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Wenn der Schulweg zum Problem wird: Heilbrunner Kinder bekommen – je nach Wohnort – entweder d ie Fahrt nach Bad Tölz oder nach Penzberg bezahlt. Viele Eltern empfinden die Aufteilung als willkürlich und problematisch. 

Eltern finden es willkürlich

Schulsprengel teilt Heilbrunns Schülerschaft

Kinder aus der Gemeinde Bad Heilbrunn, die auf weiterführende Schulen gehen, sind – je nach Ortsteil – Penzberg oder Bad Tölz zugeordnet. Die Busverbindungen nach Tölz sind gut, nach Penzberg miserabel. Der Schulsprengel teilt die Gemeinde in Hälften – für viele nicht nachvollziehbar.

Bad Heilbrunn – Konrad Specker hatte kürzlich die Gemeinde gebeten, beim Landratsamt (LRA) zum Thema Schulbusverbindung in Richtung Penzberg nachzufragen. Eltern aus Langau hatten ihn angesprochen, weil ihre Kinder laut Bescheid auf eine Tölzer Schule gehen sollen – sie die Kinder aber lieber auf das Penzberger Gymnasium schicken.Die Busverbindung für die Schulkinder nach Penzberg sei unzumutbar. Gemeinde-Geschäftsführer Andreas Mascher verkündete am Dienstag im Gemeinderat die Stellungnahme von Landratsamt und RVO zu Speckers Anliegen.

Das Problem: Der Schulsprengel – also ob ein Kind nach der Grundschule auf eine Schule in Penzberg oder Bad Tölz gehen soll – spaltet die Gemeinde in zwei Hälften. Kinder aus der Ortsmitte schickt das Landratsamt nach Bad Tölz, Kinder einiger Weiler, wie Untersteinbach, Mürnsee oder Hohenbirken, ordnet das Amt den Penzberger Schulen zu. Die Busanbindungen sind nach Bad Tölz an den Schulrhythmus angepasst – nach Penzberg nicht.

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„Es gibt eine Karenzzeit von einer Stunde, die laut Gerichtsbeschluss für ein Kind als Wartezeit zumutbar ist“, beantwortete Andreas Mascher das Anliegen Speckers. Eltern die ihre Kinder – aus privaten oder beruflichen Gründen – in Penzberg einschulen, obwohl sie Bad Tölz zugeordnet sind, müssten sowohl die Kosten als auch den Mehraufwand wegen der schlechten Busverbindungen selbst tragen. Die Kosten würden laut Mascher bei entsprechendem Antrag mit plausibler Begründung für die Penzberger Schule übernommen. An der Busverbindung werde sich hingegen vorerst nichts ändern: „Der RVO baut erst dann eine neue Verbindung nach Penzberg auf, wenn 40 bis 50 Kinder sie nutzen“, so Mascher.

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Gemeinderatsmitglied Karolina Waldmann kommt die Zuordnung der Heilbrunner Kinder nach Tölz oder Penzberg ein wenig willkürlich vor. Schließlich würden die Gemeinde-Kinder erst zusammen auf die Grundschule gehen und dann plötzlich getrennt. Im Gemeinderat meldete sie sich zu Wort: „Ich habe damals auch den Bescheid bekommen, dass meine Kinder nach Penzberg müssen, obwohl direkt vor der Tür der Bus nach Bad Tölz fährt“, so Waldmann. Für den Bus nach Penzberg hätte sie ihre Kinder morgens und mittags mit dem Auto zur Haltestelle für den Penzberger Bus fahren müssen. Undenkbar für die berufstätige Mutter. Die älteren Kinder der Gemeinderätin gingen zudem bereits auf das Tölzer Gymnasium, nur für die zwei Jüngsten wollte das Landratsamt plötzlich die Penzberger Schule – und auch nur die RVO-Fahrt dorthin bezahlen. Für die Fahrt nach Tölz hätte Waldmann im Jahr gut 1000 Euro pro Kind bezahlen müssen.

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Dem Antrag Waldmanns, ihre Kinder nach Tölz schicken zu dürfen, wurde stattgegeben. Doch die Heilbrunnerin weiß von anderen Familien: Der Hinweg nach Penzberg sei zumutbar, die Heimfahrt für die Schüler hingegen beschwerlich. „Der Bus fährt erst eine Stunde und 20 Minuten nach Schulschluss in Penzberg ab“, sagt Waldmann. Die Sprengel-Grenze sei laut Konrad Specker „vermutlich die B11“. Die Busse dort gehen aber alle nach Bad Tölz.

Nora Linnerud

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