Im Langen Haus in Karpfsee fanden bislang die meisten der zahlreichen Veranstaltungen statt. Unser Bild entstand bei der Einweihungsfeier im Jahr 2017. Die gemeinnützige Stiftung, die seit Kurzem einen neuen Namen trägt, hat mittlerweile 48 Mitarbeiter. 
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Im Langen Haus in Karpfsee fanden bislang die meisten der zahlreichen Veranstaltungen statt. Unser Bild entstand bei der Einweihungsfeier im Jahr 2017. Die gemeinnützige Stiftung, die seit Kurzem einen neuen Namen trägt, hat mittlerweile 48 Mitarbeiter. 

Kultur

Stiftung von Susanne Klatten in Nantesbuch stellt sich neu auf

  • Christiane Mühlbauer
    vonChristiane Mühlbauer
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Seit Jahresbeginn trägt die Stiftung Nantesbuch einen neuen Namen und heißt nun „Stiftung Kunst und Natur“. Damit werden die beiden Standorte in Nantesbuch und Bad Homburg sowie die Programmgestaltung unter einem Dach zusammengefasst.

Bad Heilbrunn – Unternehmerin Susanne Klatten hatte die Stiftung im Jahr 2012 gegründet. Der Name Nantesbuch bezieht sich auf das Gelände der einstigen landwirtschaftlichen Güter in Nantesbuch und Karpfsee in der Gemeinde Bad Heilbrunn. Nach längerer Um- und Ausbauphase wurde 2017 das sogenannte Lange Haus in Karpfsee eingeweiht. Dann kam das Veranstaltungsprogramm, das sich mit den Themen Kunst und Natur in vielfältigster Weise beschäftigt, in Fahrt.

In den vergangenen Jahren hat sich das Angebot, das auch viele Interessierte aus dem weiten Umland anzieht, etabliert. Mit prominenten Gästen, etwa beim „Moosbrand“-Literaturfestival, wurde die Arbeit überregional bekannt. Zugleich widmet sich die Stiftung der Landschaftspflege und renaturiert beispielsweise Flächen auf dem weitläufigen Areal.

Susanne Klatten ist zugleich auch Gründerin der Altana-Kulturstiftung. Sie unterhält das Museum Sinclair-Haus in Bad Homburg. Hier sind wechselnd Ausstellungen zu sehen, die sich ebenfalls mit den Themen Kunst, Natur und dem Verhältnis zum Menschen beschäftigen.

Das Museum Sinclair-Haus wurde 2017 Teil der Stiftung Nantesbuch. Nun wird beides in der „Stiftung Kunst und Natur“ vereint. „Die Verquickung der beiden Standorte war intransparent und entsprach nicht mehr unserer Struktur“, sagt Pressesprecherin Anke Michaelis. An beiden Standorten, also sowohl in Bad Heilbrunn als auch in Bad Homburg, wolle man regional wirken. Der neue Name der Stiftung lasse nun das Tätigkeitsfeld klar erkennen. An beiden Orten biete die Stiftung „Räume und Formate für die sinnliche Erfahrung und interdisziplinäre Auseinandersetzung mit Kunst und Kultur sowie Natur und Landschaft“. Man wolle weiterhin „Impulse für die Gestaltung der Gesellschaft geben“.

Susanne Klatten

Sitz der gemeinnützigen Stiftung ist Bad Heilbrunn. Sie beschäftigt 48 Mitarbeiter, davon 35 in Nantesbuch. In Kurzarbeit ist man dort übrigens nicht. Derzeit laufen die Programm-Planungen – nicht nur für dieses Jahr, sondern auch für weitere Projekte in den kommenden Jahren.

„Wir wollen versuchen, schon bald wieder das Programm aufzunehmen“, sagt Michaelis. Digitale Projekte werden jetzt im Mittelpunkt stehen, aber auch in Zukunft Teil des Veranstaltungsangebots sein. „Wir haben viele Pläne.“ Die Angebote sollen allerdings nicht darauf basieren, „dass man einfach nur ein Video ins Netz stellt“. So soll das Projekt „Dawn Chorus“, das Vogelstimmen auf der ganzen Welt sammelt und sie in einem großen Vogel-Chor der Wissenschaft und der Künste verbindet, fortgesetzt und erweitert werden. Es wurde beim ersten Corona-Lockdown in Zusammenarbeit mit „Biotopia München“ initiiert und fand regen Anklang. „Wir arbeiten jetzt an einer App“, sagt Michaelis.

Das Themenjahr 2021 trägt den Titel „Bestimmung“, Details sollen in Kürze vorgestellt werden. Ein digitales „Journal“, genauer gesagt eine Art Blog, soll die Arbeit begleiten. Einen ersten Eindruck kann man schon auf der neuen Homepage sehen. „Geplant sind querbeet kleine Streiflichter, vom Kochrezept bis hin zu einem philosophischen Aufsatz“, erklärt Michaelis.

In den vergangenen Jahren fanden die Aktivitäten fast ausschließlich im und um das Lange Haus in Karpfsee statt. Zum Areal gehört jedoch auch der Weiler Nantesbuch, ein kurzes Stück von Karpfsee entfernt. Hier befinden sich beispielsweise der Permakulturgarten sowie Stallungen (wir berichteten). Das Hofgut soll langsam weiterentwickelt werden, so dass ein „Campus Kunst und Natur“ entsteht. „Hier sind wir aber noch in einer sehr frühen Planungsphase.“

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