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Voller Saal: Die Kuratorin des Festivals „Moosbrand“ Dr. Brigitte Labs-Ehlert (li.) begrüßt die Gäste im „Langen Haus“ auf Gut Nantesbuch.

Literaturfestival

Stiftung Nantesbuch: Feuer und Flamme für „Moosbrand“

Es war das erste Festival, das die Stiftung Nantesbuch bei Bad Heilbrunn veranstaltete. „Moosbrand“, so der Titel, sollte ein dreitägiges Literatur- und Musikfest für die Region sein - und es war ein voller Erfolg.

Bad Heilbrunn/Nantesbuch  Ein Festival, bei dem sich Autoren, Darsteller und Musiker aus dem gesamten deutschsprachigen Raum treffen, um mit dem Publikum in Lesungen, Konzerten und Gesprächen in einen Dialog zu treten. Dieses Konzept scheint aufgegangen zu sein. Wie Anke Michaelis bilanzierte, waren die einzelnen Veranstaltungen oftmals komplett ausgebucht. „Der anspruchsvollste Abend“, so die Pressesprecherin der Stiftung, sei dabei sicher der Freitag gewesen, der Stéphane Mallarmés letztes Gedicht „Un Coup de Dés“ behandelte. Dieser Abend mit Performance sei zwar nicht ausverkauft, aber doch sehr gut besucht gewesen. „Besser als erwartet.“

Mit insgesamt rund 280 Gästen seien die Tages- sowie die Abendveranstaltung am Samstag dagegen „komplett ausverkauft“ gewesen. Ab dem späten Vormittag drehte sich im so genannten Langen Haus der Stiftung alles um den Autor Raoul Schrott. Launig und unheimlich fesselnd berichtete er mit Tiroler Schmäh von der Entstehung seines monumentalen literarischen Werkes „Erste Erde. Epos“ – einer literarischen Auseinandersetzung mit dem heutigen Wissen über die Welt. Schrott verbindet darin die Erzählungen alter Mythen mit dem Diskurs heutiger Naturwissenschaften. In etwa 45 Minuten nahm Schrott seine Zuhörer mit zu den Maori nach Neuseeland, wo er in tiefen Höhlen nach Erkenntnissen zur Urknalltheorie forschte und auf alte Schöpfungsmythen stieß. Er erzählte von seiner Reise zu den 4,2 Milliarden Jahre alten Ursteinen der Welt. Einer Forschungsfahrt, die ihn fast das Leben gekostet hätte, und auf der er schließlich nicht nur dieses alte Gestein in der Hand hielt („ich habe die erste Erde gesehen“), sondern auch gelernt hatte, wie man sich bei einem Angriff durch einen Schwarzbären verhalten muss.

Unterhaltsam: Raoul Schrott (li.) im Gespräch mit Mathematiker und Physiker Josef Gaßner.

Keine Frage: Schrotts Erzählungen über die Entstehung der Welt und sein Ringen darüber, wie man naturwissenschaftliche Erkenntnisse in literarische Sprache gießen kann, weckten beim Zuhörer die Lust auf Forschung und Lesen. Und auch die anschließenden Erläuterungen des Wissenschaftlers Josef Gaßner zum Urknall waren alles andere als staubtrocken. Allein mit Hilfe einer Orange gelang es ihm, die Entstehung unseres Sonnensystems laienverständlich darzustellen. Da waren Aha-Momente garantiert, wo man einst in der Schule nur Bahnhof verstanden hatte. Musikalisch umrahmt wurde der Tag von Maya Homburger (Violine) und Barry Guy (Bass).

Auch der dritte und letzte Tag des Festivals, der Sonntag, mit einer Lesung und einem Konzert mit der Schauspielerin Corinna Harfouche und dem Kuss-Quartett – war laut Pressesprecherin Michaelis mit 140 Gästen ausgebucht. 2018 soll das Literatur- und Musikfest erneut stattfinden. „Wir sind hoch zufrieden mit der Annahme“, so Michaelis. fn

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