegebenheiten aufgestellt“, sagt Gründl. Heute habe die Gemeinde mehr Flächen zur Verfügung und müsse über das Grundstück hinaus überlegen, wohin sich Bad Heilbrunn entwickeln will.

Post-Areal wäre Sahnestück für ein Hotel

Gründl persönlich könnte sich eine Art Dorfplatz vor dem Rathaus vorstellen. „Vielleicht könnten wir einen Maibaum aufstellen, es könnte ein Bistro oder eine Eisdiele geben“, schwärmt er. Die Mischnutzung hält er für sinnvoll. Ein Dorfzentrum sei wichtig für Bad Heilbrunn. Gründl höre immer wieder: „Ich wusste nicht, dass es bei Euch so schön ist, ich kannte nur die Bundesstraße.“ Daher wünsche er sich auch einen Kreisverkehr für den geplanten Supermarkt an der Birkenallee (wir berichteten). „Ein Kreisverkehr zeigt, dass hier der Ort anfängt, und wirkt mit der Gärtnerei, dem Bioladen und dem Supermarkt einladend.“

Bedeutend für das Dorf ist auch der Tourismus, wie Gründl auf dem ehemaligen Post-Grundstück verdeutlicht. „Mit dieser Aussicht wäre es das Sahnestück für ein Hotel.“ Von dem derzeit als Parkplatz genutzten Areal, kann man bis zum Hohenpeißenberg schauen. Nach acht Jahren als Bürgermeister habe sich sein Blick vielleicht im ein oder anderen Punkt schon etwas festgefahren, gesteht Gründl. „Beim Ideenwettbewerb könnte sich etwas Neues ergeben, woran ich noch gar nicht gedacht habe.“

Zum jetzigen Zeitpunkt fände er ein Hotel neben dem Rathaus aber sehr schön. „Wir haben gute Gastronomie, gute Pensionen, gute Luft, den Kräuterpark, die Kunstakademie und bald kommt der Kasladen dazu, aber kein Hotel.“ Mit der Stiftung Nantesbuch hofft Gründl besonders auf Synergieeffekte.

Kunst, Natur und die Gesundheitsthemen, die viele Betriebe in Bad Heilbrunn abdecken, seien aber nicht nur für den Tourismus wichtig. „Wenn wir das zusammenbringen mit unserem Kindergarten, der Schule, die wir gerade sanieren, und Einkaufsmöglichkeiten, können unsere Kinder später sagen: ,Hier fühle ich mich wohl.‘“ Dazu gehören freilich auch der VDSL-Ausbau und die Erweiterung des Gewerbegebiets, bei dem gerade die Ausgleichsflächen festgelegt werden. Damit schaffe man langfristig Arbeits- und Ausbildungsplätze. „Ich hoffe, wir können das im Laufe des Jahres abschließen und dann die Flächen vergeben.“

Das Sanatorium Strauß neben dem ehemaligen Post-Areal soll beim Ideenwettbewerb mitbegutachtet werden. „Es gehört zur Ortsmitte dazu.“ Die Gemeinde hatte Interesse, das Anwesen zu kaufen. Nach dem Erwerb der Hoefter-Flächen geht das nicht mehr. Der Bürgermeister glaubt dennoch, dass der Eigentümer von dem Ideenwettbewerb profitieren und die Zukunft der Ortsmitte mitgestalten könnte.

Mit im Paket der neuerworbenen Flächen war auch ein Grundstück Richtung Bundesstraße – schräg gegenüber vom geplanten Nahversorger. Pläne hat die Gemeinde damit noch nicht. „Es gibt einen Bebauungsplan, aber jetzt haben wir noch keinen Kopf dafür“, sagt Gründl mit Blick auf den Supermarkt. Der und das Ortszentrum haben Priorität. „Dann gibt es noch viele Flächen, über die wir uns Gedanken machen müssen. Das geht nicht von heute auf morgen.“

Bezahlbarer Wohnraum soll geschaffen werden

Noch ein solches Grundstück liegt an der Bundesstraße. Es würde sich für sozialen Wohnungsbau eignen, meint Gründl. „Bezahlbare Wohnungen sind ein Thema, über das wir uns auch Gedanken machen müssen“, sagt der Bürgermeister. Doch auch hier gilt: „Wir können nicht zehn Baustellen auf einmal haben.“

Auf dem Weg zurück zum Rathaus kommt Gründl an der Adelheidquelle vorbei. Noch so ein Punkt, den er erst mal aufschieben muss. „Wir haben erste Gespräche mit der Jod AG geführt, aber die Gemeinde hat so viel Arbeit, dass ich die Jod AG gebeten habe, uns noch etwas Luft zu geben“, sagt Gründl.

Der letzte Schutt, der farblich in Rot, Grau und Schwarz gegenüber dem Rathaus liegt, gehört spätestens Ende März der Vergangenheit an. Das Gelände wird befestigt, und dann kehrt nach über 30 Jahren wieder Leben auf dem Platz ein – auch wenn der Gemeinderat noch Zeit zur Überplanung braucht. Gründl: „Ab dem Frühjahr wird auf dem Platz ein Flohmarkt veranstaltet.“

So geht es mit der Leonardis-Klinik weiter.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Guten Morgen! Unser blumiges Leserfoto des Tages
Guten Morgen! Unser blumiges Leserfoto des Tages
Termine des Tages: Das steht an am Dienstag
Termine des Tages: Das steht an am Dienstag
Schulleiter Klaus Fortner verlässt Realschule Hohenburg nach nur zwei Jahren
Klaus Fortner geht zum Ende des Schuljahres. Den Leiter der St.-Ursula-Mädchenrealschule zieht es zurück in seine Heimat Neuburg an der Donau. Er ist seit zwei Jahren in …
Schulleiter Klaus Fortner verlässt Realschule Hohenburg nach nur zwei Jahren
Feuerwehr zu Porsche-Crash: „So etwas noch nie gesehen“
Bichl - Dieser Unfall schockierte selbst erfahrene Rettungskräfte: Eine Porsche-Fahrerin touchierte bei einem Überholmanöver zwei Autos und fuhr frontal in ein drittes. …
Feuerwehr zu Porsche-Crash: „So etwas noch nie gesehen“

Was denken Sie über diesen Artikel?

Kommentare