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Heimspiel: Peter Eberl in seinem heimischen Garten, wo alle seine Makro-Aufnahmen entstanden sind – auch das mit dem gelben Marienkäfer. Das rechte Bild zeigt eine Spiegel-Stadtansicht von Regensburg.

Porträt 

Süchtig nach der Fotografie: Sein Heimatdorf ist Peter Eberls Lieblingsmotiv

Das Leben durch die Linse einer Kamera betrachten. Menschen, Pflanzen, Tiere und das Brauchtum in seinem Heimatdorf festhalten: Das ist die Passion von Peter Eberl aus Obersteinbach. Derzeit zeigt er seine Fotografien erstmals in einer Ausstellung einer breiten Öffentlichkeit.

Obersteinbach Egal, ob Peter Eberl nach Afrika reist oder einfach nur aus der Tür seines Hauses in Obersteinbach tritt: Eine seiner acht Kameras hat der 56-Jährige immer dabei. Denn Eberl ist stets auf der Suche. Nach einer besonderen Stimmung, einer schönen Blume, nach großen und kleinen Tieren und ganz besonders nach Gesichtern. Denn Gesichter, sagt er, sind sein absolutes Lieblingsmotiv. „Das ist schon ein bisschen wie eine Sucht“, beschreibt Eberl seine Leidenschaft für die Fotografie, die sich bei ihm während einer USA-Reise in den 1980er-Jahren entwickelt hat.

Seine Sucht ist so groß, dass er seine etwa vier Kilo schwere Fotoausrüstung schon bei diversen großen Reisen mitgeschleppt hat; etwa auf die Galapagos-Inseln, nach Peru oder auf eine Trekking-Tour durch Patagonien. Das Ergebnis sind grandiose Aufnahmen, die mitunter wie gemalt wirken.

Mittlerweile, so rechnet Eberl nach, könnten auf seinem heimischen Computer rund 500 Gigabyte Bilder lagern. 70 seiner besonders gelungenen Aufnahmen präsentiert er derzeit in einer Ausstellung im Kloster Benediktbeuern. Geplant war das nicht. Denn Eberl, der hauptberuflich als Kfz-Sachverständiger arbeitet, sieht sich selbst nicht als Künstler. Allerhöchstens als Hobbyfotograf. Dabei sind die in der Ausstellung gezeigten Makroaufnahmen, die Schwarz-Weiß-Fotografien oder die Porträts beeindruckend in ihrer Direktheit, ihrem Licht und der Intensität der Beobachtung.

Und viele der Werke sind Dokumente des Dorflebens. Denn bereits seit vielen Jahren hat es sich der Vater zweier erwachsener Kinder zur Aufgabe gemacht, das Leben und Treiben in Obersteinbach und Umgebung festzuhalten: etwa Leonhardi-Fahrten, Holzarbeiten, Maibaumfeiern oder Naturimpressionen. Daraus wollte er vor einigen Jahren mal einen Obersteinbacher Dorfkalender machen. Weil daraus aber nie was geworden sei, habe er sich nun von einigen Bekannten zu der Ausstellung überreden lassen. Und dafür bekomme er viel Lob, sagt er. Vielleicht auch deshalb, weil Eberl authentisch bleibt beim Fotografieren.

Tricksereien am Computer mag er nicht. Nachbearbeiten tue er seine Bilder kaum, sagt er. Er wartet lieber auf den passenden Moment und steht dafür schon mal frühmorgens in seinem Garten, um die Nebelschwaden über der blühenden Mohnwiese einzufangen. Bis zu zehn Stunden pro Woche verbringt er mit Fotografieren, rechnet er nach. Seine Frau habe sich mittlerweile daran gewöhnt, dass er bei Ausflügen und Co. ständig irgendwo stehen bleibe.

Ob er nochmals eine Ausstellung macht, glaubt Eberl zwar nicht. Aber nächstes Jahr feiert das Obersteinbacher Gartenfest sein 50-jähriges Bestehen. Zu diesem Jubiläum überlegt er, ein Fotobuch herauszubringen. (Franziska Seliger)

Öffnungszeiten

Die Foto-Ausstellung von Peter Eberl trägt den Titel „Mei Dorf, d’ Leid und Bleaml“ und ist noch bis 13. Mai im Kreuzgang des Klosters Benediktbeuern zu sehen. Die Ausstellung ist täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. 

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