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Am Stallauer Weiher: „Wiesweber“ steht erneut leer

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Bad Heilbrunn - Für die Traditions-Wirtschaft am Stallauer Weiher gibt es keine neuen Pläne. Vor Gericht wird um ausstehende Zahlungen gestritten.

Nach nicht einmal drei Jahren ist schon wieder alles vorbei: Im März hat Pächter Edmund Steiner seine Schlüssel zurückgegeben, seitdem steht das Gasthaus „Wiesweber“ am Stallauer Weiher wieder leer. Daran wird sich so schnell wohl auch nichts ändern: Nachdem es in den vergangenen zehn Jahren immer wieder Ärger zwischen den verschiedenen Wirtsleuten und der Wiesweber Verwaltungs GmbH & Co. KG gab, hat Geschäftsführerin Svetlana Schwaighofer fürs Erste die Nase voll. „Wir wollen erst mal nichts mehr machen, bevor es schon wieder Probleme gibt.“

Schwaighofer spielt damit nicht nur auf den aktuellen Streit mit Edmund Steiner an, der derzeit vor dem Landgericht München II verhandelt wird. Auch mit der langjährigen Wirtin Elisabeth Reheis kam es 2003 zum Bruch, ebenso mit den beiden anderen Pächtern, die nach Reheis ihr Glück mit der Traditionsgaststätte versucht haben. Entsprechend durchwachsen ist der Ruf, der Schwaighofer und ihrem Mann Bartholomäus inzwischen vorauseilt – zu Unrecht, wie die beiden betonen.

Bislang sah das Ehepaar aber keinen Sinn darin, öffentlich Stellung zu so mancher Fehlinformation zu beziehen. „Sind die Gerüchte erst einmal im Umlauf, interessiert die Gegendarstellung sowieso niemanden mehr“, sagt Bartholomäus Schwaighofer, dessen Familie der „Wiesweber“ schon immer gehört hat. „Dabei könnte ich jedem, der Zeit hat und zuhören will, jede Frage schlüssig beantworten.“ Drei Leitz-Ordner hat Schwaighofer zu diesem Zweck mit zum Interview-Termin gebracht.

Ausstehende Zahlungenin Höhe von 37 000 Euro

Darin hat er unter anderem den Schriftverkehr mit Pächtern und Anwälten dokumentiert, aber auch alte Zeitungsberichte, Verträge und eine Aufstellung über die Pacht- und Mietzahlungen. Rund 37 000 Euro hat Steiner demnach für Pacht und Gastronomie-Ausstattung nicht überwiesen. Laut den Schwaighofers blieb zum ersten Mal im März 2014 das Geld aus, nachdem Steiner die Pachtzahlungen zwischen Juni 2013 und Februar 2014 immer einigermaßen pünktlich bezahlt hatte.

Steiner bestreitet auch gar nicht, dass er die Pacht in Höhe von zuletzt 1250 Euro gar nicht oder nur teilweise bezahlt hat. „In Absprache mit meinem Anwalt habe ich die Pachtzahlungen um bis zu 80 Prozent gekürzt.“ Als Grund gibt der Österreicher an, dass die Heizung im „Wiesweber“ nicht funktioniert habe, 2013/2014 also kein Winterbetrieb möglich gewesen sei.

Seltsam nur, dass ihnen Steiner das erst im Sommer 2014 mitgeteilt habe, finden die Schwaighofers. „Wir haben von dem Problem nichts gewusst, sonst wären wir mit einem Installateur gekommen.“ Da es im Sommer nicht möglich gewesen sei, die Heizung zu überprüfen, bot das Ehepaar nach eigenen Angaben an, dies mit Beginn der kalten Jahreszeit nachzuholen. „Eine Reaktion darauf haben wir nie bekommen“, sagt Svetlana Schwaighofer.

Auch auf diverse Mahnungen und die erste Kündigung im Dezember 2014 habe Steiner nie reagiert, so dass die Verpächterin schließlich einen Gerichtsvollzieher einsetzte. Doch auch der konnte den Wirt nicht erreichen. „Wir vermuten, dass er sich zu diesem Zeitpunkt bereits bei der Gemeinde abgemeldet hatte“, sagt Bartholomäus Schwaighofer.

Verfahren vor dem Landgericht München II

Im Januar 2015 sei man sich mehr oder weniger zufällig über den Weg gelaufen, so dass endlich auch die angeblich kaputte Heizung überprüft werden konnte. „Vorher ging das nicht, wir hatten keinen Schlüssel für die Gaststätte“, sagt Svetlana Schwaighofer. Ein Mitarbeiter von Fesl Gebäudetechnik in Bad Tölz habe dann auch schnell den Grund dafür gefunden, warum es in der Gaststätte nicht warm geworden ist: „Ein Hahn war nicht komplett aufgedreht“, sagt Bartholomäus Schwaighofer.

Wer im Recht ist, muss das Landgericht München II in den kommenden Monaten prüfen – eine Entwicklung, die Steiner sehr bedauert: „Der ,Wiesweber‘ ist ein Traum, es ist super gelaufen.“ Auch die Schwaighofers hätten sich das Gerichtsverfahren gerne erspart. Einen Vergleich haben sie trotzdem ausgeschlagen. „Wir haben ein Recht auf dieses Geld“, sagt Svetlana Schwaighofer. „Auch wenn man immer der Böse ist, wenn man sein Geld einfordert.“

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