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BMW-Großaktionärin Susanne Klatten im Hauptgebäude ihrer neuen Stiftung Nantesbuch. 

Am Samstag nimmt sie die Arbeit auf

Klatten-Stiftung Nantesbuch: Die Sinne für Kunst und Natur öffnen

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2012 gründete BMW-Erbin Susanne Klatten die Stiftung Nantesbuch für Kunst und Natur und kaufte ein Gut bei Bad Heilbrunn. Am Samstag werden die ersten Gebäude eingeweiht.

Bad Heilbrunn – Das prägende Gebäude auf der zu Nantesbuch gehörenden Hofstelle Karpfsee ist das Lange Haus, das mit 130 Metern seinem Namen alle Ehre macht. Es verbindet Tradition und Moderne, steht es doch auf den Grundrissen der beiden Vorgängergebäuden. Der Münchner Architekt Prof. Florian Nagler hat Teile des Mauerwerks der beiden einstigen Kuhställe erhalten. Neu ist die Holzkonstruktion im Obergeschoss. Eine lichte Eingangshalle verbindet die Gebäudeteile.

„Der südliche Flügel ist der Landwirtschaft gewidmet“, sagte Stiftungsgründerin Susanne Klatten am Freitag. Dort befinden sich Stallungen und der Heuboden. Im nördlichen Flügel sind die 14 Gästezimmer, die Seminar- und Speiseräume untergebracht. Dort ist sehr viel Platz „für den Austausch, für Gespräche und die Kultur“, sagte Klatten. Kunst und Natur sind im Programm der Stiftung untrennbar miteinander verbunden. „Hier sollen Künstler und Künste in Reflexion auf die Natur arbeiten“, wünscht sich Klatten. Dabei gehe es um alle Künste – von der Bildenden Kunst bis zum Tanz.

Philosophie und Wissenschaft nebeneinander

Das Zusammenspiel von Kunst und Natur zeigt sich am besten in den „Erkundungen“, die auf dem weitläufigen Gelände angeboten werden. „Es sind geführte thematische Wanderungen, die Wissenschaftler gemeinsam mit Künstlern oder Philosophen begleiten“, erklärte Stiftungs-Geschäftsführer Konstantin Reetz. „Wir wollen uns der Natur von allen Seiten nähern, der Seite des Philosophierens und des genauen und wissenschaftlichen Beobachtens.“ Es wird auch intensiv in der Natur gearbeitet. Teile der Flächen werden nach wie vor landwirtschaftlich genutzt. Es gibt ein Programm, das sich um die Wiedervernässung der Moorflächen auf dem Areal kümmert oder auch ein Ganzjahresbeweidungsprojekt mit Exmoor-Ponys.

Die Kunst spielt immer eine gleichberechtigte Rolle. Schon an der Zufahrt wird der Besucher von der knapp vier Meter hohen Bronze-Plastik „Daphne“ von Markus Lüpertz empfangen. Vor und in der großen Halle stehen Kunstwerke für die vier Elemente. Besonders eindrucksvoll ist die Installation „Blowing in the Wind“ der finnischen Künstlerin Kaarina Kaikkonen. Die aufgehängten Hemden fliegen dem Himmel entgegen. „Jedes steht für die Flüchtigkeit des Lebens“, sagte Stiftungs-Geschäftsführerin Andrea Firmenich. Eines Tages soll die gesamte Sammlung zeitgenössischer Kunst in Nantesbuch eine Heimat finden.

Klatten hat mit ihrer Stiftung Einiges vor

Die Programm der Stiftung wendet sich im Moment vor allem an Erzieher, Lehrer und andere Multiplikatoren, die ihre Erfahrungen an junge Menschen weitergeben sollen, so Klattens Wunsch. Mit den „Kindersamstagen“ gibt es aber auch Angebote direkt für den Nachwuchs. „Ich habe hohe Erwartungen an die Arbeit unserer Stiftung“, sagte Klatten. „Aber wer Erwartungen hat, muss auch warten können. Daher gehen wir alles mit Ruhe an.“ Nantesbuch sei ein „wahrlich starker Flecken Erde“. Die Abgeschiedenheit ermögliche es, „Abstand von der Unruhe der Stadt zu finden“. Nur die Frage nach der Höhe der Investitionen wollte Klatten nicht beantworten. Ihr gehe es um Herzensbildung, sagte sie. „Wir wollen nicht mit Zahlen verwirren.“

Klatten-Stiftung Nantesbuch weiht Gebäude ein

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